Sü­ße Le­cke­rei­en aus Nord­frank­reich

Die In­ha­ber des „Aux Mer­veil­leux de Fred“an der Ka­ser­nen­stra­ße set­zen in ih­rer Kon­di­to­rei auf Bai­ser-küch­lein, Waf­feln und Tor­ten.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - STADTTEILE MITTE / WEST - VON NI­CO­LE ESCH

CARL­STADT Ver­füh­re­risch se­hen sie aus, die klei­nen Tört­chen, die die Pas­san­ten durch die gro­ße Schau­fens­ter­fas­sa­de an der Ka­ser­nen­stra­ße 15 an­la­chen. Les Mer­veil­leux hei­ßen die Köst­lich­kei­ten, ei­ne Spe­zia­li­tät aus Nord­frank­reich. „Sie be­ste­hen aus zwei Bai­sers, die mit ei­ner leich­ten Cre­me um­hüllt sind und sie sind wie Luft im Mund“, sagt Ni­co­las Des­nou­lez, ei­ner der Ge­schäfts­füh­rer der Pâ­tis­se­rie „Aux Mer­veil­leux de Fred“.

Seit dem 2. Sep­tem­ber hat die Pâ­tis­se­rie in der In­nen­stadt ge­öff­net und ver­kauft Ge­bäck, das ty­pisch für Nord­frank­reich ist. Die Mer­veil­leux, die der Pâ­tis­sier Frédé­ric Vau­camps in den 80ern in Lil­le er­fun­den hat, sind die Spe­zia­li­tät des Ge­schäf­tes. In der kleins­ten Grö­ße kos­ten sie 2 Eu­ro, et­was grö­ßer 4,10 Eu­ro.

„Aus den Mer­veil­leux kön­nen wir auch ei­ne Tor­te ma­chen. Zum Va­len­tins­tag ver­kau­fen wir bei­spiels­wei­se gro­ße Her­zen und zu Weih­nach­ten ei­nen Bûche de No l“, er­zählt Ge­schäfts­füh­re­rin Jus­ti­ne Des­nou­lez. Wei­te­re Spe­zia­li­tä­ten des Hau­ses sind ge­füll­te flä­mi­sche Waf­feln und der Cra­mi­que. „Der ist ein we­nig wie der deut­sche Stu­ten. Es gibt ihn na­tur, mit Zu­cker, Ro­si­nen oder Scho­ko­la­de“, sagt Des­nou­lez. Mor­gens bie­tet das Aux Mer­veil­leux de Fred ein Früh­stücks­me­nü, und zum Mit­tag gibt es Milch­bröt­chen, die bei­spiels­wei­se mit Lachs und Dill oder To­ma­te und Ri­cot­ta be­legt sind.

Schon op­tisch fällt die Pâ­tis­se­rie auf. Von der Fens­ter­front aus kann man den Kon­di­to­ren bei der Zu­be­rei­tung der Mer­veil­leux zu­schau­en. Der Ofen mit den fri­schen Teig­stü­cken und die gro­ßen Kü­chen­ma­schi­nen, in de­nen die Sahne­creme zu­be­rei­tet wird, zeu­gen von Hand­ar­beit. An der De­cke hängt ein rie­si­ger Kron­leuch­ter. Mar­mor­flie­sen er­gän­zen den mon­dä­nen Ein­druck. Die ele­gan­te, aber auch ge­müt­li­che At­mo­sphä­re ist Pro­gramm bei Aux Mer­veil­leux de Fred, das ein Fran­chise-un­ter­neh­men ist. Al­le Fi­lia­len welt­weit sind gleich aus­ge­stat­tet. „Die De­ko­ra­ti­on rich­tet sich nach der Epo­che des Di­rek­to­ri­ums. Das ist die Zeit kurz nach der Fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­on. Da woll­ten sich die Men­schen vom Sans-cu­lot­tes-stil ver­ab­schie­den, mon­dän sein und das Le­ben ge­nie­ßen“, er­zählt der Ge­schäfts­füh­rer. Ein we­nig Ur­laubs­stim­mung kommt in dem ru­hi­gen Hin­ter­hof auf. An den Bis­tro-ti­schen und um­ge­ben von gro­ßen Pflan­zen­kü­beln könn­te man mei­nen, man sei tat­säch­lich in Frank­reich.

Das Ehe­paar Des­nou­lez lebt seit zehn Jah­ren in Düsseldorf, wo Ni­co­las für ein deutsch-fran­zö­si­sches Un­ter­neh­men ar­bei­tet. Al­le drei Kin­der sind hier ge­bo­ren und be­su­chen ei­ne deut­sche Schu­le. „Düsseldorf ist so ei­ne le­ben­di­ge Stadt. Al­les ist in stän­di­ger Ve­rän­de­rung und es ist im­mer was los. Das ist toll“, sagt der Fortu­na-fan. Die Idee, ei­ne Fi­lia­le des Aux Mer­veil­leux de Fred in Düsseldorf zu er­öff­nen, hat­ten die Ge­schäfts­füh­rer vor drei Jah­ren in Lil­le, wo Vau­camps sein ers­tes Ge­schäft er­rich­te­te. „Da stan­den die Men­schen Schlan­ge, um rein­zu­kom­men. Wir ha­ben ge­dacht: Die Düs­sel­dor­fer lie­ben Es­sen und Trin­ken und es gibt ei­ne gro­ße fran­zö­si­sche Ge­mein­schaft. Das müss­te doch pas­sen“, er­zählt der 44-Jäh­ri­ge. Jus­ti­ne ar­bei­te­te für ein Jahr in ei­ner der Fi­lia­len des Un­ter­neh­mens. „Das ist Pflicht, wenn man ein ei­ge­nes Ge­schäft er­öff­nen will“, er­klärt sie. Der Stand­ort in der In­nen­stadt war den Fran­zo­sen wich­tig. Zum ei­nen ist er gut zu er­rei­chen, zum an­de­ren fin­den die bei­den, dass es dort nur we­ni­ge Kon­di­to­rei­en gibt. „Wir wol­len den tra­di­tio­nel­len Be­trie­ben aber kei­ne Kon­kur­renz ma­chen, denn wir ha­ben gro­ßen Re­spekt vor ih­nen. Wir möch­ten nur et­was Neu­es an­bie­ten, was man sonst nir­gends fin­det“, ver­si­chert Ni­co­las Des­nou­lez.

Das Aux Mer­veil­leux de Fred auf der Ka­ser­nen­stra­ße 15 ist mon­tags bis sams­tags von 8.00 bis 19.00 Uhr ge­öff­net.

FOTO:A. ENDERMANN

Fred Vau­caumps, Jus­ti­ne und Ni­co­las Des­nou­lez (v.l.) ha­ben die neue Fi­lia­le des Fran­chise-un­ter­neh­mens Aux Mer­veil­leux de Fred er­öff­net.

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