Prin­ce mach­te Mu­sik für Ver­sace-schau

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - KULTUR -

Funk Seit die Er­ben von Prin­ce die Ar­chi­ve des 2016 ge­stor­be­nen Pop­stars plün­dern, er­schei­nen Al­ben gleich­sam im Vier­tel­jah­res­t­akt, nun gleich drei auf ein­mal. Das in­ter­es­san­tes­te dar­un­ter ist ein Werk, das bis­lang als ul­tra-rar galt, weil es näm­lich nie re­gu­lär er­schie­nen ist, son­dern 1995 le­dig­lich auf Mu­sik­kas­set­te an die Be­su­cher der Mo­den­schau von Gi­an­ni Ver­sace bei der Pa­ri­ser Fa­shion Week ver­teilt wur­de.

„The Ver­sace Ex­pe­ri­ence“kommt jetzt erst­mals auf CD, und was man hört, ist im bes­ten Sin­ne über­kan­di­del­ter, aus­ge­las­se­ner, stel­len­wei­se wil­der Funk mit viel­sa­gen­den Ti­teln wie „Ka­ma­su­tra Ou­ver­tu­re #5“. Ei­ni­ge Stü­cke sind Vor­stu­di­en oder Re­mi­xe von Lie­dern, die auf dem fol­gen­den Al­bum „The Gold Ex­pe­ri­ence“zu fin­den sind. Die Paa­rung Ver­sace/ Prin­ce ist to­tal lo­gisch, und das Co­ver do­ku­men­tiert das sehr schön: Da ist das Sym­bol, das Prin­ce sich 1993 aus Pro­test ge­gen sei­ne Plat­ten­fir­ma War­ner als neu­en Na­men ver­passt hat, auf dem gold­schwar­zen Ver­sace-tra­de­mark zu se­hen. Eben­falls neu auf­ge­legt wur­de „Cha­os & Or­der“, das 1996 als letz­tes War­ner-al­bum mit neu­er Mu­sik er­schien. „Din­ner With Delo­res“ist dar­auf zu fin­den, und das ist sehr schön. Als Al­bum in­ter­es­san­ter ist in­des die drit­te Ver­öf­fent­li­chung: „Eman­ci­pa­ti­on“hat ei­ne Spiel­zeit von drei St­un­den, ver­teilt auf drei CDS. Es er­schien im Ori­gi­nal vier Mo­na­te nach „Cha­os & Or­der“und ge­hört zu den Hö­he­punk­ten im durch­wach­se­nen 90er-jah­re-schaf­fen von Prin­ce. Der we­nig aus­kunfts­freu­di­ge Star trägt hier sein Herz auf der Zun­ge. Er singt über sei­ne Ehe mit May­te Gar­cia und über das früh ge­stor­be­ne ge­mein­sa­me Kind. Er co­vert „One Of Us“von Jo­an Os­bourne. Und zu „My Com­pu­ter“lie­fert laut Be­gleit­heft Ka­te Bush den Back­ground-ge­sang. Lei­der kann man ih­re Stim­me nicht iden­ti­fi­zie­ren. Macht nichts, span­nen­de Plat­te trotz­dem. Phil­ipp Hol­stein

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