Sai­son­ab­schluss auf der Ga­lopp­renn­bahn

Am Sonn­tag ist der Gro­ße Preis der Lan­des­haupt­stadt der letz­te Hö­he­punkt. Klei­ne Ren­nen sind so hoch do­tiert wie das Haupt­er­eig­nis.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF­ER SPORT - VON DA­NI­EL DE­LI­US

Wenn Hen­ri-alex Pan­tall, Trai­ner von rund 150 Renn­pfer­den in Beau­préau an der Loi­re, ei­nen Trans­por­ter mit ei­nem sei­ner vier­bei­ni­gen Schütz­lin­ge auf den wei­ten Weg nach Deutsch­land schickt, dann nie oh­ne Grund. 17 Star­ter hat­te er in der Sai­son 2019 auf hie­si­gen Bah­nen, neun ha­ben ge­won­nen, ei­ne er­staun­li­che Quo­te. „Man muss sich die Ren­nen aber im Vor­feld genau an­schau­en“, sagt er.

Im Kl­ar­text: Ei­ne ge­naue Vor­be­rei­tung ist wich­tig, „oh­ne ei­ne re­el­le Sieg­chan­ce tre­ten wir den Weg nie an, es wä­re zu auf­wen­dig“, er­klärt Pan­tall. Die Stu­te, die am Sonn­tag

„Oh­ne ei­ne re­el­le Sieg­chan­ce tre­ten wir den Weg nie an“Hen­ri-alex Pan­tall Trai­ner

in Gra­fen­berg im 99. Gro­ßen Preis der Lan­des­haupt­stadt an­tritt, kennt Deutsch­land ganz genau. Sie hat im Mai in Han­no­ver ge­won­nen, war im Ju­ni in Dres­den Drit­te und im Ju­li in der Mei­len-tro­phy in Düs­sel­dorf Fünf­te, „der Ritt war viel­leicht nicht ganz op­ti­mal“, mein­te der Trai­ner. Dies­mal wur­de Spit­zen­kraft Vin­cent Che­mi­n­aud, 25, en­ga­giert.

Fa­vo­ri­tin wird Bro­de­rie im acht­köp­fi­gen Feld aber ver­mut­lich nicht wer­den, die­se Rol­le dürf­te Ni­ca aus­fül­len, ei­ne wei­te­re Stu­te, trai­niert von Andreas Bol­te in Len­ge­rich im Teck­len­bur­ger Land. Den Re­gen der letz­ten Ta­ge hat der Ve­te­ri­när­me­di­zi­ner durch­aus mit Wohl­wol­len ge­se­hen, „wei­cher Bo­den ist gut für sie“, sagt er. Im Ju­li war Ni­ca in Düs­sel­dorf schon ein­mal vor Bro­de­rie, lief da­nach auch in Ba­den-ba­den stark. Re­ne Pie­chu­lek wird sich in den Sat­tel schwin­gen. Mit Bel­la Ra­gaz­za kommt auch ein Gast aus Eng­land an den Ablauf, sie muss aber schon et­was mehr als bei den letz­ten Auf­trit­ten. De­ren Trai­ner Hu­ghie Mor­ri­son hat je­doch im zwei­ten Haupt­er­eig­nis des Ta­ges, dem Win­ter­kö­ni­gin-tri­al für zwei­jäh­ri­ge Stu­ten ein deut­lich in­ter­es­san­te­res Pferd am Start: Rom­sey kommt mit star­ken Vor­leis­tun­gen von der In­sel, Jo­ckey Ge­rald Mos­sé hat in die­sem Jahr schon er­folg­rei­che Gast­spie­le in der Lan­des­haupt­stadt ge­ge

ben. In je­dem Fall ist es ein ech­ter Prüf­stein für die fünf deut­schen Teil­neh­me­rin­nen. An­drasch Star­ke, noch am­tie­ren­der Cham­pi­on-jo­ckey, rei­tet Lips Ea­gle, die eher Au­ßen­sei­ter ist. Für den Rei­ter ist es auf ab­seh­ba­re Zeit der letz­te Auf­tritt in Deutsch­land, An­fang der Wo­che geht es zu ei­nem Ar­beits­auf­ent­halt nach Ja­pan. Des Gel­des we­gen, denn dort sind selbst klei­ne Ren­nen so hoch do­tiert wie das Haupt­er­eig­nis am Sonn­tag in Gra­fen­berg, mit 55.000 Eu­ro. Und da Renn­rei­ter am Ge­winn pro­zen­tu­al par­ti­zi­pie­ren, loh­nen sich der­ar­ti­ge Rei­sen fi­nan­zi­ell. Dau­er­haft al­ler­dings kön­nen nicht-ja­pa­ni­sche Jo­ckeys dort nur ein Aus­nah­me­fäl­len ar­bei­ten – des­halb ist Star­ke zur neu­en Sai­son auch wie­der zu­rück.

FO­TO: HORSTMÜLLE­R

Auf der Ziel­ge­ra­den beim Gro­ßen Preis der Lan­des­haupt­stadt 2016: Der spätere Sie­ger Adrie de Vries auf Well Spo­ken (re.) vor Fi­lip Mi­na­rik auf De Char­lie.

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