Drei Sym­bo­le der deut­schen Ein­heit

Düs­sel­dorf könn­te bald ei­ne Ein­heits­säu­le be­kom­men. Es gibt aber be­reits Or­te, die für die Wie­der­ver­ei­ni­gung ste­hen.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF - VON HEN­DRIK GAASTERLAN­D

Die Künst­ler Tho­mas Schö­nau­er und Ralph Rich­ter wol­len der Stadt ei­ne 30 Me­ter ho­he Skulp­tur schen­ken, die sich mit der Wie­der­ver­ei­ni­gung be­fasst. Ob sie die Ein­heits­säu­le an­nimmt, ist nicht end­gül­tig ge­klärt, doch auch 29 Jah­re nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung am 3. Ok­to­ber 1990 gibt es be­reits in Düs­sel­dorf Or­te, die für den his­to­ri­schen Tag ste­hen.

Der Se­gel­brun­nen auf dem Platz der Deut­schen Ein­heit war ein Ge­schenk der Lan­des­zen­tral­bank und wur­de am 3. Mai 1988 ein­ge­weiht, al­so be­reits vor dem Mau­er­fall. Der Künst­ler Heinz Mack hat­te gut vier Jah­re an der Kon­zep­ti­on des Plat­zes ge­ar­bei­tet. Im Mit­tel­punkt be­fin­det sich ein 800 Qua­drat­me­ter gro­ßes drei­ecki­ges Was­ser­be­cken, in dem sich ei­ne elf Me­ter ho­he Stahl­skulp­tur er­hebt. Drei hin­ter­ein­an­der ge­staf­fel­te Drei­ecke wach­sen wie Se­gel aus ei­ner Gra­nit­plat­te her­aus, da­zwi­schen pul­sie­ren Was­ser­fon­tä­nen. Da die drei Se­gel aus der Fer­ne ge­se­hen zu ei­nem gro­ßen Drei­eck ver­schmel­zen, galt der Se­gel­brun­nen als Sym­bol für die ehe­ma­li­ge Tei­lung Deutsch­lands und steht nun auch für die Wie­der­ver­ei­ni­gung.

Auch ein Stück der Ber­li­ner Mau­er steht in Düs­sel­dorf und er­in­nert an die Wie­der­ver­ei­ni­gung. Die Re­cy­cling-fir­ma Remex er­hielt nach dem Fall der Mau­er aus dem Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um den Auf­trag, die Ber­li­ner Mau­er in ih­re Ein­zel­tei­le zu zer­le­gen und den Schutt auf­zu­be­rei­ten. Et­wa 70.000 Ele­men­te, je­des cir­ca 2,5 Ton­nen schwer, ka­men nach zwei Jah­ren Ar­beit zu­sam­men. Zwei da­von ste­hen seit 2008 auf dem Fir­men­ge­län­de im Ha­fen. Der Meer­bu­scher Künst­ler Rei­mund Fran­ke ver­ar­bei­te­te die bei­den Ele­men­te zu ei­nem Kunst­werk und nann­te das gan­ze En­sem­ble im Ha­fen „Auf­bruch“. Was auf­fällt: Nur ein Mau­er-ele­ment ist noch kom­plett er­hal­ten, das an­de­re wur­de be­reits von hy­drau­li­schen Beiß­sche­ren an­ge­fres­sen. So spannt der Künst­ler den Bo­gen vom Fall der Ber­li­ner Mau­er zu der Schred­der-ar­beit der Düs­sel­dor­fer Fir­ma. „Die bei­den Ele­men­te sind im­mer noch ein Hin­gu­cker. Wenn Kun­den zum ers­ten Mal zu uns kom­men, blei­ben sie ste­hen uns schau­en sich die Mau­er­tei­le an“, be­rich­tet Remex-pro­ku­rist Bert­hold Heu­ser.

Am 23. Sep­tem­ber 1960 be­such­te Ber­lins da­ma­li­ger Re­gie­ren­der Bür­ger­meis­ter Wil­ly Brandt Düs­sel­dorf, um die Ber­li­ner Al­lee ein­zu­wei­hen und den Ber­li­ner Bär, ge­schaf­fen von der Tier­bild­haue­rin Re­né Sin­te­nis, zu ent­hül­len. Das Denk­mal mit dem Schrift­zug „Ber­lin“im So­ckel steht auf dem Mit­tel­strei­fen der Stra­ße, kurz vor der Kreu­zung mit der Graf-adolf-stra­ße. Zwei­mal wur­de der Ber­li­ner Bär schon vom So­ckel ge­sto­ßen, je­weils bei Ran­gier­ma­nö­vern ei­nes Lkws. Mit der Be­nen­nung Ber­li­ner Al­lee woll­te man in den 1950er Jah­ren der be­son­de­ren Si­tua­ti­on der ge­teil­ten Stadt Ber­lin Rech­nung tra­gen. Den Platz am süd­li­chen En­de der Al­lee be­nann­te man 1958 Ernst-reu­ter-platz. Der Spd-po­li­ti­ker Ernst Reu­ter (1889 bis 1953) war bis 1952 Ober­bür­ger­meis­ter Ber­lins.

RP-FO­TO: GAA

Der elf Me­ter ho­he Se­gel­brun­nen auf dem Platz der Deut­schen Ein­heit gilt als Sym­bol für die Wie­der­ver­ei­ni­gung. Der Künst­ler Heinz Mack kon­zi­pier­te den Platz in den 1980er Jah­ren be­reits vor dem Fall der Mau­er.

RP-FO­TO: GAA

Der Ber­li­ner Bär wur­de im Jahr 1960 auf­ge­stellt.

FO­TO: REMEX

Zwei Ele­men­te der Ber­li­ner Mau­er bei der Fir­ma Remex.

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