Kom­mu­ni­ka­ti­on statt Kon­fron­ta­ti­on

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF - jo­[email protected] rhei­ni­sche-post.de

Gibt es ei­nen An­spruch dar­auf, an ei­ner be­stimm­ten Stel­le im Stadt­ge­biet kam­pie­ren zu dür­fen? Die Ant­wort lau­tet: Nein. Ei­ne Kom­mu­ne muss In­ter­es­sen ab­wä­gen. Stinkt es zum Him­mel, be­dro­hen La­ger­feu­er ein Brü­cken­bau­werk oder ist die Lärm­be­läs­ti­gung am En­de doch so groß, dass Nach­barn Ohr­stöp­sel brau­chen, um ein­schla­fen zu kön­nen, darf man Woh­nungs­lo­sen ei­nen kla­ren Platz­ver­weis er­tei­len. Dass Fif­ty­fif­ty die Wa­cker­stei­ne nutzt, um der Stadt den Stem­pel „kein Herz für Ob­dach­lo­se“öf­fent­lich­keits­wir­sam auf­zu­drü­cken, ist zu­min­dest grenz­wer­tig.

Klar, darf man auf das schwe­re Schick­sal der Be­trof­fe­nen auf­merk­sam ma­chen und für sie kämp­fen. Auch ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter des Ord­nungs­diens­tes darf man kri­ti­sie­ren, wenn die­se über­grif­fig wer­den. Was man aber las­sen soll­te, ist ei­ne un­nö­ti­ge Kon­fron­ta­ti­ons­stra­te­gie. Im­mer­hin gibt es für je­den, der auf „Plat­te“ist, ei­nen Platz im War­men. Und Part­ner und Hun­de dür­fen auch mit – zu­min­dest in der am Don­ners­tag vor­ge­stell­ten Un­ter­kunft in He­erdt. Beim Kon­flikt­ma­nage­ment hat Fif­ty­fif­ty al­so Nach­hol­be­darf. Und für die Stadt gilt: Das Al­ter­na­tiv-an­ge­bot für die rund 25 Be­trof­fe­nen von der Rh­ein­knie­brü­cke hät­te pro­fes­sio­nel­ler kom­mu­ni­ziert wer­den kön­nen.

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