RECHT & AR­BEIT

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - BERUF&KARRIERE -

(bü) Kün­di­gung Sam­melt ei­ne Rei­ni­gungs­kraft auf ei­nem Flug­ha­fen Pfand­fla­schen für ei­ge­ne Zwe­cke, so kann ihr frist­los ge­kün­digt wer­den, wenn ihr das Sam­meln vom Ar­beit­ge­ber ver­bo­ten wur­de, sie da­für schon mehr­mals ab­ge­mahnt wor­den ist und auch be­reits ei­ne Kün­di­gung des­we­gen er­hal­ten hat­te (die spä­ter in ei­nem ge­richt­li­chen Ver­gleich wie­der zu­rück­ge­nom­men wur­de). Sie hat da­mit „mas­siv und nach­hal­tig“ge­gen ar­beits­ver­trag­li­che Haupt- oder Ne­ben­pflich­ten ver­sto­ßen. (BAG, 2 AZR 235/18)

Bau­stel­le Auch wenn ein Ar­beit­neh­mer (hier: ein Elek­tro­mon­teur) von sei­nem Ar­beit­ge­ber wie­der­holt be­fris­tet auf ein und der­sel­ben Bau­stel­le ein­ge­setzt wird, so wird die­se Bau­stel­le auch dann nicht zu sei­ner „ers­ten Tä­tig­keits­stät­te“, wenn der Ein­satz ins­ge­samt un­un­ter­bro­chen län­ger als vier Jah­re dau­ert. Das Fi­nanz­amt muss die vom Ar­beit­neh­mer an­ge­setz­ten Fahr­kos­ten ak­zep­tie­ren. Die Be­hör­de kann nicht mit dem Ar­gu­ment durch­drin­gen, es sei le­dig­lich Ent­fer­nungs­pau­scha­le an­zu­set­zen, weil die Bau­stel­le nach ei­nem Ein­satz von mehr als 48 Mo­na­ten zur „ers­ten Tä­tig­keits­stät­te“ge­wor­den sei. Das Fi­nanz­ge­richt hat ent­schie­den, dass der Elek­tri­ker ei­ne „ers­te Tä­tig­keits­stät­te“auch nicht da­durch hat­te, dass er 48 Mo­na­te dort be­schäf­tigt war. In den je­wei­li­gen be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trä­gen war eben­falls ei­ne ers­te Tä­tig­keits­stät­te nicht ge­nannt. Der Mann dür­fe Fahrt­kos­ten und Ver­pfle­gungs­mehr­auf­wen­dun­gen nach Rei­se­kos­ten­grund­sät­zen steu­er­lich gel­tend ma­chen. Er konn­te nicht da­von aus­ge­hen, dass er (rück­wir­kend be­trach­tet) für ei­nen so lan­gen Zei­t­raum auf der Bau­stel­le ein­ge­setzt wer­de. Des­we­gen ha­be er auch sei­ne Wohn­si­tua­ti­on nicht da­nach aus­rich­ten kön­nen. (FG Müns­ter, 1 K 447/16)

Steu­er­recht Be­zieht ein Ar­beit­neh­mer nach der Schlie­ßung ei­nes Wer­kes sei­nes Ar­beit­ge­bers und dem Wech­sel zu ei­ner Trans­fer­ge­sell­schaft von die­ser Ge­sell­schaft ei­nen Zu­schuss zu sei­nem Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld (das die Agen­tur für Ar­beit zahlt), so ist die­ser Auf­sto­ckungs­be­trag wie Ar­beits­lohn zu ver­steu­ern. Der Ar­beit­neh­mer kann nicht durch­set­zen, dass das Fi­nanz­amt die Auf­sto­ckung als „Ent­schä­di­gung für den Ver­lust sei­nes Ar­beits­plat­zes“er­mä­ßigt zu be­steu­ern hät­te. Der Zu­schuss, so der Bun­des­fi­nanz­hof, stel­le ei­ne Ge­gen­leis­tung für die vom Ar­beit­neh­mer ge­schul­de­ten Pflich­ten dar. (BFH, IX R 44/17)

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