Aqua­zoo träumt von Er­wei­te­rung

Der Freun­des­kreis des Aqua­zoos hat jetzt kon­kre­te Plä­ne für ei­nen mög­li­chen Er­gän­zungs­bau vor­ge­stellt. Die Kos­ten lie­gen bei 7,5 Mil­lio­nen Eu­ro. Die Stadt hat bis­lang aber kei­ne Be­tei­li­gung da­ran zu­ge­sagt.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - VORDERSEIT­E - VON NI­CO­LE LAN­GE

Der Freun­des­kreis des Aqua­zoos Düsseldorf hat jetzt Plä­ne für ei­nen mög­li­chen Er­gän­zungs­bau vor­ge­stellt. Die Kos­ten: 7,5 Mil­lio­nen Eu­ro.

Der Freun­des­kreis des Aqua­zoos wünscht sich ei­nen Er­gän­zungs­bau für das Haus und hat jetzt ers­te Plä­ne prä­sen­tiert. Nach der Neu­er­öff­nung vor zwei Jah­ren ha­be sich schnell ge­zeigt, „dass das Haus aus al­len Näh­ten platzt“, sag­te der Vor­sit­zen­de des Freun­des­krei­ses, Micha­el Fischer. Das päd­ago­gi­sche An­ge­bot sei kom­plett aus­ge­bucht, aber auch so grund­le­gen­de Din­ge wie Toi­let­ten sei­en nicht in aus­rei­chen­der Zahl vor­han­den. Im­mer­hin strö­men rund 500.000 Be­su­cher im Jahr in Düs­sel­dorfs ge­frag­tes­te Kul­tur­ein­rich­tung, die ne­ben ih­ren Aqua­ri­en und Be­cken mit dem Löb­be­cke Mu­se­um auch ei­ne um­fas­sen­de na­tur­kund­li­che Samm­lung be­sitzt.

An­ge­dacht wä­re ge­mäß ei­nem Ent­wurf der Pro­jekt­schmie­de Gm­bh (Ha­gen Lip­pe-wei­ßen­feld und Ar­chi­tekt Jan Hin­nerk Mey­er) ein Er­wei­te­rungs­ge­bäu­de mit glä­ser­nen Fas­sa­den und rund 1200 Qua­drat­me­tern nutz­ba­rer Flä­che über Kel­ler, Erd- und Ober­ge­schoss. In den Neu­bau wür­den die Se­mi­nar­räu­me (für Un­ter­richts­an­ge­bo­te, Füh­run­gen, Fe­ri­en­ak­tio­nen) so­wie der Ver­wal­tungs­be­reich ver­legt. Auch wä­re dort Platz für zu­min­dest ei­nen Kaf­fee­au­to­ma­ten – bis­lang gibt es im Haus kei­ner­lei gas­tro­no­mi­sche Ver­sor­gung – und ei­nen grö­ße­ren Mu­se­ums­shop. Die frei­wer­den­den Flä­chen im Haupt­haus wür­den dann der Aus­stel­lungs­flä­che zu­ge­schla­gen; in­klu­si­ve zu­sätz­li­cher Sa­ni­tär­an­la­gen. Mey­er schätzt die Ge­samt­kos­ten für Neu­bau und Ar­bei­ten im Alt­bau auf 7,5 Mil­lio­nen Eu­ro.

Wer das be­zah­len wür­de, ist al­ler­dings noch of­fen. Fischer hat die Freun­des­kreis-plä­ne be­reits in den meis­ten Rats­frak­tio­nen und bei Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Gei­sel vor­ge­stellt. Die­ser ha­be sich nach ei­ner Re­du­zie­rung der ur­sprüng­li­chen Plä­ne (die noch ei­ni­ge Mil­lio­nen mehr kos­ten soll­ten) zwar durch­aus an­ge­tan ge­zeigt – ei­ne fi­nan­zi­el­le Be­tei­li­gung der Stadt ist aber bis­lang nicht zu­ge­sagt. Bei ei­ni­gen Rats­po­li­ti­kern ha­be es „pu­re Be­geis­te­rung“ge­ge­ben, er­gänz­te Fischer. Wie letzt­lich die Mei­nungs­bil­dung in den Frak­tio­nen aus­se­he, müs­se man je­doch ab­war­ten.

