Traum­küs­te mit Mit­tel­alt­er­flair

Unesco-wel­ter­be­stät­ten, son­ni­ge Ba­de­buch­ten mit kris­tall­kla­rem Was­ser und me­di­ter­ra­ne De­li­ka­tes­sen: Die kul­tu­rel­len und land­schaft­li­chen Rei­ze von Dal­ma­ti­ens Küs­te las­sen sich be­son­ders ent­spannt per Mo­tor­jacht er­kun­den.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - REISE&WELT - VON MICHA­EL JUHRAN

Ein­fach präch­tig – schnell ist man auf der Ufer­pro­me­na­de der Ha­fen­stadt Tro­gir vom me­di­ter­ra­nen Flair der dal­ma­ti­schen Küs­te ge­fan­gen. Die Fe­s­tung Ka­mer­len­go, stol­ze Re­nais­sance- und Ba­rock­vil­len und die Ka­the­dra­le des hei­li­gen Lau­ren­ti­us kün­den von der wech­sel­vol­len Ge­schich­te der Stadt, die im Mit­tel­al­ter erst un­ter der Herr­schaft kroa­ti­scher Fürs­ten, dann der Ve­ne­zia­ner stand. Schnell ent­flieht man in der ar­chi­tek­to­ni­schen Glanz­ku­lis­se dem Ar­beits­stress da­heim, ver­liert sich in den en­gen Gas­sen mit ih­ren Schmuck­lä­den und ge­müt­li­chen Re­stau­rants.

Im Ha­fen von Tro­gir war­tet be­reits Ka­pi­tän An­te Vu­ko­vic samt Cr­ew auf 40 Gäs­te, für die sei­ne Mo­tor­jacht „So­la­ris“in den nächs­ten sie­ben Ta­gen zum schwim­men­den Ho­tel wird. Von Tro­gir aus führt die Rou­te über Split bis nach Du­brov­nik und wie­der zu­rück. Be­reits nach kur­zer Fahrt legt die brand­neue Jacht im Ha­fen von Split an. Von dort schlen­dert man in we­ni­gen Mi­nu­ten zu den Über­res­ten des Pa­las­tes des rö­mi­schen Kai­sers Dio­kle­ti­an, der hier im drit­ten Jahr­hun­dert sei­nen Al­ters­ru­he­sitz er­rich­ten ließ. Rich­tig ro­man­tisch wird es dann am Abend, wenn die al­ten Ge­mäu­er der Alt­stadt im Licht de­zen­ter Schein­wer­fer er­strah­len, in klei­nen Ko­no­bas bei Ker­zen­licht ma­ri­ti­me De­li­ka­tes­sen ser­viert wer­den und der Tag bei ei­nem Glas kroa­ti­schen Wei­nes aus­klingt.

Am fol­gen­den Mor­gen be­ginnt das In­selhop­ping. Die meis­ten der vor­wie­gend deut­schen Gäs­te an Bord ha­ben es sich auf Son­nen­lie­gen auf dem Ober­deck ge­müt­lich ge­macht. Ka­pi­tän Vu­ko­vic hält wäh­rend­des­sen Aus­schau nach be­son­ders schö­nen Buch­ten, um Ba­de­pau­sen ein­zu­le­gen. Im glas­kla­ren, ba­de­wan­nen­war­men Was­ser kön­nen sei­ne Gäs­te bald schwim­men und schnor­cheln, bis die Glo­cke zum me­di­ter­ra­nen Mit­tag­es­sen er­klingt. Schnell kommt man bei ei­ner na­he­zu fa­mi­liä­ren At­mo­sphä­re ins Ge­spräch und be­grün­det neue Freund­schaf­ten, wäh­rend am Ufer sanf­te Oli­ven­hai­ne, Wein­ber­ge, La­ven­del­fel­der, dich­te Pi­ni­en­wäl­der, schrof­fe Karst­fel­sen und Berg­ket­ten vor­bei­glei­ten. Idyl­li­sche In­sel­städt­chen la­den auf den In­seln Hvar und Ml­jet an lau­en Aben­den zu Spa­zier­gän­gen ein, wo Kör­per und Geist Ge­fal­len am lo­cke­ren „Dol­ce Vi­ta“Dal­ma­ti­ens fin­den. Meist trifft man sei­ne Mi­t­rei­sen­den in ei­nem der Fi­sch­re­stau­rants wie­der, die di­rekt am Was­ser den Fang des Ta­ges nebst Blick auf den Son­nen­un­ter­gang of­fe­rie­ren, un­ter­malt von de­zen­ter kroa­ti­scher Mu­sik.

