Schal­ker „Lak­tat-jun­kies“kna­cken Leip­zig

Mit ei­ner Top-tak­tik und star­kem Wil­len stürzt Schal­ke den Ta­bel­len­füh­rer. Trai­ner Da­vid Wa­gner ist be­ein­druckt. Sta­tis­tik zur Par­tie Leip­zig ge­gen Schal­ke

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - SPORT - VON TOM BACHMANN UND FRANK KASTNER

LEIP­ZIG (dpa) Die Schal­ker Fans fei­er­ten ih­re Ma­lo­cher in der Kur­ve noch lan­ge nach dem Ab­pfiff, und Trai­ner Da­vid Wa­gner schwärm­te vom un­er­müd­li­chen Kampf­geist. „Ich war be­geis­tert von dem Spi­rit der Jungs. De­nen kam in den letz­ten fünf Mi­nu­ten das Lak­tat aus den Au­gen. Das sind Lak­tat-jun­kies“, sag­te der Trai­ner von Schal­ke 04 nach dem völ­lig ver­dien­ten 3:1 beim ge­stürz­ten Ta­bel­len­füh­rer RB Leip­zig.

Im ers­ten Du­ell mit Rb-coach Ju­li­an­na­gels­mann hat­te Wa­gner sei­ne Pro­fis tak­tisch und men­tal per­fekt ein­ge­stellt. Schal­ke ver­hin­der­te mit Wil­len und Glück in den ers­ten 20 Mi­nu­ten drei Leip­zi­ger Groß­chan­cen und schlug dann durch den Kopf­ball von Sa­lif Sa­né (29.) so­wie den Foul­elf­me­ter von Ami­ne Ha­rit (43.) selbst eis­kalt zu. Nach der Vor­ent­schei­dung durch Rab­bi Ma­ton­do (59.) ge­lang RB mit dem Tor von Emil Fors­berg (83.) nur Er­geb­nis-kos­me­tik.

„Men­ta­li­tät schlägt manch­mal auch Qua­li­tät. Und die ha­ben wir heu­te auf den Platz ge­bracht. Ich freue mich ge­ne­rell über die­se Leis­tung, weil wir ein gei­les Spiel ge­macht ha­ben“, sag­te Schal­ke-tor­wart Alex­an­der Nü­bel. Der 22-Jäh­ri­ge hat­te die Kö­nigs­blau­en mit zwei sen­sa­tio­nel­len Re­fle­xen ge­gen Fors­berg und Mar­cel Sa­bit­zer in der 15. Mi­nu­te im Spiel ge­hal­ten. Dass er sich den Schuss von Fors­berg kurz vor Schluss selbst ins Tor box­te – ge­schenkt.

Denn Schal­ke hat­te die zu­vor un­ge­schla­ge­nen Leip­zi­ger pha­sen­wei­se über­rum­pelt, fast jeg­li­ches Kom­bi­na­ti­ons­spiel der Gast­ge­ber un­ter­bun­den. Ein Sieg in Leip­zig – das war zu­letzt aus­ge­rech­net Ri­va­le Bo­rus­sia Dort­mund im Ja­nu­ar ge­lun­gen. Mit 124,45 Ki­lo­me­ter lie­fen die Schal­ker zwar mehr als Leip­zig, wa­ren sta­tis­tisch ge­se­hen aber an­sons­ten im Nach­teil. Schal­ke spiel­te mehr Fehl­päs­se, ge­wann we­ni­ger Zwei­kämp­fe und hat­te nur 35 Pro­zent Ball­be­sitz.

Doch am En­de zähl­te eben das, was am En­de auf der An­zei­ge­ta­fel flim­mer­te. „Wir ha­ben ei­nen groß­ar­ti­gen Job heu­te ge­macht. Wir ha­ben beim Spit­zen­rei­ter ge­spielt und 3:1 ge­won­nen, da sind wir schon auch ein gro­ßes Team“, be­fand­ha­rit. Der zum Leis­tungs­trä­ger ge­reif­te Ma­rok­ka­ner war mit sei­nem Tor und der To­re 0:1 Sa­ne (29.), 0:2 Ha­rit, 0:3 Ma­ton­do (58.), 1:3 Fors­berg (83.)

Tor­schüs­se 17:13 Ecken 8:4 Ball­be­sitz 61:39 % Zwei­kämp­fe 98:95

Vor­la­ge zum 3:0 ein­mal mehr der wich­tigs­te Spie­ler der Knap­pen.

Bei der sport­li­chen Ei­n­ord­nung wur­de aber selbst Wa­gner ver­hal­ten. Schal­ke ist nun punkt­gleich mit Leip­zig, liegt mit 13 Zäh­lern nur ei­nen hin­ter Ta­bel­len­füh­rer Bay­ern. „Al­le, die nach sechs Spiel­ta­gen und ei­nem Aus­wärts­sieg in Leip­zig in Eu­pho­rie ver­fal­len: Bit­te gebt de­nen Ta­blet­ten“, sag­te Wa­gner: „Es gibt ein­fach kei­nen Grund für Eu­pho­rie.“

Das se­hen Fans und Um­feld des chro­nisch auf­ge­reg­ten FC Schal­ke 04 selbst­re­dend an­ders. Denn zum ei­nen stand der Club so gut wie jetzt zu­letzt in der Vi­ze­meis­ter-sai­son 2017/18 da. Zum an­de­ren strahlt die Mann­schaft ei­ne un­glaub­li­che Sou­ve­rä­ni­tät so­wie Sta­bi­li­tät aus, was al­lein Wa­gners­ver­dienst ist. „Al­le kön­nen Fuß­ball spie­len, aber die ganz Gro­ßen oder die, die am Wo­chen­en­de ge­win­nen, zei­gen, dass sie im Kopf et­was frei­er sind. Aber manch­mal kommt ein gu­ter Plan da­zu. Jetzt neh­men wir das al­les so mit“, sag­te Nü­bel.

FO­TO: IMA­GO IMAGES

Schal­kes Ami­ne Ha­rit (Mit­te) ju­belt mit sei­nen Team­kol­le­gen, nach dem er das 2:0 ge­ge­gen RB Leip­zig ge­schos­sen hat. Der Ma­rok­ka­ner traf nach Vi­deo­be­weis per Elf­me­ter.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.