Denk­zet­tel-par­tei

AFD

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - LESERBRIEF­E - Hei­di Schä­fer Kre­feld

Zu „Bloß nicht blau­äu­gig sein“(RP vom 3. Sep­tem­ber): Dem Au­tor des Ar­ti­kels möch­te ich herz­lich dan­ken für sei­nen Bei­trag. Er macht nach der Wahl in Bran­den­burg und Sach­sen deut­lich, wie schwie­rig der Um­gang mit der er­star­ken­den AFD ist und wird. Ich möch­te sei­ner Ana­ly­se und sei­nen Sor­gen aus­drück­lich zu­stim­men und noch Fol­gen­des an­mer­ken: Auch ich ha­be gro­ßes Ver­ständ­nis für den Un­mut der­je­ni­gen, die mit der Wie­der­ver­ei­ni­gung Be­nach­tei­li­gun­gen, Schwie­rig­kei­ten und Un­gleich­be­hand­lun­gen er­fuh­ren, die spür­bar bis heu­te nach­wir­ken. Ich se­he auch die po­li­ti­sche und ge­samt­ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung bei ei­nem viel­fach nicht ge­glück­ten Zu­sam­men­füh­ren der bei­den Tei­le Deutsch­lands. Muss ich aber ver­ste­hen, war­um das Ver­pas­sen ei­nes Denk­zet­tels für die her­kömm­li­chen Par­tei­en dar­in mün­det, mit der AFD ei­ne Par­tei zu wäh­len, die für die Pro­ble­me vor Ort (Grund­ren­te, Struk­tur­wan­del, Lohn­ni­veau) kei­ne Lö­sun­gen an­bie­tet, die al­len­falls Pro­ble­me be­nennt? Muss ich Ver­ständ­nis da­für ha­ben, dass man aus Un­zu­frie­den­heit oder Pro­test ei­ne Par­tei wählt, die sich un­ver­hoh­len völ­kisch, na­tio­nal und un­de­mo­kra­tisch zeigt? Es ist ein Spiel mit dem Feu­er, die Ge­fahr von rechts zu un­ter­schät­zen, de­ren Nein zur De­mo­kra­tie, re­sul­tie­rend auch aus man­geln­der Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung.

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