Arzt oh­ne Zu­las­sung soll 40.000 Eu­ro Stra­fe zah­len

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF -

(wuk) 40.500 Eu­ro Stra­fe soll ein 34-jäh­ri­ger Me­di­zi­ner zah­len. Er hat­te fast 400 An­ge­hö­ri­ge der Bun­des­wehr in Düs­sel­dorf oh­ne staat­li­che Zu­las­sung be­han­delt. So heißt es in ei­nem Straf­be­fehl, über den das Amts­ge­richt am Frei­tag zu ver­han­deln hat. Dem Me­di­zi­ner wird ein Ver­stoß ge­gen das Heil­prak­ti­ker­ge­setz vor­ge­wor­fen. Dem­nach kann bis zu ei­nem Jahr Haft oder ei­ne Geld­stra­fe ver­hängt wer­den, wenn ein Me­di­zi­ner oh­ne Ap­pro­ba­ti­on ei­gen­stän­dig be­han­delt. Ge­gen die Stra­fe leg­te der 34-Jäh­ri­ge Ein­spruch ein, ein Amts­rich­ter prüft die Vor­wür­fe nun in öf­fent­li­chem Pro­zess. 2016 hat­te der Be­trof­fe­ne al­le ärzt­li­chen Prü­fun­gen zwar be­stan­den, doch die for­mel­le Zu­las­sung als Arzt wur­de ihm zu­nächst ver­wei­gert, weil we­gen schwe­rer Brand­stif­tung ein Straf­ver­fah­ren ge­gen ihn lief. Vom da­ma­li­gen Vor­wurf, er ha­be ein Wohn­haus an­ge­zün­det, ist der Mann in­zwi­schen frei­ge­spro­chen, hat seit Mit­te 2017 jetzt auch die staat­li­che Zu­las­sung als Arzt. Doch schon lan­ge vor­her, näm­lich ab Mit­te 2016 bis An­fang 2017, ha­be er laut den Er­mitt­lun­gen bei 397 Be­hand­lun­gen durch­schnitt­lich drei Bun­des­wehr-an­ge­hö­ri­ge pro Tag im Düs­sel­dor­fer Sa­ni­täts­ver­sor­gungs­zen­trum mit Re­zep­ten aus­ge­stat­tet, sie krank­ge­schrie­ben, Dia­gno­sen er­stellt oder Über­wei­sung aus­ge­stellt. An sei­ner fach­li­chen Eig­nung wird nicht ge­zwei­felt, doch for­mell hät­te er ei­ne staat­li­che Zu­las­sung der Be­zirks­re­gie­rung ge­braucht. Nur ei­ne Sol­da­tin soll ihn in der da­ma­li­gen Zeit we­gen an­geb­li­cher Falsch­be­hand­lung an­ge­zeigt ha­ben. Jetzt im Pro­zess geht es dar­um, ob er sich durch 397 Be­hand­lun­gen oh­ne Ap­pro­ba­ti­on straf­bar ge­macht hat.

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