Mut­maß­li­che Is-frau aus Bochum will aus­sa­gen

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - POLITIK -

DÜSSELDORF (atrie) De­rya Ö. will re­den. Zum ers­ten Mal. Die 27-Jäh­ri­ge aus Bochum soll zwi­schen 2014 und 2017 in Sy­ri­en und dem Irak ge­lebt ha­ben, ver­hei­ra­tet mit ei­nem Kämp­fer der Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS). Er soll ihr ge­zeigt ha­ben, wie man mit ei­ner AK-47 schießt und ei­nen Spreng­stoff­gür­tel be­nutzt, den sie an­de­ren Frau­en zum Ver­kauf an­ge­bo­ten ha­ben soll. Mit dem IS-TER­ro­ris­ten, der mitt­ler­wei­le als tot gilt, hat sie ei­nen Sohn.

Jetzt hat der Straf­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts Düsseldorf den Pro­zess ge­gen De­rya Ö. er­öff­net. Die Bun­des­an­walt­schaft wirft der Deut­schen un­ter an­de­rem Kriegs­ver­bre­chen und Ver­stö­ße ge­gen das Kriegs­waf­fen­kon­troll­ge­setz vor. Laut An­kla­ge reis­te sie 2014 über die Tür­kei nach Sy­ri­en und schloss sich dem IS an. Am Tag ih­rer An­kunft soll sie Ma­rio S., ei­nen Po­li­zis­ten und Ter­ro­ris­ten-aus­bil­der, ge­hei­ra­tet ha­ben. Zu­sam­men ha­ben die bei­den in Woh­nun­gen ge­lebt, de­ren Be­woh­ner vor dem IS ge­flo­hen wa­ren, heißt es in der An­kla­ge­schrift. Zwi­schen­zeit­lich soll De­rya Ö. von ih­rem Mann ge­trennt ge­we­sen sein und ei­nen Is-kom­man­dan­ten ge­hei­ra­tet ha­ben. 2017 wur­de sie in der Tür­kei fest­ge­nom­men und nach Deutsch­land ge­bracht.

Das Ge­richt hat bis Mit­te De­zem­ber zu­nächst zwölf Ver­hand­lungs­ta­ge an­ge­setzt. De­rya Ö. dro­hen zehn Jah­re Haft. Der Pro­zess soll am 24.Sep­tem­ber fort­ge­setzt wer­den.

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