Viel zu schnell – mei­nen die meis­ten Gäs­te an Bord – er­reicht die „So­la­ris“nach vier Ta­gen Du­brov­nik. Es ist Hoch­sai­son und ob­wohl gera­de kein Kreuz­fahrt­schiff die „Per­le der Adria“be­la­gert, drän­gen Dut­zen­de von Rei­se­grup­pen durch das Pi­le-tor in die Alt­stadt, be­stau­nen ih­re be­ein­dru­cken­de

Ku­lis­se von der Fe­s­tung Lavri­je­nac aus oder lau­schen den Er­klä­run­gen ih­res Stadt­füh­rers vor dem Rek­to­ren­pa­last. Nur in ei­ni­gen schma­len Gas­sen, zu de­nen stei­le Trep­pen füh­ren, trifft man noch auf das ur­sprüng­li­che Le­ben. Dort und wäh­rend ei­nes Rund­gangs auf der Stadt­mau­er kann man dem em­si­gen Trei­ben der Tou­ris­ten­grup­pen ent­flie­hen. Von oben öff­net sich ein fan­tas­ti­sches Pan­ora­ma über die mit­tel­al­ter­li­che In­nen­stadt auf

der ei­nen und die um­ge­ben­de Adria mit der In­sel Lo­krum auf der an­de­ren Sei­te. Man er­hält ei­nen Ein­druck vom eins­ti­gen Reich­tum der Han­dels­me­tro­po­le und fühlt sich wie in ei­nem rie­si­gen Frei­luft­mu­se­um. Das hat je­doch sei­nen Preis. Es ist ver­ständ­lich, dass na­he­zu je­der Dal­ma­ti­en-tou­rist die­ser Bil­der­buch­stadt ei­nen Be­such ab­stat­ten möch­te. Mehr als 100.000 Gäs­te zählt die his­to­ri­sche In­nen­stadt in der Hoch­sai­son mo­nat­lich, die Mie­ten und Prei­se lie­gen weit über dem kroa­ti­schen Durch­schnitt und die tou­ris­ti­schen Be­trie­be ver­drän­gen zu­se­hends die Ein­woh­ner.

Mit ei­nem zwie­späl­ti­gen Ge­fühl ver­lässt man ei­ne der schöns­ten Städ­te der Adria. Noch ein­mal geht es auf der Rück­rei­se mit Zwi­schen­stopp in Kor­cu­la und Brac an ei­ni­gen der 900 In­seln Dal­ma­ti­ens vor­bei, bis die Rei­se nor­ma­ler­wei­se in Tro­gir en­det. Doch nur ei­ne Au­to­stun­de vom End­punkt der Schiffs­rei­se ent­fernt be­fin­den sich ma­le­ri­sche Was­ser­fäl­le und Strom­schnel­len, die sich im Kr­ka Na­tio­nal­park über Kalk­kas­ka­den ins Tal er­gie­ßen und die Stadt Si­benik mit ih­rem be­rühm­ten Dom, dem Fürs­ten­pa­last und der Fe­s­tung St. Mi­ho­vil hoch oben über der Bucht – ein Fest für die Au­gen und ein Muss für je­den Hob­by­fo­to­gra­fen.

Die Re­cher­che wur­de von der Kroa­ti­schen Zen­tra­le für Tou­ris­mus und von I.D. RIVA un­ter­stützt.

FO­TOS: MICHA­EL JUHRAN

Von der Fe­s­tung Lavri­je­nac hat man ei­nen fan­tas­ti­schen Blick auf die Alt­stadt von Du­brov­nik.

Im kroa­ti­schen Tro­gir be­gin­nen und en­den See­rei­sen ent­lang der dal­ma­ti­schen Küs­te.

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