Gu­tes The­ma, schwach um­ge­setzt

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - MEDIEN - Chris­ti­an Sie­ben

Wo­rum ging es? Der Star-me­di­zi­ner Pro­fes­sor Bordau­er (Se­bas­ti­an Bez­zel) setzt Pa­ti­en­ten Com­pu­ter­chips ins Ge­hirn, um sie von De­pres­sio­nen und an­de­ren Krank­hei­ten zu hei­len. Im Ge­hei­men bas­telt der Trans­hu­ma­nis­mus-for­scher an ei­ner Mi­schung aus Ro­bo­ter und Su­per­mensch. Der Wis­sen­schaft­ler ist ein ge­wis­sen­lo­ses Mons­ter. Die Si­tua­ti­on wird zu­neh­mend un­schön, Men­schen ster­ben. In ei­nem ac­tion­rei­chen Show­down kann ihm Kom­mis­sa­rin Oden­thal „Tatort: das Male­fi­ci­us“Hand­werk le­gen.

Was war gut? Au­tor und Re­gis­seur Tom Bohn greift mit den Gren­zen der Me­di­zin ein The­ma auf, das uns im­mer mehr be­schäf­ti­gen wird. Wo blei­ben bei al­lem Glau­ben an den tech­ni­schen Fort­schritt Herz und Men­sch­lich­keit? Die Sze­nen im Ope­ra­ti­ons­raum wirk­ten an­ge­mes­sen gru­se­lig. Auch se­hens­wert: Das „Tatort“-come­back nach 17 Jah­ren von Heinz Ho­enig.

Was war nicht so gut? Die Sto­ry war von An­fang lei­der recht vor­her­seh­bar. Was na­tür­lich wie so oft beim „Tatort“dar­an liegt, dass der pro­mi­nen­tes­te Ne­ben­dar­stel­ler am En­de der Bö­se­wicht ist. Auch die Dia­lo­ge wirk­ten ge­le­gent­lich höl­zern. Ge­gen En­de fällt der Satz: „Guck mal ei­ner an, die Pup­pe hat ne Knar­re!“. Da zuckt man kurz. Auch das Fi­na­le wirk­te ab­surd. Oden­thal stoppt die Ro­bo­ter-su­per­mensch-kampf­ma­schi­ne mit ei­nem Tritt in die Knie­keh­le. Lohn­te sich das Ein­schal­ten? Gu­tes The­ma, lei­der ei­ni­ge Schwä­chen bei der Um­set­zung. Über­zeu­gen konn­te der Fall „Male­fi­ci­us“in Gän­ze nicht.

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