Dem­kli­ma­wan­del sei Dank!

Bau­ern pro­ben in­zwi­schen den Frei­land-an­bau von Süß­kar­tof­feln in Deutsch­land.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - WIRTSCHAFT -

GÜSTROW-GÜL­ZOW( dpa) Süß­kar­tof­feln sind in Asi­en, Ame­ri­ka und Afri­ka seit Ge­ne­ra­tio­nen be­liebt, nun fin­den sie auch im­mer mehr Zu­spruch in Eu­ro­pa. Der Kli­ma­wan­del macht es mög­lich, dass das Ge­mü­se auch in Meck­len­burg-vor­pom­mern im Frei­land wach­sen kann. Al­ler­dings brau­chen die Pflan­zen ei­ne gu­te Was­ser­ver­sor­gung. „Je eher die Tem­pe­ra­tu­ren im Früh­jahr stei­gen, je spä­ter sie im Herbst sin­ken, je län­ger die Ve­ge­ta­ti­ons­zeit al­so, um­so bes­ser“, sag­te Kai-uwe Ka­tro­schan, der Lei­ter des Gar­ten­bau­kom­pe­tenz­zen­trums in Gül­zow. Sechs Wachs­tums­mo­na­te von April bis Sep­tem­ber sei­en das Op­ti­mum.

In der Lan­des­for­schungs­an­stalt für Land­wirt­schaft und Fi­sche­rei in Güstrow-gül­zow hat 2018 ei­ne Ver­suchs­rei­he be­gon­nen. Ziel: Er­trä­ge um die 30 Ton­nen je Hekt­ar.

Mit der her­kömm­li­chen Kar­tof­fel ist die Süß­kar­tof­fel, ein Win­den­ge­wächs, bo­ta­nisch nicht ver­wandt. Ge­schmack­lich gibt es kaum Un­ter­schie­de. Die Süß­kar­tof­fel macht ih­rem Na­men mit mehr als vier Gramm Zu­cker je 100 Gramm al­le Eh­re. Hin­zu kom­men ein ho­her An­teil für den Men­schen wich­ti­ger Nähr­stof­fe und Mi­ne­ra­li­en, bei we­nig Fet­tan­teil. Welt­weit wer­den jähr­lich 110 Mil­lio­nen Ton­nen pro­du­ziert, da­von rund zwei Drit­tel in Chi­na. In Eu­ro­pa gel­ten die Nie­der­lan­de als Haupt­an­bau­ge­biet.

In Gül­zow soll her­aus­ge­fun­den wer­den, was bei grö­ße­ren Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen pas­siert und wie die Ber­ge an Blatt­grün zu nut­zen sind, die vor der Ro­dung ent­fernt wer­den müs­sen. In Afri­ka wer­den sie ähn­lich wie Spi­nat zu­be­rei­tet. In Deutsch­land se­hen die Wis­sen­schaft­ler die­se Nut­zung eher nicht, des­halb wol­len sie ei­nen Ein­satz als Fut­ter tes­ten. Zu­dem soll der Han­del be­fragt wer­den, wel­che Sor­ten und Fleisch­far­ben die Ver­brau­cher be­vor­zu­gen und wie groß das An­ge­bot sein muss, um mit dem ei­ge­nen An­bau wirt­schaft­lich er­folg­reich zu sein. Im­por­te sol­len mit Blick auf die lan­gen Trans­port­we­ge und die Kli­ma­be­las­tung re­du­ziert wer­den.

FO­TO: DPA

Ver­schie­de­ne Süß­kar­tof­feln aus Meck­len­burg-vor­pom­mern.

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