Dem Darm­krebs kei­ne Chan­ce ge­ben

Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen sind dank hoch­mo­der­ner Tech­nik sehr ge­nau.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - STADTTEILE MITTE / WEST GESUND LEBEN IN DÜSSELDORF -

Die ers­ten An­zei­chen kom­men spät: Mü­dig­keit und Ge­wichts­ver­lust, Fie­ber und Blut im Stuhl. Weil der Darm­krebs im Früh­sta­di­um aber fast kei­ne Be­schwer­den mit sich bringt, wird er häu­fig erst spät ent­deckt. Je frü­her der Krebs aber er­kannt wird, des­to grö­ßer ist die Chan­ce auf Hei­lung, be­to­nen die Ex­per­ten des „Netz­werks ge­gen den Darm­krebs“. Und des­we­gen wer­ben Me­di­zi­ner für früh­zei­ti­ge Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen.

Bei rund 58.000 Men­schen in Deutsch­land wur­de laut ei­ner Hoch­rech­nung der Fe­lix Bur­da Stif­tung im ver­gan­ge­nen Jahr Darm­krebs neu dia­gnos­ti­ziert – rund 32.000 Män­ner und 26.000 Frau­en wa­ren be­trof­fen. Da­mit ist Darm­krebs der­zeit bei Män­nern die dritt­häu­figs­te Krebs­neu­er­kran­kung und bei Frau­en die zweit­häu­figs­te Tu­mor­neu­er­kran­kung. Et­wa je­de ach­te Krebs­er­kran­kung in Deutsch­land be­trifft den Darm.

Vor al­lem Darm­spie­ge­lun­gen sol­len hel­fen, die­se Zah­len zu re­du­zie­ren. Die­se Un­ter­su­chun­gen fin­den am­bu­lant statt. Der un­an­ge­nehms­te Teil der völ­lig schmerz­lo­sen Un­ter­su­chung steht den Pa­ti­en­ten vor dem Ter­min zur Darm­spie­ge­lung ins Haus: Um den Darm gründ­lich zu rei­ni­gen, müs­sen Pa­ti­en­ten am Vor­abend der Un­ter­su­chung und am Mor­gen ein Ab­führ­mit­tel ein­neh­men. Be­reits ab dem Mit­tag am Vor­trag darf nichts mehr ge­ges­sen wer­den – au­ßer kla­re Sup­pen. Die Ab­führ­lö­sun­gen gibt es in­zwi­schen in ver­schie­de­nen Ge­schmacks­rich­tun­gen.

Die Un­ter­su­chung selbst er­folgt in ei­nem durch Me­di­ka­men­te her­vor­ge­ru­fe­nen Tief­schlaf, so dass der Pa­ti­ent kei­ne Unan­nehm­lich­keit ver­spürt. Hoch­mo­der­ne Tech­nik er­mög­licht den Ärz­ten dann ei­nen im­mer deut­li­che­ren Blick ins In­ne­re: Der ge­sam­te Dick­darm wird mit ei­nem et­wa 1,5 Me­ter lan­gen, fle­xi­blen Schlauch von et­wa ei­nem Zen­ti­me­ter Durch­mes­se un­ter­sucht. Die mit LED aus­ge­stat­te­ten En­do­sko­pe und Ko­lo­sko­pe ma­chen es mög­lich, dass die Vor­bo­ten des Darm­krebs – win­zi­ge Po­ly­pen – früh­zei­tig ent­deckt wer­den kön­nen. Die Po­ly­pen kön­nen sich über die Jah­re zu bös­ar­ti­gen Kar­zi­no­men ent­wi­ckeln. Sie wach­sen bis zu zwei Mil­li­me­tern im Jahr. Wäh­rend der Darm­spie­ge­lung wer­den die Po­ly­pen mit Sch­lin­gen, durch die Hoch­fre­quenz­strom ge­lei­tet wird, aus der Schleim­haut ent­fernt. So kann die Krebs­ent­ste­hung ef­fek­tiv ver­hin­dert wer­den.

Die Kran­ken­kas­sen un­ter­stüt­zen die Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen. Das Ri­si­ko an Darm­krebs zu er­kran­ken, steigt mit dem 55. bis 60. Le­bens­jahr stark an, stel­len Stu­di­en fest. Aus die­sem Grund ist im Rah­men der ge­setz­li­chen Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen ab dem 50. Le­bens­jahr ei­ne jähr­li­che Stuhl­un­ter­su­chung auf ver­bor­ge­nes Blut vor­ge­se­hen – die spä­ter noch al­le zwei Jah­re an­ge­bo­ten wird. Ab dem 50. Le­bens­jahr be­zah­len die Kran­ken­kas­sen für Män­ner ei­ne Darm­spie­ge­lung zur Vor­sor­ge, für Frau­en ab dem 55. Le­bens­jahr. Ist der Be­fund un­auf­fäl­lig, wird die nächs­te Vor­sor­ge­un­ter­su­chung per Ko­lo­sko­pie zehn Jah­re spä­ter wie­der an­ge­bo­ten. Bei fa­mi­liä­rer Be­las­tung ver­schie­ben sich die Zei­ten deut­lich nach vor­ne.

Die we­nigs­ten Men­schen ori­en­tie­ren sich al­ler­dings an die­ser Emp­feh­lung der Ärz­te: Rund 20 Pro­zent der Deut­schen hal­ten sich dar­an. Die Me­di­zi­ner ap­pel­lie­ren drin­gend: Je frü­her der Darm­krebs ent­deckt wird, um­so bes­ser sind die Hei­lungs­chan­cen.

Mü­dig­keit und Ge­wichts­ver­lust, Fie­ber und Blut im Stuhl kön­nen ers­te An­zei­chen für Darm­krebs sein.

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