Der Freun­des­kreis-vor­sit­zen­de wünscht sich von der Stadt vor al­lem ein „po­si­ti­ves Si­gnal“für die Plä­ne. Da­mit kön­ne man dann auch auf Bür­ger und Un­ter­neh­men zu­ge­hen, um sie um fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung für die Er­wei­te­rung zu bit­ten. Kul­tur­ma­na­ger Ha­gen Lip­pe-wei­ßen­feld be­ton­te, auch In­ves­to­ren hät­ten si­cher In­ter­es­se an ei­nem sol­chen Pro­jekt – in die­sem Fall wä­re es denk­bar, dass die Flä­chen an­schlie­ßend vom Zoo an­ge­mie­tet wür­den.

Aqua­zoo-di­rek­tor Jo­chen Rei­ter un­ter­stützt die Plä­ne des Freun­des­krei­ses nach­drück­lich. Na­tür­lich sei ihm be­wusst, dass die Stadt erst vor kur­zem 21 Mil­lio­nen Eu­ro für die Sa­nie­rung des Hau­ses aus­ge­ge­ben ha­be: „Und wir fan­gen jetzt mit Si­cher­heit nicht an, nach gol­de­nen Was­ser­häh­nen zu ru­fen.“Gleich­zei­tig sei aber klar, dass die nun ge­wünsch­te Er­wei­te­rung kei­ne Kür sei, son­dern noch zur nö­ti­gen Pflicht ge­hö­re, um das Haus dau­er­haft at­trak­tiv zu hal­ten.

So kön­ne das Aqua­zoo Löb­be­cke Mu­se­um durch wech­seln­de at­trak­ti­ve Son­der­aus­stel­lun­gen die ho­hen ANIMATION: PRO­JEKT­SCHMIE­DE/ MEY­ER AR­CHI­TEK­TEN Be­su­cher­zah­len auch künf­tig hal­ten: „Wir hat­ten zum Bei­spiel ei­ne Chan­ce auf ei­ne tol­le Aus­stel­lung über Rie­sen­kal­ma­re, aber die hät­te 200 Qua­drat­me­ter Platz ge­braucht.“Auch in der ei­ge­nen na­tur­kund­li­chen Samm­lung des Hau­ses la­gern vie­le Stü­cke, die bis­lang nicht für die Zu­schau­er zu be­sich­ti­gen sind – der Be­reich da­für ist aus Sicht des Hau­ses zu klein. „Und am En­de des Rund­gangs schickt ein Mu­se­um sei­ne Be­su­cher durch ei­nen mög­lichst star­ken Shop“, sag­te Rei­ter. Hier bie­te sich die Chan­ce, Ein­nah­men zu ge­ne­rie­ren und ein gu­tes Sor­ti­ment mit nach­hal­ti­gen Pro­duk­ten auf­zu­bau­en. Bis­lang hat das Mu­se­um nur ein klei­nes Shop-an­ge­bot im Kas­sen­be­reich. Un­se­re Au­to­rin fin­det, der Aqua­zoo ist ein gu­tes In­ves­ti­ti­ons­pro­jekt.

Nni­co­le.lan­[email protected]­ni­sche-post.de atür­lich ist nicht im­mer für al­les Geld da. Und es gibt in Düsseldorf zwei­fels­frei noch an­de­re Kul­tur­bau­ten, in die zeit­nah der ei­ne oder an­de­re Eu­ro ge­steckt wer­den muss. Das Aqua­zoo Löb­be­cke Mu­se­um aber ist Düs­sel­dorfs er­folg­reichs­tes Kul­tur­in­sti­tut, zieht täg­lich mehr als 3000 Be­su­cher an, vor al­lem Fa­mi­li­en mit Kin­dern. Auch in de­ren Bil­dung wür­de mit ei­ner Er­wei­te­rung in­ves­tiert – und gleich­zei­tig die Chan­ce er­höht, dass das Haus dank wech­seln­der Aus­stel­lun­gen auch in ein paar Jah­ren noch be­liebt und gut be­sucht ist. Wo­mög­lich könn­te man so­gar über­le­gen, das Gan­ze so­fort noch ei­ne Num­mer grö­ßer zu pla­nen, an den Au­ßen­be­reich zu den­ken – der Freun­des­kreis gibt sich in die­sem Punkt frei­lich noch zu­rück­hal­tend, kann sich ei­nen nächs­ten Schritt vi­el­leicht in zehn, 15 Jah­ren eben­falls vor­stel­len. Klar ist aber: Der Aqua­zoo ver­dient eben­so gute Pfle­ge wie, sa­gen wir, sei­ne Pin­gui­ne.

Ne­ben dem Aqua­zoo könn­te ein Er­wei­te­rungs­bau mit glä­ser­ner Fas­sa­de ent­ste­hen.

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