Land ehrt Klaus Töp­fer mit Staats­preis

Der frü­he­re Bun­des­um­welt­mi­nis­ter wird für sei­ne Kli­ma­au­ßen­po­li­tik aus­ge­zeich­net.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - POLITIK - VON THO­MAS REISENER

BONN Es war wie bei ei­nem Klas­sen­tref­fen: Eins­ti­ge Weg­ge­fähr­ten ka­men an ei­nem bes­tens ver­trau­ten Ort wie­der zu­sam­men. Die Kanz­le­rin zog „den Klaus“in die Mit­te des ge­mein­sa­men Grup­pen­fo­tos mit Ar­min La­schet, aber „der Klaus“sag­te: „Nein, An­ge­la, Du musst in die Mit­te“– die Fo­to­gra­fen hiel­ten bei­de Ver­sio­nen fest – und dann ging es ge­mein­sam in den ehe­ma­li­gen Plenar­saal des Deut­schen Bun­des­ta­ges, heu­te Teil des Bon­ner Kon­fe­renz­zen­trums, wo al­le drei in den 90er Jah­ren ge­mein­sam Po­li­tik ge­macht ha­ben.

Mon­tag­abend in Bonn, 550 Gäs­te im Rund der ehe­ma­li­gen Re­gie­rungs- und Op­po­si­ti­ons­bän­ke: Ei­nen bes­se­ren Ort für die Ver­lei­hung des Staats­prei­ses an den ehe­ma­li­gen und ers­ten Bun­des­um­welt­mi­nis­ter Klaus Töp­fer hät­te NRW-MI­nis­ter­prä­si­dent La­schet nicht aus­su­chen kön­nen. Und ei­ne bes­se­re Lau­da­to­rin als Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel auch nicht: Mer­kel war 1994 Töp­fers Nach­fol­ge­rin als Um­welt­mi­nis­te­rin. Sie be­grüß­te im Ver­lauf ih­rer Re­de die frü­he­re Prä­si­den­tin des Bon­ner Bun­des­ta­ges, Ri­ta Süss­muth, „die bei mei­nen Re­den im­mer hier hin­ter mir stand und auf­ge­passt hat“, und de­ren wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter da­mals wie­der­um der gast­ge­ben­de Ar­min La­schet war.

Der Staats­preis ist die höchs­te Aus­zeich­nung des Lan­des. NRW ver­gibt ihn seit 1986. Nur an­de­re Staats­preis­trä­ger, Mit­glie­der der Lan­des­re­gie­rung und der Prä­si­dent des Land­ta­ges dür­fen dem Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Vor­schlä­ge un­ter­brei­ten – selbst be­wer­ben darf sich nie­mand. La­schets Wahl fiel in die­sem Jahr auf Töp­fer, weil der frü­he­re Um­welt­mi­nis­ter und spä­te­re Chef des Un-um­welt­pro­gramms stets „nicht nur Um­welt, son­dern auch Ar­mut be­kämpft und die­sen Zu­sam­men­hang im Blick“ge­habt ha­be. Als Bau­mi­nis­ter und Ma­na­ger des Um­zugs des Bun­des­tags nach Ber­lin ha­be Töp­fer zu­dem viel für Bonn und das Land NRW ge­tan, in­dem er die An­sied­lung wich­ti­ger Ein­rich­tun­gen der Ver­ein­ten Na­tio­nen in der ehe­ma­li­gen Bun­des­haupt­stadt am Rhein er­mög­licht ha­be.

Ein Fa­den, den die gut ge­laun­te An­ge­la Mer­kel in ih­rer Re­de auf­nahm. In dop­pel­ter An­spie­lung auf die Bauskan­da­le, die das Bon­ner Kon­fe­renz­zen­trum be­glei­tet ha­ben und die nicht en­den wol­len­de Groß­bau­stel­le „Ber­li­ner Flug­ha­fen“lob­te auch Mer­kel die glück­li­chen Spät­fol­gen von Töp­fers Wir­ken für Bonn. „Un­ter an­de­rem wur­de hier ein Kon­fe­renz­zen­trum ge­baut – wie im­mer in Deutsch­land nicht oh­ne Pro­ble­me – aber im­mer­hin ist es fer­tig.“Mer­kel nann­te die Preis­ver­lei­hung an Töp­fer „auch ei­nen Ansporn“für die ei­ge­ne Po­li­tik: „Un­se­re Ein­grif­fe in die Öko­lo­gie sind schon so groß, dass wir kei­ne wei­te­ren ma­chen dür­fen, de­ren Fol­gen wir nicht ab­schät­zen kön­nen.“Töp­fer ha­be dies im­mer auch glo­bal ver­tre­ten, so wie er oh­ne­hin das Na­tio­na­le und das Glo­ba­le zu­sam­men­ge­dacht ha­be. Un­ter Ap­plaus sag­te Mer­kel: „Und wir dür­fen auch nie zu­las­sen, dass das ge­gen­ein­an­der aus­ge­spielt wird.“

FO­TO: DPA

Der ehe­ma­li­ge Bun­des­um­welt­mi­nis­ter Klaus Töp­fer.

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