Die Ex­per­ten der ge­schlif­fe­nen Re­de

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF­ER KULTUR -

Die per­fek­te Re­de gibt es nicht. „Es spie­len so vie­le Din­ge ei­ne Rol­le. Da gibt es im­mer et­was, was man bes­ser ma­chen kann“, er­klärt Mal­te Wil­kes. Er ist Vi­ze­prä­si­dent der Düs­sel­dor­fer Sek­ti­on der To­ast­mas­ter. Über 16.600 To­ast­mas­ter­clubs ar­bei­ten welt­weit dar­an, ih­ren Mit­glie­dern na­he­zu per­fek­te Re­den zu er­mög­li­chen.

In Düs­sel­dorf sitzt der größ­te To­ast­mas­ter­club in Eu­ro­pa. So um die 150 Mit­glie­der re­den re­gel­mä­ßig über „Gott und die Welt“, un­ter­stüt­zen, kor­ri­gie­ren, coa­chen und hel­fen sich. Und die Düs­sel­dor­fer To­ast­mas­ter or­ga­ni­sier­ten un­ter Wil­kes Re­gie die zwei­te Düs­sel­dor­fer Re­de-nacht im Sa­voy.

In ins­ge­samt acht Li­ve-re­den bo­ten sie­ben Män­ner und ei­ne Da­me in 21-mi­nü­ti­gen Wort­bei­trä­gen ei­nen rhe­to­risch ge­schlif­fe­nen Abend. „Wir ha­ben ein rich­ti­ges Trai­nings­camp ge­macht und die Re­den sind merk­lich bes­ser ge­wor­den“, ver­rät Wil­kes.

So wa­ren die Bei­trä­ge von Bo­ris Rick­mann (Merk­wür­di­ger So­fort­test: Wie man be­hält was man ver­gisst), Wil­kes (Selbst­be­flü­ge­lung: Drei schnel­le coo­le We­ge – oh­ne Holz­weg), Ja­kub Kra­toch­vil (Zun­gen­spitz­ge­fühl: Schme­cke end­lich Dei­nen Ge­schmack!), Fer­di­nand Frie­sel (Di­gi­ta­li­sie­rungs­kampf: Digital oder ana­log – ent­schei­de Dich jetzt), Alex­an­dra Langs­trof (Kopf­ge­füh­le: Dei­ne Ge­dan­ken sind wich­ti­ger als Wor­te), Mar­cus Bon­sie­pen (Pro­jekt für Le­ben­de: An­lei­tung für den ei­ge­nen Tod), Hu­bert Tr­ü­bel (See­li­sche Wi­der­stands­kraft: An­ge­bo­ren oder trai­nier­bar), und Hayk Var­danyan (Ir­gend­wo ist je­der fremd: Ge­he jetzt auf Los) ge­schlif­fen, durch­dacht und zu­hö­rens­wert. „Die The­men ha­ben sich die Red­ner selbst aus­ge­sucht. So er­gab sich ein schö­nes Patch­work“, so Wil­kes.

„Ich lie­be gu­tes Es­sen“, ge­steht Kra­toch­vil, der über die Ver­kos­tung von Scho­ko­la­de und Rum sprach. Der ge­bür­ti­ge Tsche­che ist To­ast­mas­ter aus Lei­den­schaft. „Es ent­steht ei­ne At­mo­sphä­re, in der man sich traut.“Nicht nur die Wör­ter, son­dern Ges­tik, Mi­mik, Kör­per­spra­che, Blick­kon­tak­te hat er ge­lernt. „Stär­ken zu stär­ken, Schwä­chen ab­zu­bau­en und den ei­ge­nen Stil zu ent­wi­ckeln, da­für gibt es die To­ast­mas­ter“, er­läu­tert Red­ner Fer­di­nand Frie­sel.

Dass das gut funk­tio­niert, wird der Öf­fent­lich­keit zum nächs­ten Mal in ei­nem Jahr prä­sen­tiert. Die 3. Re­de­nacht fin­det am 2. Ok­to­ber 2020 statt. Nach ak­tu­el­ler Pla­nung wie­der im Sa­voy. Ti­no Herr­manns

FOTO: AN­NE ORTHEN

Ja­kub Kra­toch­vil prä­sen­tier­te sei­ne Re­de­kunst im Sa­voy.

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