Die hei­len­de Wir­kung des Hu­la-tan­zes

Der ha­waii­ani­sche Tanz för­dert Ko­or­di­na­ti­ons­fä­hig­keit, Kon­zen­tra­ti­on und Kör­per­wahr­neh­mung. Ma­ri­an­ne Krü­ger un­ter­rich­tet den „Tanz rei­ner Le­bens­freu­de“.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - GESUNDHEIT IN DÜSSELDORF - VON NI­CO­LE ESCH

Das Wort Hu­la weckt un­ter­schied­li­che As­so­zia­tio­nen. Ei­ni­ge den­ken an ih­re Kind­heit und um die Tail­le schwin­gen­de Hu­la-ho­op-rei­fen zu­rück. An­de­re ha­ben das Bild im Kopf, wie El­vis vor halb­nack­ten Tän­ze­rin­nen im Bast-röck­chen Gi­tar­re spielt und singt. Mit all dem ha­ben die Hu­la-tanz­kur­se von Ma­ri­an­ne Krü­ger nichts zu tun. Das Bild mit den Blu­men­mäd­chen sei ein ty­pi­sches Kli­schee, er­klärt Krü­ger. „Der ech­te Hu­la ist ein tra­di­tio­nel­ler Tanz der Ha­waii­aner, der seit un­denk­li­chen Zei­ten auf der In­sel ver­wur­zelt ist. In dem Tanz wird mit­tels Ges­tik, Mi­mik und Schritt­kom­bi­na­ti­on der In­halt ei­nes Lie­des und da­mit die Ge­schich­ten Ha­waiis er­zählt. Wer die Spra­che des Kör­pers kennt, weiß, wo­rum es in ei­nem Lied geht, oh­ne den Text ver­ste­hen zu müs­sen.“

Krü­ger hat den Trai­nings­raum der evan­ge­li­schen Fa­mi­li­en­bil­dung auf der Ho­hen­zol­lern­stra­ße 24 lie­be­voll ge­schmückt. Auf dem Bo­den lie­gen bun­te Tü­cher, Blu­men­gir­lan­den, ha­waii­ani­sche Mu­sik­in­stru­men­te und Bil­der der In­sel. Be­vor es rich­tig los­geht, gibt es ein klei­nes Auf­wärm­trai­ning, bei dem schon mal die Ge­len­ke ge­lo­ckert wer­den. Dann führt die 69-Jäh­ri­ge die Tän­zer, die sich gro­ße Tü­cher um die Hüf­ten ge­wi­ckelt ha­ben, in die Ge­schich­te und Be­deu­tung des Hu­las ein. „Das Wort Hu­la be­steht aus zwei Tei­len. Hu be­deu­tet über­flie­ßen­de En­er­gie. La steht für Son­ne oder in­ne­res Feu­er. Die En­er­gie fließt von oben durch den Kör­per in die Er­de. Hu­la ist ein Tanz rei­ner Le­bens­freu­de. Oh­ne ihn geht auf Ha­waii gar nichts.“Und los geht es, Kopf ge­ra­de, Schul­tern run­ter und das Be­cken ein we­nig vor­ge­scho­ben. Erst üben die Teil­neh­mer den „Kaho­lo“, den Grund­schritt, dann kom­men Schritt für Schritt die an­de­ren Be­we­gun­gen hin­zu. Lo­cker schwin­gen die Hüf­ten zur ha­waii­ani­schen Mu­sik hin und her, wäh­rend die Ar­me wei­che Be­we­gun­gen ma­chen.

Was sich recht sim­pel an­hört, hat auf die Ge­sund­heit ei­ne Viel­zahl von po­si­ti­ven Aus­wir­kun­gen. „Der Tanz hat ei­ne hei­len­de Wir­kung“, er­klärt Krü­ger. Die Ko­or­di­na­ti­ons­fä­hig­keit, die Kon­zen­tra­ti­on und die Kör­per­wahr­neh­mung wer­den ge­för­dert. Durch die flie­ßen­den me­di­ta­ti­ven Be­we­gun­gen kann der Tän­zer zur in­ne­ren Ru­he fin­den und die Ba­lan­ce von Kör­per, Geist und See­le wird ge­för­dert. Die auf­rech­te Hal­tung beim Tanz wirkt ei­nem Hohl­kreuz ent­ge­gen und führt zu ei­ner gu­ten Kör­per­hal­tung. Was die Mus­ku­la­tur be­trifft, ist Hu­la ein Ganz­kör­per­trai­ning. „Die Ar­me sind im­mer in Be­we­gung. Das ist rich­tig an­stren­gend, aber gut ge­gen die be­rühm­ten Chi­cken Wings. Und der obe­re Rü­cken pro­fi­tiert auch“, so die „Ku­mo“, so hei­ßen die Hu­la-leh­rer. Die Hän­de ma­chen ei­ne wel­len­ar­ti­ge Be­we­gung, das hält sie be­weg­lich und ist gut bei Ar­thro­se. Durch die Be­we­gun­gen der Hüf­te wer­den Rü­cken- und Bauch­mus­ku­la­tur glei­cher­ma­ßen be­an­sprucht. „Auch der Be­cken­bo­den­be­reich wird ge­stärkt. Das ist für Frau­en be­son­ders wich­tig“, so die Tanz­leh­re­rin. „Beim Tan­zen geht man in die Knie. Das macht die ge­sam­te Bein- und Po-mus­ku­la­tur stark.“– Hu­la ist für al­le Men­schen oh­ne Al­ters­be­gren­zung er­lern­bar, da er in­di­vi­du­ell an­pass­bar ist. Wer Pro­ble­me mit der Hüf­te hat, macht die Be­we­gun­gen klei­ner. „Und je­der beugt die Knie nur so weit, wie es geht. Man­che kön­nen wie die Ha­waii­aner rich­tig tief ge­hen, an­de­re blei­ben wei­ter oben“, er­zählt Krü­ger. „Hu­la kann so­gar im Sit­zen ge­tanzt wer­den. Dann ste­hen Ges­tik und Mi­mik im Vor­der­grund. Das ist für die äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on be­son­ders wich­tig.“

Hu­la ist in Deutsch­land noch ei­ne Ni­sche. Meist sind es Frau­en, die es in die we­ni­gen Kur­se lockt, so wie Sa­bi­ne Hil­de­brandt. „Ich ha­be vor­her schon Bauch­tanz ge­macht. Mir ge­fällt das Ru­hi­ge und Flie­ßen­de. Ich den­ke, wir wer­den heu­te ei­ne Men­ge Spaß ha­ben und uns viel be­we­gen.“

RP-FO­TO: AN­NE ORTHEN

Ma­ri­an­ne Krü­ger (l.) hat den Trai­nings­raum der evan­ge­li­schen Fa­mi­li­en­bil­dung lie­be­voll ge­schmückt. Hier bringt sie ge­ra­de Sa­bi­ne Hil­de­brandt Hu­la bei.

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