Die­sel­fah­rer brau­chen bei Kla­gen lan­gen Atem

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (dpa) Hun­dert­tau­sen­de Die­sel­fah­rer war­ten auf die­sen Tag: Am 30. Sep­tem­ber wird die gro­ße Ver­brau­cher­kla­ge ge­gen Volks­wa­gen erst­mals vor Ge­richt ver­han­delt. Der Bun­des­ver­band der Ver­brau­cher­zen­tra­len (vzbv) will VW das Fürch­ten leh­ren, mehr als 430.000 Au­to­be­sit­zer ha­ben sich in der Hoff­nung auf Scha­den­er­satz an­ge­schlos­sen.

Letzt­lich hof­fen die Die­sel­fah­rer auf Scha­den­er­satz, doch den wird es nicht di­rekt ge­ben. Bei dem Ver­fah­ren geht es erst­mal nur dar­um, ob Volks­wa­gen un­recht­mä­ßig ge­han­delt hat. Den Kun­den wird kein in­di­vi­du­el­ler An­spruch auf Geld zu­ge­spro­chen. Statt­des­sen müs­sen sie mit dem Mus­ter­ur­teil in der Ta­sche selbst noch ein­mal vor Ge­richt zie­hen. Auch ein Ver­gleich ist mög­lich, er wür­de zwi­schen VW und der Ver­brau­cher­zen­tra­le ge­schlos­sen, aber für al­le an­ge­mel­de­ten Ver­brau­cher gel­ten. Die An­wäl­te der Ver­brau­cher­zen­tra­le hal­ten das für durch­aus wahr­schein­lich. VW sagt je­doch, we­gen der ho­hen Zahl der Mit­klä­ger sei ein Ver­gleich „kaum vor­stell­bar“. Egal, wie es aus­geht: Das Pro­zess­kos­ten­ri­si­ko trägt al­lein der vzbv. Wenn er ver­liert, sind aber al­le, die im Kla­ge­re­gis­ter ste­hen, an die Ent­schei­dung ge­bun­den. Sie kön­nen nicht mehr vor an­de­ren Ge­rich­ten kla­gen.

Die Ver­brau­cher­schüt­zer und ih­re An­wäl­te ra­ten Die­sel­fah­rern mit Rechts­schutz­ver­si­che­rung, ein­zeln zu kla­gen und sich von der Mus­ter­fest­stel­lungs­kla­ge ab­zu­mel­den. Denn mit Ver­si­che­rung trägt man kein Ri­si­ko und kann ei­nen Ver­gleich selbst ver­han­deln. Ei­ne wei­te­re Mög­lich­keit ist ei­ne Kla­ge mit Pro­zess­fi­nan­zie­rer, al­so je­man­dem, der ge­gen Pro­vi­si­on das fi­nan­zi­el­le Ri­si­ko über­nimmt.

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