Deut­lich mehr Ein­ser-abis auch in Düs­sel­dorf

Fast je­der vier­te Abitu­ri­ent schnei­det in der Lan­des­haupt­stadt mit ei­ner Eins vor dem Kom­ma ab.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF - VON CLE­MENS HEN­LE

Die Zahl der Ein­ser-abitu­ri­en­ten an Düs­sel­dor­fer Gym­na­si­en ist in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren deut­lich ge­stie­gen. Das be­le­gen Zah­len des sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes IT.NRW. Wäh­rend 2008 17,33 Pro­zent der Abitu­ri­en­ten die Schu­le mit ei­nem Schnitt von 1,0 bis 1,9 ver­lie­ßen, wa­ren es 2018 mehr als je­der Vier­te. Lan­des­weit stieg die Ein­ser-quo­te von 16,8 auf 24,3 Pro­zent. Und auch deutsch­land­weit nahm die Zahl in al­len Bun­des­län­dern zu, nur Ba­den-würt­tem­berg ver­zeich­net ei­nen mar­gi­na­len Rück­gang. Spit­zen­rei­ter bei dem Ein­ser-abitur ist Thü­rin­gen, wo 37,9 Pro­zent der Schü­ler das Gym­na­si­um mit ei­ner Eins vor dem Kom­ma ver­las­sen. In Düs­sel­dorf ver­dop­pel­te sich zwi­schen 2008 und 2018 auch die Zahl der Ab­schlüs­se mit ei­ner No­te von 1,0 von ein auf zwei Pro­zent der Schü­ler.

Ei­nen der Grün­de für die bes­se­ren No­ten sieht In­ge Schlei­er-groß, Schul­lei­te­rin des Ge­org-büch­ner-gym­na­si­ums in Golz­heim, in der ge­stie­ge­nen Zahl an Schü­lern. „Die Über­gangs­quo­te von der Grund­schu­le auf das Gym­na­si­um ist in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren stark ge­stie­gen“, sagt Schlei­er-groß. Das be­le­gen auch die Zah­len von IT.NRW. 2008 leg­ten 2325 Schü­ler die Abitur­prü­fung ab, 2018 wa­ren es 2756. Durch den Ver­trau­ens­ver­lust von El­tern in die Haupt­schu­le hat sich ei­ne ver­stärk­te Be­we­gung von der Re­al­schu­le, die oft­mals als neue Haupt­schu­le an­ge­se­hen wird, zum Gym­na­si­um er­ge­ben. Da­zu kom­me, dass man­che El­tern be­ra­tungs­re­sis­tent sei­en und ih­re Kin­der ent­ge­gen al­ler Emp­feh­lun­gen am Gym­na­si­um an­mel­den. „Man­che El­tern schi­cken ih­re Kin­der zu uns, ob­wohl die­se nur ei­ne ein­ge­schränk­te Re­al­schul-emp­feh­lung ha­ben“, sagt die Schul­lei­te­rin. So strö­men im­mer mehr schwä­che­re Schü­ler auf die Gym­na­si­en. „Durch ei­ne in­tui­ti­ve An­wen­dung der Gauß‘schen Nor­mal­ver­tei­lung durch die Leh­rer wer­den die No­ten dann ins­ge­samt bes­ser, weil die Ver­tei­lung grö­ßer wird“, er­klärt Schlei­er-groß.

Den Trend zu den im­mer bes­se­ren Abi­tur­no­ten kann Ralf Schreiber, Rek­tor des Goe­the-gym­na­si­ums, nicht be­stä­ti­gen: „Bei uns sind die Ab­schluss-no­ten zu­min­dest in den ver­gan­ge­nen sie­ben Jah­ren, in de­nen ich hier bin, nicht si­gni­fi­kant ge­stie­gen.“So sei das Niveau der Abitu­ri­en­ten ak­zep­ta­bel, al­ler­dings sieht Schreiber im­mer wie­der Wel­len­be­we­gun­gen in den No­ten in ein­zel­nen Fä­chern – mit Aus­schlä­gen nach oben und un­ten. Nach der Ein­füh­rung des Zen­tral­ab­iturs 2007 sei das Be­no­tungs­sys­tem noch nicht so sta­bil und in der Fin­dung.

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