Ka­len­der­blatt

30. Sep­tem­ber 1938 Das Münch­ner Ab­kom­men wird un­ter­zeich­net

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - UNTERHALTU­NG - TEXT: JENI/FO­TO: BUNDESARCH­IV

Es sei die letz­te ter­ri­to­ria­le For­de­rung, die Deutsch­land in Eu­ro­pa stel­len wür­de: Das hat­te Adolf Hit­ler wie­der und wie­der ver­spro­chen. Das ge­for­der­te Su­de­ten­land ge­hör­te zur Tsche­cho­slo­wa­kei, es leb­ten dort aber rund drei Mil­lio­nen Su­de­ten­deut­sche. Hit­ler ver­folg­te ei­ne Po­li­tik der gleich­zei­ti­gen Dro­hung und Be­schwich­ti­gung. Da­bei war er wohl schon zu die­sem Zeit­punkt be­reit, den oh­ne­hin ge­plan­ten Krieg zu be­gin­nen. Ein letz­tes Mal gin­gen die west­li­chen Mäch­te in ih­rer Ap­peas­e­ment-po­li­tik so weit, dass sie Hit­ler nach­ga­ben. Zu­vor hat­te man be­reits die deut­sche Wie­der­auf­rüs­tung, den Ein­marsch ins ent­mi­li­ta­ri­sier­te Rhein­land und zu­letzt so­gar den An­schluss Ös­ter­reichs hin­ge­nom­men. Am 30. Sep­tem­ber 1938 un­ter­zeich­ne­ten Groß­bri­tan­ni­ens Pre­mier Ar­thur Ne­vil­le Cham­ber­lain, der fran­zö­si­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Édouard Da­la­dier, Adolf Hit­ler und der ita­lie­ni­sche Dik­ta­tor Be­ni­to Mus­so­li­ni (Fo­to, v.l.) das so­ge­nann­te „Münch­ner Ab­kom­men“, von vie­len auch als „Münch­ner Dik­tat“be­zeich­net. Die Tsche­cho­slo­wa­kei wur­de ge­zwun­gen, das Su­de­ten­ge­biet ab­zu­tre­ten. Cham­ber­lain hoff­te, den Frie­den in Eu­ro­pa ge­si­chert zu ha­ben. Hit­ler be­dau­er­te wohl eher, dass es noch nicht zum Krieg ge­kom­men war. Schon we­ni­ge Mo­na­te spä­ter brach er das Ab­kom­men. Im März 1939 mar­schier­te die Wehr­macht in den Teil des Lan­des ein, den die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten als

„Rest-tsche­chei“be­zeich­ne­ten. Wei­te­re sechs Mo­na­te spä­ter be­gann der

Zwei­te Welt­krieg.

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