Neue Be­cher-aus­stel­lung in al­ter Schu­le

Im Kun­st­ar­chiv Kai­sers­werth wer­den Wer­ke des Künst­ler­paa­res Bernd und Hil­la Be­cher ge­zeigt. Die­se ha­ben dort bis zu ih­rem Tod ge­lebt und ge­ar­bei­tet. Jetzt wird für das Ge­bäu­de ein neu­es Nut­zungs­kon­zept er­ar­bei­tet.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - STADTTEILE NORD / OST - VON JU­LIA BRABECK

KAI­SERS­WERTH Für die al­te Schu­le am Stifts­platz in Kai­sers­werth will die Ver­wal­tung ein neu­es Nut­zungs­kon­zept er­stel­len. Fest steht, dass das Gen­re Fo­to­gra­fie und sei­ne Prä­sen­ta­ti­on und Ver­mitt­lung auch in Zu­kunft Schwer­punkt in der al­ten Schu­le sein soll. Da passt es, dass am mor­gi­gen Frei­tag, 27. Sep­tem­ber, dort ei­ne neue Aus­stel­lung mit Wer­ken des Künst­ler­paars Bernd und Hil­la Be­cher er­öff­net wird, das dort ge­lebt und ge­ar­bei­tet hat. Ge­zeigt wer­den un­ter dem The­ma „Co­al Mi­ne Tipp­les – Penn­syl­va­ni­sche Klein­berg­wer­ke“Fo­to­gra­fi­en höl­zer­ner För­der­tür­me. Die Aus­stel­lung wird von Max Be­cher, Sohn des Paa­res, in Ko­ope­ra­ti­on mit der Stadt Düsseldorf und der Pho­to­gra­phi­schen Samm­lung/sk Stif­tung Kul­tur, Köln rea­li­siert und läuft bis zum 16. Fe­bru­ar.

Die Auf­nah­men zei­gen höl­zer­ne För­der­tür­me ( Tipp­les), die von den Be­trei­bern der Klein­berg­wer­ke in Ei­gen­ar­beit er­stellt wur­den. Es sind er­staun­li­che Kon­struk­tio­nen, die an über­gro­ße Skulp­tu­ren und Phan­ta­sie­ge­bil­de er­in­nern. Als die Be­chers in den 1970er Jah­ren in den penn­syl­va­ni­schen Ap­pa­la­chen, USA, auf die­se Bau­wer­ke tra­fen, wa­ren sie vom Er­schei­nungs­bild und den bi­zar­ren Struk­tu­ren die­ser Tipp­les be­geis­tert.

Die An­sich­ten der För­der­tür­me pas­sen in das von den Be­chers ent­wi­ckel­te Kon­zept der Do­ku­men­ta­ti­on in­dus­tri­el­ler Bau­ten wie Hoch­öfen, Was­ser­tür­me und Si­los. Sie ver­folg­ten das Ziel, In­dus­trie­bau­ten zu zei­gen, die ty­pisch für ih­ren Ent­ste­hungs­zeit­raum und viel­fach vom Ab­riss be­droht wa­ren. Bernd und Hil­la Be­cher ha­ben da­mals ei­ne um­fang­rei­che Werk­grup­pe der För­der­tür­me, die heu­te nicht mehr exis­tie­ren, mit et­wa 300 Mo­ti­ven er­ar­bei­tet. In der ak­tu­el­len Aus­stel­lung wer­den da­von groß­for­ma­ti­ge Fo­to­gra­phi­en, aber auch ver­schie­de­ne An­sich­ten ein­zel­ner An­la­gen, und so­mit de­ren Kon­struk­tio­nen aus meh­re­ren Per­spek­ti­ven, ge­zeigt.

Die Aus­stel­lung wird am mor­gi­gen Frei­tag um 18 Uhr durch Kul­tur­de­zer­nent Hans-ge­org Lo­he im Kun­st­ar­chiv Kai­sers­werth er­öff­net. Das Archiv hat bis­lang das Ziel ver­folgt, das Werk der Fo­to­künst­ler Bernd und Hil­la Be­cher, Be­grün­der der be­kann­ten Düs­sel­dor­fer Pho­to­schu­le, so­wie die Samm­lung des Kunst­his­to­ri­kers Vol­ker Kah­men dau­er­haft in Düsseldorf zu ver­an­kern. Nach dem Tod der Be­chers und von Vol­ker Kah­men in den Jah­ren 2007 bis 2017 muss jetzt die Nut­zung des Ge­bäu­des, in dem Max Be­cher, der Sohn des Künst­ler­ehe­paars lebt und ein Ate­lier nutzt, neu ge­re­gelt wer­den.

Der Ge­sprächs­kreis Kai­sers­werth, dem mehr als 30 Or­ga­ni­sa­tio­nen an­ge­hö­ren, könn­te sich dort die Ein­rich­tung ei­nes Kul­tur­hau­ses vor­stel­len, in dem kul­tu­rel­le An­ge­bo­te für al­le Ge­ne­ra­tio­nen ge­macht wer­den. Aus­stel­lun­gen, Kur­se, Gas­tate­liers und ei­ne Klein­kunst­büh­ne ge­hö­ren zu den Ide­en. Die CDU in der Be­zirks­ver­tre­tung 5 hat nun ei­nen An­trag an die Ver­wal­tung ge­rich­tet, mit der Bit­te, beim „Pla­nungs­pro­zess zur Öff­nung und Re­vi­ta­li­sie­rung des Be­cher­hau­ses die Pla­nun­gen zur Aus­stel­lung des Platt­bo­den­schif­fes im In­nen­hof des Hau­ses zu im­ple­men­tie­ren und vor­an­zu­trei­ben“. Das his­to­ri­sche Boot, wel­ches 2009 bei Deich­sa­nie­rungs­ar­bei­ten in Kai­sers­werth ent­deckt wur­de, wird nach sei­ner Kon­ser­vie­rung En­de des Jah­res an die Stadt zu­rück­ge­ge­ben. Noch wur­de aber da­für kein Aus­stel­lungs­ort ge­fun­den. Die CDU könn­te sich vor­stel­len, da­für ei­nen Glas­kas­ten in den In­nen­hof zu stel­len oder das Schiff in der Er­de zu ver­sen­ken und durch ei­ne Glas­plat­te ein­seh­bar zu prä­sen­tie­ren.

FOTO: HANS-JÜRGEN BAUER

Im Kun­st­ar­chiv Kai­sers­werth wer­den Fo­tos von För­der­tür­men ge­zeigt, die das Ehe­paar Bernd und Hil­la Be­cher in den 1970er Jah­ren er­stellt hat. Bernd Be­cher ver­starb 2007 und Hil­la Be­cher 2015.

FOTO: ANDRE­AS ENDERMANN

In der al­ten Kai­sers­wer­t­her Schu­le ha­ben Bernd und Hil­la Be­cher ge­lebt und ge­ar­bei­tet. Heu­te wohnt dort noch Sohn Max.

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