Per­for­mer ge­stal­tet Kunst­pro­jekt im Ce­ci

Nach der Dar­bie­tung von Tho­mas Bern­stein be­fas­sen sich die Schü­ler nun mit des­sen Skulp­tu­ren.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - STADTTEILE MITTE / WEST - VON MO­NI­KA GÖTZ

OBER­KAS­SEL Die Span­nung war deut­lich zu spü­ren. Nicht der kleins­te Ton un­ter­brach die Stil­le, als sich im Atrium des Ce­ci­li­en-gym­na­si­ums al­le Bli­cke auf den er­schei­nen­den Künst­ler rich­te­ten. Tho­mas Bern­stein traf spar­sam mit ei­nem über die Ba­de­ho­se ge­schlun­ge­nen Hand­tuch be­klei­det Vor­be­rei­tun­gen und rich­te­te zwei sei­ner Si­li­kon-skulp­tu­ren auf Blick­kon­takt aus. Erst mit dem fol­gen­den Ap­plaus lös­te sich die Span­nung. „Die Schü­ler wer­den mit dem Künst­ler und sei­nem Werk in Dia­log ge­hen“, ver­sprach Schul­lei­te­rin Ri­ta Becker zu­vor im „Ce­ci“-foy­er. Hier wur­den zur Ein­füh­rung in das dies­jäh­ri­ge Pro­jekt von „Kunst macht Schu­le – Schu­le macht Kunst“Leh­rer­schaft, Schü­le­rin­nen und Schü­ler so­wie Gäs­te von der be­ju­bel­ten mu­si­ka­li­schen Dar­bie­tung des Fach­be­reichs Mu­sik (Lei­tung Se­bas­ti­an Schna­bel) be­grüßt.

Das Kunst­pro­jekt selbst hat Tra­di­ti­on, wur­de 2001 vom Ver­kehrs- und Ver­schö­ne­rungs­ver­ein ( VVV) ins Le­ben ge­ru­fen und spricht die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Leis­tungs­kur­se Kunst an. Seit 2013 wird das Pro­jekt von der Ober­kas­se­ler Künst­le­rin Ne­le Wal­dert be­treut. Sie wählt in Ab­stim­mung mit dem Be­treu­ungs­leh­rer ge­eig­ne­te Künst­ler aus: „Ich ha­be wie Tho­mas Bern­stein bei Fritz Sch­weg­ler an der Kunst­aka­de­mie stu­diert“, er­zählt sie. Der in Düsseldorf le­ben­de Bild­hau­er, Zeich­ner und Per­for­mer hat au­ßer­dem bei To­ny Cragg ge­lernt und sich mit sei­nem Schaf­fen ei­nen Na­men ge­macht.

Die vor­nehm­lich aus Si­li­kon in ab­stra­hiert kör­per­be­zo­ge­ne For­men ge­brach­ten Skulp­tu­ren setzt der 62-Jäh­ri­ge in Be­we­gung, bringt so das All­täg­li­che und Ab­sur­de zu­sam­men. „Die Tren­nung von Kunst und Künst­ler wird voll­ends auf­ge­löst, Bern­stein ist ein Grenz­gän­ger und ver­wei­gert Schub­la­den­den­ken“, fasst Be­treu­ungs­leh­rer Micha­el Lucht zu­sam­men. Er weiß, dass das Pu­bli­kum an ei­nem „le­gen­dä­ren Er­leb­nis“Teil hat und er­gänzt: „Kunst darf auch Spaß ma­chen.“Da­von wird er sei­ne Schü­ler bis zum Som­mer 2020 über­zeu­gen.

Nach der Ver­nis­sa­ge wer­den sie sich im Un­ter­richt mit den aus­ge­stell­ten Wer­ken ver­traut ma­chen. „Wir freu­en uns, dass Tho­mas Bern­stein zu uns in die Schu­le kommt und wir ihn im Ate­lier be­su­chen dür­fen“, ist von den Schü­lern zu hö­ren. Ei­ni­ge aus der Q1 ha­ben bei den Per­for­mance-vor­be­rei­tun­gen ge­hol­fen und wer­den vom Künst­ler ge­lobt: „Sie ha­ben sich ent­spre­chend wür­de­voll be­wegt.“Micha­el Lucht wird Tho­mas Bern­stein und sein Werk der Ju­gend nä­her­brin­gen.

Die Aus­stel­lung in den Atri­en ist bis zum 26. Ju­ni 2020 au­ßer­halb der Fe­ri­en mon­tags bis frei­tags von 8 bis 16 Uhr zu se­hen. Ne­le Wal­dert hat die Her­aus­for­de­rung eben­falls an­ge­nom­men, lädt am 13. Ok­to­ber, 15 bis 18 Uhr, in ih­ren Pro­jekt­raum „Neu­es aus dem Wald“an der Vier­sener Stra­ße 38 zum Ge­spräch mit Tho­mas Bern­stein in­klu­si­ve ei­ner Per­for­mance (16 Uhr) ein.

RP-FO­TO: ANDRE­AS ENDERMANN

Sieht ziem­lich ver­rückt aus und soll es wohl auch sein: die Per­for­mance des Künst­lers Tho­mas Bern­stein vor den Ce­ci-schü­lern

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