Wie Mu­sik schon Kin­der be­flü­gelt

Ge­ra­de ist Fa­mi­li­en­wo­che in der Ton­hal­le mit be­son­de­ren For­ma­ten für jun­ge Zu­hö­rer. Ca­ro­lin An­sel­mann be­sucht mit Toch­ter An­na-le­na je­des Kin­der­kon­zert, das für die Vier­ein­halb­jäh­ri­ge ge­eig­net ist.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF­ER KULTUR - VON SEMA KOUSCHKERI­AN

Gum­mi­bär­chen gibt es neu­er­dings nach Far­ben sor­tiert. An­na-le­na wür­de sich trotz­dem im­mer für die bun­te Tü­te ent­schei­den. So wie sie Lie­der in ei­nem Fan­ta­sie-eng­lisch singt, weil sie nur die Vo­ka­bel „pan­ca­ke“kennt. Ein-wort-songs sind je­doch nicht nach ih­rem Ge­schmack. Die Vier­ein­halb­jäh­ri­ge ist ein prag­ma­ti­sches Mäd­chen. Des­we­gen trägt ih­re Pup­pe ein Jeans­kleid mit klei­nen Schlei­fen, ob­wohl

Mu­si­ka­li­sche Bil­dung von Kin­dern emp­feh­len Mu­si­ker, Päd­ago­gen und The­ra­peu­ten

sie ein Jun­ge ist. Denn die Jun­gen­sa­chen sind nun mal in der Wä­sche. Ca­ro­lin An­sel­mann ist nicht ent­gan­gen, dass ih­re Toch­ter mit ei­ner ge­schei­ten Ei­gen­wil­lig­keit der Welt ent­ge­gen­blickt, die ihr wohl ge­ge­ben ist. Al­ler­dings be­ob­ach­tet die Mut­ter auch, dass die Ver­an­la­gung ih­res Kin­des durch kul­tu­rel­le Rei­ze be­flü­gelt wird. Seit­dem es An­na-le­na gibt, be­sucht Ca­ro­lin An­sel­mann mit ihr je­des Kin­der­kon­zert in der Ton­hal­le, das al­ters­mä­ßig passt. Wohl auch des­we­gen klatscht An­na-le­na im Takt, kann sich Din­ge rasch mer­ken und plau­dert wort­ge­wandt.

Mu­si­ka­li­sche Bil­dung in sehr jun­gen Jah­ren emp­feh­len Mu­si­ker, Päd­ago­gen und The­ra­peu­ten, weil Mu­sik das Ge­dächt­nis und die Kon­zen­tra­ti­on schult, das viel­schich­ti­ge Hö­ren för­dert und ein kri­tisch-sen­si­bles Ge­spür aus­bil­det. Das al­les weiß Ca­ro­lin An­sel­mann, vor al­lem aber hat sie als Kind selbst er­lebt, wel­che Freu­de Kon­zer­te be­rei­ten kön­nen. „In Würz­burg, wo ich groß ge­wor­den bin, gibt es das Mo­zart­fest. Mei­ne El­tern ha­ben mich im­mer dort­hin mit­ge­nom­men, das hat mir gut ge­fal­len.“Als Kind und Ju­gend­li­che lernt sie Kla­vier, ver­folgt das Spiel je­doch wäh­rend ih­res Stu­di­ums nicht wei­ter. Die El­tern las­sen sie ge­wäh­ren. Ih­re Lie­be zur Mu­sik ist na­tür­lich ge­wach­sen, das emp­fin­det sie als gro­ßes Glück. Sie schät­zen vor al­len Din­gen das ge­mein­sa­me Mu­sikerle­ben mit ih­rer Toch­ter, was die­se nun an An­na-le­na wei­ter­gibt. Zum Bei­spiel am kom­men­den Sonn­tag, wenn Mit­glie­der der Düs­sel­dor­fer Sym­pho­ni­ker und Tän­zer Klang und Be­we­gung auf an­ge­neh­me Wei­se zu­sam­men­füh­ren.

„Plu­ti­no“heißt das For­mat, das sich an Vier- bis Fünf­jäh­ri­ge rich­tet und ei­ner von vie­len Ter­mi­nen ist, wel­che die Ton­hal­le in der ak­tu­el­len Fa­mi­li­en­wo­che an­bie­tet. Vie­le Kon­zer­te sind schon län­ger aus­ver­kauft, denn die Nach­fra­ge ist enorm. Für den Vor­ver­kauf wird ein Stich­tag ge­nannt, den sich Ca­ro­lin An­sel­mann so­gleich im Ka­len­der no­tiert. Punkt zwölf Uhr war sie die­ses Mal wäh­rend der Fe­ri­en im Au­gust on­line und hat­te Er­folg.

Ihr ers­tes ge­mein­sa­mes Kon­zert­ver­gnü­gen hat­ten Mut­ter und Toch­ter, als Ca­ro­lin An­sel­mann mit An­na-le­na schwan­ger war. „Es gab Har­fe und Yo­ga in der Ton­hal­le, das war toll.“Fand auch das Ba­by im

Bauch, das an­de­ren In­stru­men­ten nicht so er­ge­ben lausch­te wie der Har­fe. „Schlag­in­stru­men­te moch­te sie nicht“, sagt Ca­ro­lin An­sel­mann. Heu­te hin­ge­gen trom­melt An­na-le­na, wann im­mer sie Ge­le­gen­heit da­zu hat und pro­biert bei den Groß­el­tern in Würz­burg das Kla­vier aus, auf dem ih­re Mut­ter einst spiel­te. „Wenn An­na-le­na in die Schu­le kommt, wer­den wir uns wohl ein Kla­vier an­schaf­fen, da­mit sie dar­auf üben kann.“

Bis­lang ist das Kind je­doch mit den Kin­der­kon­zer­ten in der Ton­hal­le und dem Lie­der­gar­ten in der Ki­ta aus­ge­las­tet. Fin­det auch die Mut­ter. Und dann ist da auch noch Vol­ker Ro­sin. Als der Na­me des Lie­der­ma­chers fällt, seufzt Ca­ro­lin An­sel­mann lei­se. Wer will schon sein Kind zum Feind ha­ben. Al­so gibt es auch in ih­rem Le­ben den „Go­ril­la mit der Son­nen­bril­le“und „Die Maus auf Welt­rei­se“. Das Kon­zert auf Nor­der­ney im Ju­li hat die Fa­mi­lie al­ler­dings um ei­nen Tag ver­passt.

FOTO: HANS-JÜRGEN BAUER

Be­reits in der Schwan­ger­schaft be­such­te Ca­ro­lin An­sel­mann ein Son­der­pro­gramm in der Ton­hal­le. Toch­ter An­na-le­na hat­te schon da­mals Ge­fal­len an Har­fe und Yo­ga.

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