Nit qua­ke, ma­ke

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - BENRATHER TAGEBLATT - JÖRG JER­ZEM­BECK-KUHL­MANN, PFAR­RER DES EVAN­GE­LI­SCHEN PAUL-GER­HARDT-HAU­SES IN DER HE­ERDT

Es ist schon er­staun­lich: Da muss erst ein 16-jäh­ri­ges Mäd­chen aus Schwe­den kom­men, um Men­schen wach­zu­rüt­teln und auf die Kli­ma­kri­se als wich­tigs­te Her­aus­for­de­rung un­se­rer Zeit auf­merk­sam zu ma­chen. Mich be­ein­druckt Gre­ta Thun­berg: ih­re Bot­schaft ist klar, ihr Han­deln kon­se­quent. Statt ein Flug­zeug als Trans­port­mit­tel zu neh­men, se­gel­te sie nach New York. Das kos­te­te zwar mehr Zeit, ver­ur­sach­te aber we­ni­ger CO2, denn je­des Ki­lo Co2-emis­si­on we­ni­ger zählt mehr. Beim Kli­ma­gip­fel klag­te die Ak­ti­vis­tin die man­geln­de Hand­lungs­be­reit­schaft der Staats- und Re­gie­rungs­chefs an: „Wir ste­hen am An­fang ei­nes Mas­sen­aus­ster­bens und al­les, wor­über Ihr re­den könnt, ist Geld und die Mär­chen von ei­nem für im­mer an­hal­ten­den wirt­schaft­li­chen Wachs­tum.“

Al­len ist ei­gent­lich die Kli­ma­kri­se klar: Durch die Co2-emis­sio­nen ver­schlech­tern sich die Be­din­gun­gen für das Le­ben von Pflan­zen, Tie­ren und Men­schen ra­pi­de. Was wir jetzt tun oder las­sen, hat un­mit­tel­ba­re Fol­gen für Mor­gen und ent­schei­det über ei­ne le­bens­wer­te Zu­kunft, auch für uns, un­se­re Kin­der und Kin­des­kin­der.

Nach ei­ner Be­rech­nung der Um­welt­or­ga­ni­sa­ti­on WWF pro­du­ziert je­der Bun­des­bür­ger im Schnitt et­wa 10,6 Ton­nen CO2 pro Jahr. Der größ­te An­teil da­von ent­fällt auf un­se­ren Kon­sum: Fuhr man frü­her ein­mal im Jahr in den Ur­laub, so ist in­zwi­schen bei vie­len be­liebt, sich zu­sätz­lich ei­nen Kurz­ur­laub oder ei­ne Kreuz­fahrt zu gön­nen. Oder: Mach­te man frü­her We­ge zu Fuß, so nimmt man heu­te ein­fach das Au­to. Oder: Wur­de frü­her ein Laib Brot mit ei­nem Stück Pa­pier ver­packt, so muss es heu­te ei­ne Plas­tik­ver­pa­ckung sein. Oder, oder…

Ich mei­ne: Wir soll­ten nicht ab­war­ten und Tee trin­ken, bis an­de­re et­was für den Um­welt­schutz tun. Wir kön­nen bei uns selbst an­fan­gen. „Um­keh­ren“, „Bu­ße tun“nennt das die Bi­bel, und das heißt für mich: „Stopp! Hal­te in­ne und denk nach! Was ist dein kon­kre­ter Bei­trag für den Kli­ma­schutz? Wor­auf kannst Du ver­zich­ten?“

Gute Bei­spie­le wie: „Rhein Clean Up“gibt es in Düsseldorf vie­le. Und auch der ve­ga­ne Rad­fah­rer ist zwei­fels­frei ein nach­ah­mens­wer­tes Mo­dell. Ich bin mir si­cher, dass Ih­nen noch ei­ni­ges mehr ein­fällt.

RP-FO­TO: ANDRE­AS BRETZ

Pfar­rer Jörg Jer­zem­beck-kuhl­mann

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.