Ba­lan­ce fin­den zwi­schen Pri­va­tem und Be­ruf­li­chem

Ma­ri­ta Hey­er-brink­mey­er fin­det, dass man sich nicht über­for­dern soll­te.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - GESUNDHEIT IN DÜSSELDORF -

Ge­sund­heit un­ter­liegt dem ge­sell­schaft­li­chen Wan­del und au­ßer­dem den Wer­ten und Nor­men, die je­der Mensch in­di­vi­du­ell für sich selbst be­stimmt. Im Lau­fe der Zeit sind mir im­mer wie­der Men­schen be­geg­net, die sich mit der Fra­ge be­schäf­ti­gen, wie sie ihr Le­ben mit Heil­sa­mem und Ge­sun­dem fül­len kön­nen – im­mer in der Hoff­nung, da­durch vor Krank­hei­ten ge­schützt zu sein.

Des­halb hat für mich Ge­sund­heit vie­le Fa­cet­ten – Ge­nuss ge­hört auf je­den Fall da­zu. Mei­ne Kind­heit war länd­lich ge­prägt, ich wuchs in ei­ner Groß­fa­mi­lie auf. Fast je­der auf dem Land be­saß da­mals ei­nen Ge­mü­se­gar­ten, es wur­de im­mer sai­so­nal ge­kocht, zu­dem wur­den Vor­rä­te für den Win­ter ge­schaf­fen. Die­ser frü­he Be­zug zu Le­bens­mit­teln und de­ren Ver­ar­bei­tung ha­ben mich ge­lehrt, gu­tes Es­sen zu schät­zen und zu ge­nie­ßen.

Ei­ne wei­te­re Fa­cet­te von Ge­sund­heit be­inhal­tet für mich die Su­che nach in­ne­rer Hal­tung und le­ben­di­gen Wer­ten. In der Le­bens­pha­se, in der jun­ge Men­schen sich aus­pro­bie­ren und her­aus­zu­fin­den ver­su­chen, was gut oder schlecht für sie ist, nut­zen sie vie­le Er­fah­run­gen – auch in Be­zug auf die ei­ge­ne Ge­sund­heit. In mei­ner Ar­beit mit jun­gen Men­schen er­le­be ich sie im­mer wie­der in Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit sich selbst. Ein gu­tes Bei­spiel ist die Ant­wort ei­nes 16-Jäh­ri­gen auf die Fra­ge, was Ge­sund­heit für ihn be­deu­te. Er sag­te näm­lich, er wis­se, dass er sich schlecht er­näh­re und dass sein Sport als Leis­tungs­schwim­mer wich­tig für sei­ne Ge­sund­heit sei. Aber auch die Freu­de, die er emp­fin­de, wenn er als Lei­ter ei­ner Kin­der­grup­pe se­he, wie viel Spaß die Klei­nen im Was­ser hät­ten, tra­ge zu sei­ner Ge­sund­heit bei.

Und die drit­te Fa­cet­te ist die rich­ti­ge Do­sie­rung, al­so mög­lichst stets das Gleich­ge­wicht zwi­schen den An­for­de­rungs­pro­fi­len des pri­va­ten, be­ruf­li­chen und so­zia­len Le­bens­all­tags zu fin­den und zu hal­ten. Zu ver­ste­hen und zu ver­in­ner­li­chen, was mir zu viel ist und mir lang­fris­tig so­gar scha­den könn­te, der Mut zur Klar­heit, zu sich selbst und an­de­ren – das ist mein Ge­sund­heits-re­zept.

Ma­ri­ta Hey­er-brink­mey­er ar­bei­tet als Er­zie­hungs- und Fa­mi­li­en­be­ra­te­rin und Psy­cho­the­ra­peu­tin. F.: PRI­VAT

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