Die Wer­ke der Werth­manns sol­len öf­fent­lich wer­den

Ei­ne Stif­tung ent­wi­ckelt das ehe­ma­li­ge Wohn- und Ate­lier­haus des Künst­ler­paa­res nach des­sen Wün­schen. Ein klei­nes Mu­see­um ist an­ge­dacht.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - STADTTEILE NORD / OST - VON JU­LIA BRABECK

KAI­SERS­WERTH Seit Be­ginn der 1960er Jah­re hat das Künst­ler­paar Frie­de­rich Werth­mann und Ma­ren Heyne-werth­mann in Kai­sers­werth ge­wohnt und ge­ar­bei­tet. Da ist der Wunsch der Po­li­tik ver­ständ­lich, dass auch nach dem Tod von Frie­de­rich Werth­mann am 9. Ju­ni 2018 im Stadt­teil an das Wir­ken des Paa­res er­in­nert wer­den soll. Gel­der, um das ehe­ma­li­ge Land­ge­richt Kreuz­berg an der Al­te Land­stra­ße, in dem das Paar ge­lebt und ge­ar­bei­tet hat, für die Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ma­chen, ste­hen bei der Stadt al­ler­dings nicht zur Ver­fü­gung. Das geht aus der Ant­wort der Ve­r­al­tung auf ei­ne An­fra­ge der CDU in der Be­zirks­ver­tre­tung 5 her­vor.

Da ist es gut, dass die bei­den Künst­ler recht­zei­tig selbst Vor­sor­ge ge­trof­fen ha­ben. Das ba­ro­cke Ge­bäu­de und der dar­an an­gren­zen­de Gar­ten mit den Skulp­tu­ren Frie­de­rich Werth­manns ste­hen un­ter Denk­mal­schutz. Um die­ses für Kai­sers­werths be­deu­ten­de Bau­denk­mal zu er­hal­ten und zu si­chern, ha­ben die bei­den Künst­ler 2006 die treu­hän­de­ri­sche Werth­mann-heyne-stif­tung un­ter dem Dach der Deut­schen Stif­tung Denk­mal­schutz ge­grün­det. 2017 brach­ten sie Haus und Gar­ten und ih­ren künst­le­ri­schen Vor­lass in die Stif­tung ein. Ge­mein­sam mit der Wit­we Ma­ren Heyne -Werth­mann wird die Deut­sche Stif­tung Denk­mal­schutz das An­we­sen nach den Ide­en und Wün­schen der bei­den Stif­ter ent­wi­ckeln. An­ge­dacht ist die Ein­rich­tung ei­nes klei­nen Mu­se­ums, aber auch ei­nes Or­tes der Be­geg­nung, an dem Künst­ler ar­bei­ten kön­nen.

In die­sem Som­mer wur­de be­reits der Skulp­tu­ren­gar­ten zu der Ak­ti­on „Of­fe­ne Gar­ten­pfor­te“zum ers­ten Mal der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ge­macht. Zum Tag des of­fe­nen Denk­mals, am 8. Sep­tem­ber, konn­te zu­dem ein Blick ins Haus, ins­be­son­de­re in das Zei­chen­ate­lier Frie­de­rich Werth­manns, ge­wor­fen wer­den. „Auf An­fra­ge an die Deut­sche Stif­tung Denk­mal­schutz kön­nen zu­künf­tig Be­sich­ti­gun­gen or­ga­ni­siert wer­den“, teilt die Ver­wal­tung mit.

Werth­mann wird zu den wich­tigs­ten abs­trak­ten Bild­hau­ern der deut­schen Kunst nach 1945 ge­zählt. Er kam als jun­ger Bild­hau­er zu Be­ginn der 1950er Jah­re von Bar­men nach Kai­sers­werth. 1956 ent­deck­te er das her­un­ter­ge­kom­me­ne ehe­ma­li­ge Al­te Land­ge­richt, das aus dem Jahr 1709 stammt und das er wie­der her­rich­te­te. 1963 hei­ra­tet Werth­mann die Fo­to­gra­fin Ma­ren Heyne, die sich im Haus ei­ne Dun­kel­kam­mer ein­rich­te­te. Sie mach­te sich un­ter an­de­rem ei­nen Na­men durch die Do­ku­men­ta­ti­on von Zeug­nis­sen jü­di­scher Kunst und als Ar­chi­tek­tur-fo­to­gra­fin.

FO­TO: HART­MUT WIT­TE

Der im Ju­ni 2018 ver­stor­be­ne Künst­ler Frie­de­rich Werth­mann mit ei­ner sei­ner Stahl­skulp­tu­ren.

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