Sohn soll Tes­ta­ment ge­fälscht ha­ben

Ge­gen ei­nen 54 Jah­re al­ten Mann und sei­nen Kom­pli­zen wird we­gen Ur­kun­den­fäl­schung ver­han­delt.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF -

(wuk) Der Sohn und der Le­bens­ge­fähr­te ei­ner 2014 ver­stor­be­nen Frau sol­len ein Kom­plott ge­gen den Al­lein­er­ben der Se­nio­rin ge­schmie­det ha­ben, um an de­ren Geld zu kom­men. Hier­zu wur­den ein Tes­ta­ment und so­gar ei­ne An­zei­ge we­gen Mor­des ge­fälscht. Über den Fall wird jetzt beim Amts­ge­richt ver­han­delt.

Ein Bank­kon­to mit 47.000 Eu­ro und ein Haus im Düs­sel­dor­fer Sü­den woll­ten sich Sohn und Le­bens­ge­fähr­te laut An­kla­ge si­chern. Des­halb soll­te der 54 Jah­re al­te Al­lein­er­be und lang­jäh­ri­ge Pfle­ger der Se­nio­rin aus­ge­schal­tet wer­den.

Sein Pflicht­an­teil al­lein war dem Sohn (59) an­geb­lich zu we­nig. Des­halb soll er sich An­fang 2015 mit dem lang­jäh­ri­gen Part­ner (74) sei­ner Mut­ter zu­sam­men­ge­tan und ge­plant ha­ben, das Er­be durch Tricks doch noch an sich zu brin­gen und es auf­zu­tei­len. Denn hin­ter­las­sen hat­te die Rent­ne­rin ihr Ver­mö­gen ih­rem Pfle­ger. Jah­re­lang hat­te die­ser die al­te Da­me be­treut. In ih­rem Tes­ta­ment vom Au­gust 2012 hat­te sie ihn als Al­lein­er­ben ein­ge­setzt. Doch kaum war die Rent­ne­rin tot, hat ihr Sohn den Al­lein­er­ben we­gen Mor­des an der al­ten Da­me an­ge­zeigt. Als die­ses Ma­nö­ver miss­lang, weil ein Staats­an­walt schnell ab­wink­te, zau­ber­ten der Sohn der Rent­ne­rin und de­ren Ex-part­ner ein neu­es, an­geb­lich jün­ge­res Tes­ta­ment von Hei­lig­abend 2013 her­vor. Dem­nach soll­te doch ihr Sohn al­les er­ben. An­geb­lich ha­be der Pfle­ger noch ver­sucht, je­nes Tes­ta­ment zu­sam­men mit Fo­tos und Ak­ten aus dem Haus­halt der Frau heim­lich in ei­ner Müll­ton­ne zu ent­sor­gen. Doch laut An­kla­ge soll je­nes „neue“Tes­ta­ment ge­fälscht ge­we­sen sein – und zwar so gut, dass der Sohn es zu­sam­men mit dem Ex-part­ner sei­ner Mut­ter ge­schafft ha­be, da­mit zu­nächst ei­nen Al­leinerb­schein für das Ver­mö­gen der Se­nio­rin zu er­schlei­chen.

Bei ei­nem ers­ten Pro­zess­ver­such An­fang 2018 hat­ten bei­de Hin­ter­blie­be­nen das hef­tig be­strit­ten, ih­re An­wäl­te for­der­ten da­mals Hand­schrif­ten­ver­glei­che und die Bei­zie­hung wei­te­rer Ge­richts­ak­ten. Der Pro­zess platz­te. Doch am 8. Ok­to­ber will das Amts­ge­richt das Ver­fah­ren er­neut auf­rol­len.

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