Düs­sel­dorf braucht ei­nen Farb-lauf

Auch am­bi­tio­nier­te Läu­fer brau­chen mal Spaß. In vie­len Städ­ten gibt es schon Ren­nen, bei de­nen es durch Schlamm und Farb­re­gen geht.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - FREIZEIT IN DÜSSELDORF -

Im Be­kann­ten­kreis herrscht Un­ei­nig­keit, was von be­stimm­ten Lauf-events zu hal­ten ist, die ei­nes ge­mein­sam ha­ben: ei­nen deut­li­chen Spaß­fak­tor, der über die rei­ne Ad­re­na­lin­aus­schüt­tung beim Lau­fen hin­aus­geht. Ge­meint sind sol­che Ver­an­stal­tun­gen, bei de­nen die Teil­neh­mer voll­kom­men be­wusst lau­ter Ge­mein­hei­ten in Kauf neh­men, die sie aus­brem­sen: Schlamm­läu­fe bei­spiels­wei­se, oder die Farb-ren­nen, bei de­nen man kein T-shirt an­zie­hen soll­te, das je­mals wie­der weiß wer­den soll.

Pu­ris­ten un­ter den Lauf­fans rümp­fen bei sol­chen The­men auch ger­ne mal die Na­se: Schließ­lich kann man bei so ei­nem Lauf kei­ne Best­zei­ten er­zie­len, kei­ne re­le­van­ten Da­ten für die ei­ge­ne Trai­nings-op­ti­mie­rung ge­win­nen. Ja: Oft­mals gibt es nicht ein­mal ei­ne Zei­ter­fas­sung, weil es ei­gent­lich kei­nen so rich­tig in­ter­es­siert, wie lan­ge man nun tat­säch­lich für die fünf, acht oder zehn Ki­lo­me­ter lan­ge Stre­cke ge­braucht hat. Ich ge­be zu, dass auch ich ein­mal so ar­gu­men­tiert ha­be – wenn man so rich­tig im Trai­nings-flow ist und stän­dig nach Ver­bes­se­rung strebt, scheint „nur zum Spaß“manch­mal ver­dammt weit weg.

Mei­ne Mei­nung da­zu ha­be ich längst ge­än­dert – zu­mal man nach den ge­nann­ten Ren­nen oft­mals so strah­len­de Ge­sich­ter sieht, als sei­en de­ren Be­sit­zer ge­ra­de neu­en Welt­re­kord ge­lau­fen. Statt­des­sen ha­ben sie an ei­nem Lauf teil­ge­nom­men wie dem Mud­dy An­gel Run (nur für Frau­en), bei dem man sich ki­lo­me­ter­weit durch Schlamm wühlt, im Ziel­be­reich aber im­mer­hin (kal­te) Du­schen vor­fin­det. Oder am Co­lor Run, bei dem es durch vier ver­schie­de­ne Farb­zo­nen geht, so dass der Teil­neh­mer am En­de auch schön bunt ist. Va­ri­an­ten die­ses Laufs war­ten auch mit gro­ßen auf­blas­ba­ren Hin­der­nis­sen auf, um das Gan­ze noch et­was aben­teu­er­li­cher zu ge­stal­ten.

Für Düs­sel­dorf wä­re so ein schlam­mi­ges oder bun­tes Event üb­ri­gens auch ei­ne tol­le Idee. Wir müs­sen das Farb­pul­ver ja nicht beim Ma­ra­thon aus­pa­cken.

RP-FO­TO: ANDRE­AS BRETZ

Au­to­rin Ni­co­le Lan­ge beim Trai­ning am Rhein­ufer.

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