NRW-SPD for­dert mehr Aus­ga­ben pro Schü­ler

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - POLITIK - VON KIRS­TEN BIALDIGA

DÜS­SEL­DORF Die NRW-SPD for­dert deut­lich mehr fi­nan­zi­el­le Mit­tel für Bil­dung, um je­dem Kind ver­gleich­ba­re Auf­stiegs­chan­cen zu er­mög­li­chen. „Nord­rhein-west­fa­len muss im Bund Spit­zen­rei­ter bei den Aus­ga­ben pro Schü­ler wer­den“, sag­te Spd-lan­des­chef Se­bas­ti­an Hart­mann. Deutsch­land ge­be we­ni­ger Geld pro Schü­ler aus als der Durch­schnitt der In­dus­trie­län­der und in­ner­halb Deutsch­lands lie­ge NRW auf ei­nem der hin­te­ren Plät­ze. Um auf­zu­schlie­ßen, müs­se NRW jähr­lich sie­ben Mil­li­ar­den Eu­ro mehr für Bil­dung aus­ge­ben. Der An­teil des Bil­dungs­etats am Ge­samt­haus­halt in NRW lä­ge dann bei rund zehn Pro­zent. Bil­dung ist ein zen­tra­les The­ma in dem neu­en Wahl­pro­gramm, das der Lan­des­par­tei­tag am Sams­tag be­schlie­ßen soll. Das Ver­spre­chen „Auf­stieg durch Bil­dung“zäh­le zur DNA der So­zi­al­de­mo­kra­tie, heißt es in dem Leit­an­trag.

Der Or­ga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung zu­fol­ge ha­ben Kin­der aus so­zi­al be­nach­tei­lig­ten Fa­mi­li­en in Deutsch­land deut­lich schlech­te­re Auf­stiegs­chan­cen als Aka­de­mi­ker­kin­der. Nur knapp 15 Pro­zent mit El­tern oh­ne Abitur schaf­fen ein Hoch­schul­stu­di­um. Im Durch­schnitt der meis­ten Oecd-län­der sind es 21 Pro­zent, in Finn­land so­gar 34 Pro­zent. Zu­letzt ver­rin­ger­te sich aber die­se Dis­kre­panz leicht.

Schul­mi­nis­te­rin Yvon­ne Ge­bau­er (FDP) wies dar­auf­hin, dass NRW noch nie so viel Geld ins Bil­dungs­sys­tem ge­steckt ha­be wie jetzt. Ge­star­tet sei die schwarz-gel­be Ko­ali­ti­on aber auf ei­nem nied­ri­gen So­ckel, den die rot-grü­ne Vor­gän­ger­re­gie­rung zu ver­ant­wor­ten ha­be. Der schul­po­li­ti­sche Spre­cher der Spd-frak­ti­on, Jo­chen Ott, sag­te, es sei ein Feh­ler ge­we­sen, das Schul­res­sort sei­ner­zeit dem grü­nen Ko­ali­ti­ons­part­ner zu über­las­sen.

Um die so­zia­len Nach­tei­le aus­zu­glei­chen, schlägt die SPD die Ein­füh­rung ei­nes schul­schar­fen So­zia­l­in­de­xes nach Ham­bur­ger Vor­bild vor. Da­nach er­hal­ten Brenn­punkt-schu­len ei­ne bes­se­re fi­nan­zi­el­le und per­so­nel­le Aus­stat­tung. NRW prüft die Ein­füh­rung ei­nes sol­chen In­de­xes. Zur Fi­nan­zie­rung der hö­he­ren Bil­dungs­aus­ga­ben schlägt die SPD ei­nen Um­bau des Steu­er­sys­tems, ins­be­son­de­re der Erb­schafts- und Ver­mö­gen­steu­er, vor. Auch müs­se das Ko­ope­ra­ti­ons­ver­bot durch ein Ko­ope­ra­ti­ons­ge­bot er­setzt wer­den, da­mit ver­stärkt Bun­des­mit­tel in NRW zum Ein­satz kom­men.

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