Spit­zen­ver­band sperrt Hirn­for­scher Niels Bir­bau­mer

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - PANORAMA -

BONN/TÜ­BIN­GEN (dpa) Nach Vor­wür­fen der Da­ten­fäl­schung sperrt die Deut­sche For­schungs­ge­mein­schaft (DFG) den re­nom­mier­ten Tü­bin­ger Hirn­for­scher Niels Bir­bau­mer und sei­nen Mit­ar­bei­ter für meh­re­re Jah­re. Sie wirft den For­schern wis­sen­schaft­li­ches Fehl­ver­hal­ten vor im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Stu­die über die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ge­lähm­ten Pa­ti­en­ten. Bir­baum­er­wer­de für fünf Jah­re von der An­trags­be­rech­ti­gung und von je­der Gut­ach­ter­tä­tig­keit bei der DFG aus­ge­schlos­sen, sein Mit­ar­bei­ter für drei Jah­re, teil­te sie am Don­ners­tag in Bonn mit. Bir­bau­mer hat­te im Jahr 2014 Pa­ti­en­ten mit der Ner­ven­krank­heit ALS un­ter­sucht. Die Er­geb­nis­se gal­ten als Sen­sa­ti­on: Die voll­stän­dig ge­lähm­ten und sprach­un­fä­hi­gen Men­schen soll­ten Fra­gen in Ge­dan­ken be­ant­wor­ten, wäh­rend die Wis­sen­schaft­ler mit ei­ner spe­zi­el­len Kopf­hau­be und Com­pu­tern ih­re Hirn­ak­ti­vi­tät ma­ßen. Nach der Ent­schei­dung der DFG räum­te Bir­bau­mer „Un­zu­läng­lich­kei­ten bei der Pu­bli­ka­ti­on“ein. Die Un­ter­su­chun­gen der schwer kran­ken Men­schen hät­ten im­mer wie­der un­ter­bro­chen wer­den müs­sen, weil der Zu­stand der Pa­ti­en­ten dies er­for­dert ha­be.

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