Post will jähr­lich die Pa­ket­prei­se er­hö­hen

Der Kon­zern will künf­tig mehr in die Di­gi­ta­li­sie­rung in­ves­tie­ren – und sei­ne Kun­den stär­ker zur Kas­se bit­ten.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - WIRTSCHAFT - VON REINHARD KOWALEWSKY

BONN Was wa­ren das für Zei­ten: 2014 prä­sen­tier­te die Deut­sche Post DHL zu­letzt ei­ne Mehr-jah­res­stra­te­gie. Je­der Vor­stand durf­te vor Jour­na­lis­ten tol­le Plä­ne bis 2020 für sein Res­sort prä­sen­tie­ren, am ehr­gei­zigs­ten gab sich Jür­gen Ger­des, da­mals Chef des Brie­fe- und Pa­ke­te­ge­schäf­tes in Deutsch­land. Er wer­de in ganz Eu­ro­pa neue Pa­ketable­ger auf­bau­en, tön­te er. Vor­stands­chef Frank Ap­pel stimm­te ein: „Wir wer­den ei­nen neu­en Schritt ge­hen“, sag­te er. Und auch die Bör­se war be­geis­tert: Um fast fünf Pro­zent sprang der Kurs in­ma­nage­ment ein­schließ­lich jähr­li­cher Preis­er­hö­hun­gen“.

Zu­gleich star­tet der Kon­zern ei­ne Di­gi­ta­lof­fen­si­ve: Bis 2022 wür­den min­des­tens zwei Mil­li­ar­den Eu­ro in neue Di­gi­tal­pro­jek­te ge­steckt, so Ap­pel. Die Di­gi­ta­li­sie­rung soll bis 2025 mehr als 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro an zu­sätz­li­chem Er­geb­nis pro Jahr brin­gen.

Ei­nes von Ap­pels Lieb­lings­vor­ha­ben ist, dass Kun­den in Deutsch­land künf­tig rund 30 Mi­nu­ten vor An­kunft ei­nes Pa­ket­wa­gens er­fah­ren sol­len, dass ih­re Lie­fe­rung be­reit­steht. „Es ist nicht so wich­tig, ob das Pa­ket di­rekt am Tag nach der Be­stel­lung kommt“, sagt Ap­pel, „aber hö­he­re Be­re­chen­bar­keit hilft“. Zu­dem wür­de die Zahl der Pack­statio­nen an Bahn­hö­fen und an­de­ren Or­ten deut­lich er­höht. Ro­bo­ter sol­len in La­ger- und Ver­teil­zen­tren häu­fi­ger zum Ein­satz kom­men. Droh­nen sol­len La­ger­häu­ser be­wa­chen. In Hoch­häu­sern wird die Rei­hen­fol­ge der Brief­käs­ten al­ler Be­woh­ner ge­scannt, um dem Brief­trä­ger die Post vor­sor­tiert ge­ben zu kön­nen. „Wir kön­nen die Pro­duk­ti­vi­tät dank Di­gi­ta­li­sie­rung deut­lich wei­ter er­hö­hen, die Be­leg­schaft ist über die­se Un­ter­stüt­zung froh“, meint Ap­pel.

Er rech­net da­mit, dass die Zahl der Mit­ar­bei­ter in Deutsch­land und welt­weit wächst. Da­für wer­de die ho­he Nach­fra­ge im On­line­han­del sor­gen. Er be­ob­ach­te zwar, dass Ama­zon das ei­ge­ne Ver­teil­netz aus­baue, aber er sei si­cher, dass der Us-kon­zern auch 2025 noch vie­le Pa­ke­te von der Post aus­lie­fern las­se. Der Ham­bur­ger deu­tet an, mög­li­cher­wei­se län­ger den Kon­zern füh­ren zu wol­len als bis Herbst 2022. „Dar­über wer­den wir re­den, wenn der Auf­sichts­rat dar­über zu fin­den hat. Mei­ne Le­bens­pla­nung ist noch nicht ab­ge­schlos­sen.“

Si­cher ist, dass die Aa­che­ner Fir­ma Streets­coo­ter in we­ni­gen Jah­ren nicht mehr zur Post ge­hö­ren wird. Die Post wer­de den gleich­na­mi­gen Elek­tro­lie­fer­wa­gen zwar wei­ter kau­fen, um um­welt­freund­li­che Fahr­zeu­ge für Fahr­ten in den Städ­ten zu ha­ben, sag­te Me­la­nie Kreis. Aber der Kon­zern su­che ei­nen Part­ner, da­mit es ge­nü­gend Ka­pi­tal für ei­ne wei­te­re Ex­pan­si­on gibt. Im Kl­ar­text: Es ist da­mit zu rech­nen, dass ein an­de­res Un­ter­neh­men Streets­coo­ter über­nimmt.

FO­TO: DPA

Der On­line­han­del lässt die Pa­ket­men­ge auch in den Ver­teil­zen­tren von DHL Ex­press an­schwel­len.

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