De­mi Moo­re be­schreibt in ih­rer Bio­gra­fie, wie sie als 15-Jäh­ri­ge ver­ge­wal­tigt wur­de.

Schauspiel­erin De­mi Moo­re er­zählt in ih­rer Bio­gra­fie, wie sie als 15-Jäh­ri­ge ver­ge­wal­tigt wur­de. Auch ge­gen ExMann Ash­ton Kut­cher er­hebt sie Vor­wür­fe. Er soll sie zu Sex zu dritt ge­zwun­gen ha­ben.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - VORDERSEIT­E - VON ALEX­AN­DER TRIESCH

Wenn nur zwei Sät­ze ihr bis­he­ri­ges Le­ben be­schrei­ben müss­ten, wä­ren es die­se: „Sie ist ein Ge­nie“und „Ech­te Männer kau­fen kei­ne Frau­en, sie be­schüt­zen sie“. Der ers­te stammt von Ex-ehe­mann Fred­dy Mo­re, ei­nem Rock­mu­si­ker, der einst die 18-jäh­ri­ge De­me­tria Ge­ne Guy­nes hei­ra­te­te, aus der in den 90er-jah­ren ei­ne der best­be­zahl­ten Schau­spie­le­rin­nen Hol­ly­woods wur­de: De­mi Moo­re. Von ihr stammt der zwei­te Satz. Er war 2011 Teil ei­ner So­ci­al-me­dia Kam­pa­gne von Moo­re und ih­rem da­ma­li­gen Ehe­mann Ash­ton Kut­cher ge­gen Kin­der­han­del. Nun stellt sich her­aus: Moo­re selbst wur­de als 15-Jäh­ri­ge an ei­nen Mann ver­kauft, der sie ver­ge­wal­tigt hat. Ih­re Mut­ter soll da­für Geld ge­nom­men ha­ben.

Von dem Vor­fall hat die 56-Jäh­ri­ge in der ame­ri­ka­ni­schen Tv-show „Good Morning Ame­ri­ca“be­rich­tet, in der sie ih­re kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Me­moi­ren „In­si­de Out“vor­ge­stellt hat. Dem­zu­fol­ge war­te­te ein­nes Abend ein äl­te­rer Mann auf sie, als sie nach Hau­se kam. Den Schlüs­sel hat­te er of­fen­bar von Moo­res Mut­ter er­hal­ten. Der Mann soll sie ge­fragt ha­ben: „Wie fühlt es sich an, von der ei­ge­nen Mut­ter für 500 Dol­lar ver­kauft wor­den zu sein?“Da­nach fiel er über die 15-Jäh­ri­ge her. Moo­re schreibt, es fühl­te sich an wie ein „ver­hee­ren­der Ver­rat“. Dar­auf­hin zog sie von zu Hau­se aus.

Moo­res Buch er­schien am Di­ens­tag. Es sei ei­ne „zu­tiefst ehr­li­che und auf­schluss­rei­che“Au­to­bio­gra­fie, hieß es in ei­ner Mit­tei­lung des Ver­lags Har­per Col­lins. Moo­re wer­de da­rin über ih­re „tur­bu­len­te“Be­zie­hung mit ih­rer Mut­ter, ih­re Ehen und ih­re An­stren­gung, Fa­mi­lie und Kar­rie­re zu ver­bin­den, be­rich­ten.

In dem Buch geht es auch um die Be­zie­hung zu Schau­spiel-kol­le­ge Ash­ton Kut­cher, mit dem Moo­re von 2005 bis 2011 ver­hei­ra­tet war. Nach der Tren­nung sei ihr Le­ben aus den Fu­gen ge­ra­ten, schreibt Moo­re. Sie ha­be wie­der an­ge­fan­gen, zu trin­ken und Dro­gen zu neh­men, zu­dem sei der Kon­takt zu ih­ren drei Töch­tern ab­ge­bro­chen. Moo­re be­rich­tet auch da­von, dass Kut­cher sie wäh­rend der Ehe zu Sex zu dritt ge­drängt ha­be. „Ich woll­te ihm zei­gen, wie groß­ar­tig und un­ter­halt­sam ich sein kann“, schreibt sie. In der Zeit nach dem Ehe-aus wur­de Moo­re in ei­ner Sucht­kli­nik be­han­delt.

Mehr­fach, so schreibt die 56-Jäh­ri­ge, ha­be sie sich ge­fragt, wie ihr Le­ben ei­nen der­ar­ti­gen Ver­lauf neh­men konn­te. Die Ant­wor­ten wür­den wahr­schein­lich in ih­rer Kind­heit lie­gen, die sehr zer­rüt­tet war. Moo­re wuchs in ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen auf, der Va­ter ver­ließ die Fa­mi­lie vor ih­rer Ge­burt. Moo­res Mut­ter fuhr be­trun­ken Au­to und wur­de un­ter an­de­rem we­gen Brand­stif­tung ver­haf­tet. Ihr Stief­va­ter be­ging Sui­zid, als Moo­re ge­ra­de 18 Jah­re alt wur­de. Sie ver­ließ das El­tern­haus, um Schauspiel­erin zu wer­den. Nach Mo­del-jobs und klei­nen Tv-rol­len wur­de sie 1985 durch den Te­enager­film „St. El­mo‘s Fi­re – Die Lei­den­schaft brennt tief“be­kannt. Für den Film „Ghost – Nach­richt von Sam“, in dem sie ne­ben Patrick Sway­ze und Who­o­pi Gold­berg spiel­te, wur­de sie für den Gol­den Glo­be no­mi­niert. 1996 war Moo­re auf dem Hö­he­punkt ih­rer Kar­rie­re, sie er­hielt für ih­re Rol­le der Erin Grant in „Strip­tease“als ers­te Schauspiel­erin Hol­ly­woods ei­ne Ga­ge von mehr als zehn

Mil­lio­nen Dol­lar. Nach ei­nem Come­back mit „3 En­gel für Char­lie“wur­de es ab 2003 ru­hi­ger um Moo­re. In ei­nem In­ter­view be­klag­te sie da­mals, we­gen ih­res ju­gend­li­chen Aus­se­hens kei­ne Rol­len­an­ge­bo­te mehr zu be­kom­men.

In den fol­gen­den Jah­ren mach­te sie durch ih­re Be­zie­hung mit Kut­cher, Schön­heits-ops und Dro­gen­pro­ble­men auf sich auf­merk­sam. Im­mer öf­ter stand sie nur im Schat­ten ih­res Ehe­manns, der un­ter an­de­rem die Haupt­rol­le in der Tv-se­rie „Two and a Half Men“spiel­te. Kut­cher be­trog Moo­re schließ­lich mit Mi­la Ku­nis, mit der er nun ver­hei­ra­tet ist. Für Moo­re war es die drit­te Schei­dung.

FOTO: IMAGO

Schauspiel­erin De­mi Moo­re schaff­te in den Neun­zi­gern den in­ter­na­tio­na­len Durch­bruch. Nun hat die 56-Jäh­ri­ge ih­re Au­to­bio­gra­fie ver­öf­fent­licht.

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