Das wol­len die Düs­sel­dor­fer für den Hein­rich-hei­ne-platz

Bei ei­nem Work­shop konn­ten In­ter­es­sier­te am Don­ners­tag­abend ih­re Ide­en für den Platz am Carsch­haus ein­brin­gen. Prä­sen­tiert wur­de auch ei­ne mög­li­che neue Ver­kehrs­füh­rung.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF - VON NI­CO­LE LAN­GE

Die Neu­ge­stal­tung des Hein­rich-hei­ne-plat­zes könn­te mit ei­ner kom­plett neu­en Ver­kehrs­füh­rung ein­her­ge­hen. Bei ei­nem öf­fent­li­chen Work­shop im Hum­boldt-gym­na­si­um skiz­zier­te die In­ge­nieur­ge­sell­schaft Lind­schul­te am Don­ners­tag­abend ei­ne mög­li­che Va­ri­an­te, bei der der Schwenk der Hein­rich-hei­ne-al­lee nach rechts zur Ka­ser­nen­stra­ße ent­fie­le. Der Ver­kehr wür­de an die­ser Stel­le wei­ter ge­ra­de­aus auf die Brei­te Stra­ße ge­führt, der Hei­ne-platz wä­re in Rich­tung Stadt­brück­chen nicht mehr durch Au­to­ver­kehr be­grenzt.

Da­mit wür­de ei­ne Idee aus der Ani­ma­ti­on von Ar­chi­tekt Da­vid Chip­per­field auf­ge­grif­fen, die er im Auf­trag des Carsch­haus-ei­gen­tü­mers Si­gna ent­wor­fen hat­te. „Wir fan­den die Idee gut und woll­ten des­halb die­se Skiz­ze ha­ben“, sag­te Pla­nungs­de­zer­nen­tin Cor­ne­lia Zusch­ke am Ran­de der Ver­an­stal­tung: „Denn da­mit wür­de viel Platz frei für die wei­te­re Gestal­tung. Und der Stra­ßen­raum wür­de das auch her­ge­ben.“

Vie­le Zu­hö­rer wa­ren zum Work­shop ge­kom­men, und der Vor­schlag ge­fiel nicht we­ni­gen. „Ich bin ein Fan die­ser Ver­kehrs­füh­rung“, sag­te et­wa Cdu-pla­nungs­ex­per­te Alex­an­der Fils. Er schlug obend­rein vor, die Theo­dor-kör­ner-stra­ße nur noch ein­spu­rig in Rich­tung Kö be­fah­ren zu las­sen und so mehr Platz für Fuß­gän­ger zu schaf­fen. Das wä­re auch im Sinn von Rechts­an­walt Rai­ner Maschmei­er, der das dort ge­le­ge­ne Ho­tel Brei­den­ba­cher Hof ver­tritt: „Ak­tu­ell wen­den vie­le Au­tos in un­se­rer Vor­fahrt – das führt zu ge­fähr­li­chen Si­tua­tio­nen.“

Maschmei­ner brach­te die Mög­lich­keit ins Ge­spräch, den Mu­sik­pa­vil­lon vom Hei­ne-platz in die Nä­he des Stan­des­amts an der In­sel­stra­ße zu ver­set­zen. Er kön­ne auf ei­nem run­den Platz als ei­ne Art Hoch­zeit­spa­vil­lon fun­gie­ren. Auch vie­le an­de­re fin­den die Zu­kunft des Pa­vil­lons wich­tig – al­ler­dings se­hen ihn nicht al­le zwangs­läu­fig an sei­nem bis­he­ri­gen Stand­ort: „Der muss in den Hof­gar­ten“, sag­te et­wa Gott­fried Bö­ßen, Ver­tre­ter ei­nes Haus­ei­gen­tü­mers an der Hein­rich-hei­ne-al­lee: „Dort könn­te er end­lich öf­ter be­spielt wer­den.“

Vie­le Düs­sel­dor­fer wün­schen sich, dass der Platz am Ein­gang der Alt­stadt mit sei­ner Neu­ge­stal­tung an Auf­ent­halts­qua­li­tät ge­winnt. „Zum Bei­spiel wä­ren mehr Sitz­ge­le­gen­hei­ten schön“, sagt Jo­el Schmitz, der in der Stadt­mit­te lebt und öf­ter am Hei­ne-platz vor­bei­kommt. „Ich per­sön­lich wür­de den Pa­vil­lon am Liebs­ten dort be­hal­ten. Und mir wür­de au­ßer­dem ein Brun­nen ge­fal­len.“Fred Hey­mann, der in der Alt­stadt lebt, plä­diert da­für, den Fahr­rad­ver­kehr künf­tig kei­nes­falls über den Platz lau­fen zu las­sen. Au­ßer­dem will er, dass die jet­zi­gen Bäu­me mög­lichst er­hal­ten blei­ben.

Die De­bat­te über den Platz hat­te an Fahrt ge­won­nen, als ein Chip­per­field-ent­wurf erst­mals öf­fent­lich ge­zeigt wur­de – auf dem der Mu­sik­pa­vil­lon nicht mehr zu se

hen war. Na­gel­neue Ani­ma­tio­nen des Star-ar­chi­tek­ten, die eben­falls im Auf­trag des Carsch­haus-ei­gen­tü­mers Si­gna ent­stan­den sind, zei­gen den Platz jetzt aber auch mit dem Pa­vil­lon; al­ler­dings steht er an ei­ner an­de­ren Stel­le und macht so den Weg frei für ei­ne brei­te Trep­pe ins Tief­ge­schoss des Kauf­hau­ses. Die­se soll auch als öf­fent­li­cher Raum ge­nutzt wer­den. Ver­tre­ter von Si­gna wa­ren beim Work­shop vor Ort und woll­ten et­was über die Wün­sche der Düs­sel­dor­fer er­fah­ren.

ANI­MA­TIO­NEN (2): CHIP­PER­FIELD ARCHITECTS

Die neue Ani­ma­ti­on des Hein­rich-hei­ne-plat­zes zeigt den Platz frei vom Au­to­ver­kehr in Rich­tung Ka­ser­nen­stra­ße – und mit ei­nem nä­her an die Stra­ße ge­rück­ten Pa­vil­lon.

Die brei­te Trep­pe, die ins Carsch­haus-un­ter­ge­schoss füh­ren soll, soll auch selbst Auf­ent­halts­qua­li­tät ha­ben.

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