Noch drei Auf­trit­te für sie­ben SPD-DU­OS

In ei­ner Wo­che en­det die Be­wer­ber­tour für den Spd-vor­sitz. Ex-nrw-fi­nanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-bor­jans und Saskia Es­ken ge­hö­ren zu den Fa­vo­ri­ten.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - POLITIK - VON JAN DRE­BES

BER­LIN Jetzt geht es auf die Ziel­ge­ra­de: Drei Re­gio­nal­kon­fe­ren­zen lie­gen noch vor den sie­ben ver­blie­be­nen Kan­di­da­ten­du­os für den SPD-VOR­sitz, dann hat der Ma­ra­thon ein En­de. Duisburg, Dres­den und Mün­chen ste­hen auf dem Pro­gramm. Der Struk­tur­wan­del hat tief im Wes­ten für er­heb­li­che Pro­ble­me ge­sorgt, die Stim­mung in der Ost-me­tro­po­le ist ge­prägt von in­ter­na­tio­na­ler Of­fen­heit an der Ex­zel­lenz-uni­ver­si­tät und re­gel­mä­ßi­gen De­mons­tra­tio­nen is­lam­feind­li­cher Grup­pen. Und in Mün­chen, der SPD-HOCH­burg im tief­schwar­zen Bay­ern, wis­sen Rent­ner nicht mehr, wie sie ih­re Woh­nung be­zah­len sol­len.

Die Teams müs­sen dort mög­lichst vie­le Mit­glie­der von sich über­zeu­gen, lie­gen aber teils dicht bei­ein­an­der. Das hat ei­ne par­tei­in­ter­ne Um­fra­ge des In­sti­tuts wahl­kreis­pro­gno­se.de er­ge­ben. 23 Pro­zent der Par­tei­mit­glie­der wür­den dem­nach für den Au­ßen­staats­mi­nis­ter Micha­el Roth und die nord­rhein-west­fä­li­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Christina Kamp­mann stim­men. Da­hin­ter fol­gen der frü­he­re nord­rhein-west­fä­li­sche Fi­nanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-bor­jans und die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Saskia Es­ken mit 21 Pro­zent, wäh­rend sich 20 Pro­zent für Nie­der­sach­sens In­nen­mi­nis­ter Bo­ris Pis­to­ri­us und die säch­si­sche In­te­gra­ti­ons­mi­nis­te­rin Pe­tra Köp­ping ent­schei­den wür­den. Für Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz und die Bran­den­bur­ger Ab­ge­ord­ne­te Kla­ra Gey­witz plä­die­ren dem­nach 19 Pro­zent der Mit­glie­der.

Nor­bert Wal­ter-bor­jans und Saskia Es­ken kön­nen da­bei auf be­son­ders vie­le Un­ter­stüt­zer set­zen. Der Nrw-lan­des­ver­band hat das Team no­mi­niert, 20 Ober­bür­ger­meis­ter aus Nord­rhein-west­fa­len spra­chen sich für die bei­den aus und auch der Ju­so-bun­des­vor­stand vo­tier­te ein­stim­mig für „No­wabo“und Es­ken. Die Schüt­zen­hil­fe durch Ju­so-chef Ke­vin Küh­nert ver­an­lass­te zu Spe­ku­la­tio­nen, ob ihm ein Job ver­spro­chen wur­de. Wal­ter-bor­jans de­men­tiert ganz klar: „We­der Saskia Es­ken noch ich ha­ben mit Ke­vin Küh­nert ei­ne Ab­spra­che für ein Amt ge­trof­fen, soll­ten wir als Spd-vor­sit­zen­de ge­wählt wer­den“, sag­te er un­se­rer Re­dak­ti­on. Es ge­be de­fi­ni­tiv kei­nen Deal mit Ke­vin Küh­nert und auch nicht mit an­de­ren Per­so­nen. „Wir las­sen uns von den Ge­rüch­testreu­ern aber auch nicht auf­nö­ti­gen, dass ein klu­ger Kopf wie er kei­ne wich­ti­ge Rol­le spie­len darf“, so Wal­ter-bor­jans. Da­mit hat Küh­nert al­le Op­tio­nen of­fen, et­wa Ge­ne­ral­se­kre­tär oder Bun­des­ge­schäfts­füh­rer zu wer­den. Wal­ter-bor­jans will lie­ber in­halt­lich über­zeu­gen. An­ge­fan­gen am Sonn­tag in Duisburg. Dort sieht er bei­spiels­wei­se den Bund in ei­ner stär­ke­ren Ver­ant­wor­tung für die Un­ter­stüt­zung bei Un­ter­kunfts­kos­ten für Hartz-iv-be­zie­her. Au­ßer­dem setzt Wal­ter-bor­jans statt Bau­kin­der­geld auf ein Zu­schuss­sys­tem für Fa­mi­li­en, um ih­nen den Traum vom Ei­gen­heim zu er­mög­li­chen. „Ein Haupt­pro­blem beim Im­mo­bi­li­en­er­werb sind die Kauf- oder Bau­neben­kos­ten. Das be­trifft ins­be­son­de­re jun­ge Fa­mi­li­en“, sag­te er. „Soll­ten wir als Spd-vor­sit­zen­de ge­wählt wer­den, wer­den wir auf ei­ne so­zia­le Al­ter­na­ti­ve zum Bau­kin­der­geld drän­gen – et­wa durch ein Zu­schuss-mo­dell für die Ne­ben­kos­ten, die nicht Teil der üb­li­chen Kre­dit­grund­la­ge sind.“So wür­den Men­schen oh­ne viel Ei­gen­ka­pi­tal an bes­se­re Kre­dit­kon­di­tio­nen kom­men.

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