Plea hat ei­ne Dop­pel­rol­le bei Bo­rus­sia

Mön­chen­glad­bachs Stür­mer, der be­son­ders gern aus­wärts trifft, soll für To­re und Spiel­kul­tur sor­gen.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - SPORT - VON KARS­TEN KELLERMANN

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Für Mar­co Ro­se, den neu­en Trai­ner von Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach, be­ginnt ei­ne neue Pha­se in der Ar­beit mit sei­nem Team. „Wir ha­ben uns jetzt rich­tig ken­nen­ge­lernt. Jetzt kön­nen wir an­fan­gen, auch mal die un­an­ge­neh­men Din­ge zu be­spre­chen, oh­ne dass sich je­mand an­ge­grif­fen fühlt“, sag­te der 43-Jäh­ri­ge im Talk von Post­bank und Rhei­ni­scher Post. Er wird jetzt noch kon­se­quen­ter dar­an ar­bei­ten, sei­nen An­satz um­zu­set­zen. „Das Ver­trau­en ist da, aber es fehlt noch eins: die Über­zeu­gung in das, was wir auf den Platz brin­gen wol­len“, sag­te er.

Was vor al­lem fehlt: die spie­le­ri­sche Leich­tig­keit. Dies­be­züg­lich gab es zu­letzt gu­te Nach­rich­ten von Lars St­indl. Der Ka­pi­tän ist nach sei­nem Schien­bein­bruch zu­rück im Te­am­trai­ning. Am Sams­tag, wenn Glad­bach bei der TSG 1899 Hof­fen­heim an­tritt, wird St­indl, der be­kannt ist für sein Pass­spiel, sein Ge­spür für die ge­hei­men Räu­me des Fuß­balls und die ed­le In­nen­sei­te, na­tür­lich noch feh­len. Doch das Come­back rückt nä­her.

St­indl steht, wie Raf­fa­el, der ak­tu­ell nur Teil­zeit­ar­bei­ter ist in Glad­bach, für ge­ho­be­ne Spiel­kul­tur. In der ver­gan­ge­nen Sai­son sah man St­indl meist in der Rol­le des zen­tra­len Stür­mers und kom­bi­nie­rend mit Th­or­gan Ha­zard und Alas­sa­ne Plea. Da Ha­zard nun für Bo­rus­sia Dort­mund spielt und St­indl eben ver­letzt ist, ist Plea, der Fran­zo­se, das Re­likt der al­ten Zeit des Glad­bach-of­fen­siv­spiels, in der neu­en Va­ri­an­te: Da spielt mehr Kör­per­lich­keit ei­ne Rol­le, auch An­lau­fen und Pres­sing, Din­ge, die zu­vor zart be­trie­ben wur­den in Glad­bach.

Plea be­kam schon ein Lob von Ro­se, er ha­be den neu­en An­satz gut über­setzt. Die Her­ren, die mit ihm vorn spie­len, sind ganz an­de­re als in sei­ner ers­ten Bun­des­li­ga-sai­son. Mar­cus Thur­am und Bre­el Em­bo­lo sind wuch­ti­ge Ker­le, und in ih­rem Dunst­kreis wirkt auch Plea ir­gend­wie viel wuch­ti­ger als vor­her. In der ver­gan­ge­nen Sai­son wur­de er als spie­len­der Mit­tel­stür­mer ge­fei­ert, weil er ne­ben dem kon­se­quen­ten Ab­schluss auch das Kom­bi­na­ti­ons­spiel be­herrscht. Ne­ben den „Bre­chern“Em­bo­lo und Thur­am ist Plea der fi­li­gra­ne Aspekt im Bo­rus­sen-an­griff. Ef­fek­tiv sind sie al­le: je­der schoss zwei To­re, Thur­am zu­dem eins im Po­kal. Doch mit vier Punk­ten ist Plea Bo­rus­si­as bes­ter Scorer, wie in der ver­gan­ge­nen Sai­son. Und noch et­was ist ge­blie­ben: Plea ist eher ein Aus­wärts­tor-ma­cher. Von sei­nen 17 Glad­ba­cher To­ren hat er 13 in frem­den Sta­di­en er­zielt. In die­ser Spiel­zeit hat er nur in der Frem­de ge­trof­fen, erst in Mainz, dann in Köln. Da­heim gab es den Pfos­ten­schuss ge­gen Schal­ke und zu­letzt zwei Phan­tom-spie­le, ge­gen Wolfs­berg in der Eu­ro­pa Le­ague (0:4) und ge­gen Fortu­na Düs­sel­dorf (2:1) fiel er nicht auf.

Den­noch dürf­te Hof­fen­heims Trai­ner Al­f­red Schreu­der die Sei­nen ge­warnt ha­ben vor Plea. Dass die­ser si­cher­lich gern wie­der­ho­len (oder über­bie­ten) wür­de, was er ver­gan­ge­ne Sai­son schaff­te, näm­lich in den ers­ten vier Li­ga-aus­wärts­spie­len zu tref­fen, darf an­ge­nom­men wer­den. In den ers­ten bei­den Par­ti­en hat es schon ge­klappt, nun soll die Fort­set­zung fol­gen im Kraich­gau. Dort hat Plea ei­ne Dop­pel­rol­le: Er soll er selbst sein beim Ab­schluss, an­sons­ten aber auch ein biss­chen wie Lars St­indl. Der Spiel­kul­tur we­gen. Das ist et­was, bei dem den Bo­rus­sen noch die Über­zeu­gung fehlt.

FO­TO: DPA

Alas­sa­ne Plea soll in Bo­rus­si­as vor­ders­ter Front das Spiel an­kur­beln.

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