Ei­ne Rei­ni­gung nur für Snea­ker

In Flin­gern gibt es seit ein paar Mo­na­ten ei­nen Rei­ni­gungs­ser­vice spe­zi­ell für Turn­schu­he. Was mit ei­nem Freund­schafts­dienst an­fing, wur­de für Ben­ja­min Lu­zo­lo ei­ne er­folg­rei­che Ge­schäfts­idee.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF - VON ALI­NA KOMOREK

Er zieht sich Hand­schu­he an und als er die Bürs­te auf die Snea­ker setzt, fällt schon ei­ni­ger Dreck aus den Sport­schu­hen. Die „Black­po­lish Snea­ker Laund­ry“ge­hört Ben­ja­min Lu­zo­lo. Hin­ter ihm leuch­tet das Lo­go des Sto­res auf ei­ner run­den Lam­pe aus glit­zern­dem Glas. An der Wand steht ein Schuh­re­gal vol­ler Snea­ker. Die meis­ten da­von sind schon sehr sau­ber.

Ei­ne Rei­ni­gung spe­zi­ell für Snea­ker, das klingt erst ein­mal nach ei­ner Lu­xus­dienst­leis­tung. „Das Kon­zept des La­dens ist schon noch ei­ne Ni­sche“, ge­steht Lu­zo­lo. „Heu­te trägt man aber auch im Bü­ro Snea­ker, die dann sau­ber sein müs­sen.“Die Rei­ni­gung im „Black­po­lish“be­steht aus meh­re­ren Schrit­ten. Zu­nächst wird der gro­be Dreck ent­fernt, da­mit er im zwei­ten Schritt, der Be­hand­lung mit Was­ser und Rei­ni­gungs­mit­teln, nicht tie­fer in die Ober­flä­che ein­dringt. Die Schnür­sen­kel wer­den ein­zeln ein­ge­legt und be­han­delt. Im letz­ten Schritt wer­den die Snea­ker mit ei­ner spe­zi­el­len Ma­schi­ne ge­trock­net, die auch Ge­rü­che ent­fernt. Wenn die Schu­he nicht nur ger­ei­nigt, son­dern auch auf­be­rei­tet wer­den sol­len, kom­men stär­ke­re Rei­ni­gungs­mit­tel, Füll­ma­te­ri­al und Uv-licht zum Ein­satz. Die ein­fa­che Rei­ni­gung kos­tet 18,50 Eu­ro, die Pre­mi­um-va­ri­an­te 38 Eu­ro.

Lu­zo­lo be­sitzt selbst über 80 Paar Snea­ker. „Die sind al­le in ei­nem spe­zi­el­len Schrank und im Ori­gi­nal-kar­ton ver­staut“, be­rich­tet der 32-Jäh­ri­ge. „Frü­her wa­ren es 350 Paar, ich bin echt ein Snea­ker-ex­per­te.“Auf die Idee mit dem La­den kam Lu­zo­lo durch sei­ne Freun­de. Sie hat­ten beim Bas­ket­ball be­merkt, dass er im­mer in sau­be­ren Schu­hen spiel­te. „Al­so ha­be ich ih­re Schu­he auch ge­putzt – sie wa­ren im­mer zu­frie­den“, er­zählt der ge­lern­te Kauf­mann von den An­fän­gen des „Black­po­lish“. „Ich ha­be vor der Er­öff­nung im Fe­bru­ar an al­len mög­li­chen Schu­hen ge­übt, bis ich wuss­te, wel­che Bürs­te sich für wel­ches Snea­ker-mo­dell eig­net.“

So ent­stand aus dem Freund­schafts­dienst der La­den auf der Acker­stra­ße, der durch ei­nen On­li­ne-ser­vice er­gänzt wird. Kun­den kön­nen ih­re Lieb­lings-snea­ker ein­schi­cken und pro­fes­sio­nell rei­ni­gen las­sen. Auch für Events ist „Black­po­lish“buch­bar. „Bei Ver­an­stal­tun­gen nimmt die Kund­schaft auf ei­nem ein­zig­ar­ti­gen Thron Platz, auf dem aber nur ei­ne gro­be Rei­ni­gung mög­lich ist“, sagt Lu­zo­lo.

„Die Idee mit der Rei­ni­gung ist sehr nach­hal­tig. Es ka­men schon Leu­te, die ih­re Schu­he weg­schmei­ßen und sich neue kau­fen woll­ten“, er­zählt der Düs­sel­dor­fer. Be­son­ders Schu­he, die in ge­rin­ger Auf­la­ge ver­kauft wur­den, blei­ben ih­ren Be­sit­zern durch die Auf­be­rei­tung er­hal­ten. Des­we­gen hält Lu­zo­lo ge­le­gent­lich li­mi­tier­te Mo­del­le in den Hän­den, die et­wa 15.000 Eu­ro wert sind. Egal ob De­si­gner­stück oder Fließ­band­wa­re, die Lei­den­schaft für Snea­ker will Lu­zo­lo tei­len. En­de No­vem­ber wird im „Black­po­lish“ei­ne Box ste­hen, in der Snea­ker für Be­dürf­ti­ge ge­sam­melt wer­den. Denn: „Snea­ker brau­chen Lie­be!“

RP-FO­TO: AN­NE ORTHEN

Ben­ja­min Lu­zo­lo hat in Flin­gern ein Spe­zi­al­ge­schäft für die Rei­ni­gung von Turn­schu­hen er­öff­net.

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