Düs­sel­dorf will in Zu­kunft noch hö­her hin­aus.

Bei der Im­mo­bi­li­en­mes­se Ex­po Re­al in Mün­chen spricht Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Gei­sel über die Hoch­haus­plä­ne der Stadt.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF­ER STADTPOST - VON UWE-JENS RUHNAU

Wenn Düs­sel­dorf sich auf mehr und vor al­lem hö­he­re Hoch­häu­ser ein­lässt, dann wird das kein Über­fall­ma­nö­ver. In die­sen Wo­chen drängt sich eher der wohl­tu­en­de Ge­dan­ke auf, dass vie­le Men­schen die­se Vor­stel­lung um­krei­sen, so wie man um ein be­ein­dru­cken­des Mo­dell her­um­läuft. Da­bei er­schließt sich aus vie­len Per­spek­ti­ven ein Ge­samt­bild, man er­kennt Schat­ten- und Scho­ko­la­den­sei­ten ein­zel­ner Ob­jek­te und ist in der La­ge, ein fun­dier­tes Ur­teil zu fäl­len. Ge­nau­so will der neue Hoch­haus­bei­rat aus ex- und in­ter­nen Ex­per­ten ver­fah­ren. Er wird ge­braucht, denn die Stadt ar­bei­tet an ei­nem neu­en Hoch­haus-rah­men­plan, wäh­rend be­reits meh­re­re In­ves­to­ren ih­re neu­en Pro­jek­te im Rat­haus vor­stel­len. In der kom­men­den Wo­che wird Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Gei­sel bei der Im­mo­bi­li­en­mes­se Ex­po Re­al in Mün­chen das The­ma in den Mit­tel­punkt des gro­ßen Düs­sel­dorf-emp­fangs stel­len.

Die Über­schrift über Gei­sels Vor­trag lau­tet „Be­reit für das nächs­te Le­vel?“. Das spielt auf neue Mög­lich­kei­ten an. Da der Flug­ha­fen sei­ne Qu­er­wind­bahn auf­gibt, wer­den in der Stadt Hoch­häu­ser von 200 Me­tern und mehr mög­lich. Der Vor­sit­zen­de des Pla­nungs­aus­schus­ses, Alex­an­der Fils, hat be­reits er­klärt, dass man sich an das The­ma her­an­wa­gen­wer­de. Das Arag-hoch­haus ist mit 125 Me­tern das bis­lang höchs­te Ge­bäu­de der Stadt. Die Num­mer 1 in Deutsch­land ist 259 Me­ter hoch und steht in Frank­furt. Gei­sel weiß um die At­trak­ti­vi­tät des The­mas. „In die­sem Jahr le­gen wir ei­nen be­son­de­ren Fo­kus auf die Hoch­punk­te der Stadt Düs­sel­dorf“, kün­digt er für die Ex­po an. „Da­mit wer­den wir si­cher­lich die Auf­merk­sam­keit zahl­rei­cher In­ves­to­ren, Ent­wick­ler und Ar­chi­tek­ten ge­win­nen und die At­trak­ti­vi­tät des Wirt­schafts- und Im­mo­bi­li­en­stand­orts Düs­sel­dorf wei­ter stei­gern.“

Doch wie hoch hin­aus soll es ge­hen? Joa­chim Faust vom Ar­chi­tek­tur­bü­ro HPP hat ein­mal 150 bis 170 Me­ter in den Raum ge­wor­fen, und es könn­te gut sein, dass er da­mit gu­tes Ge­fühl be­wie­sen hat. Das zeig­te sich in die­ser Wo­che beim Im­mo­bi­li­en-sa­lon, zu dem die Agen­tur Text­schwes­ter ge­mein­sam mit der städ­ti­schen Wirt­schafts­för­de­rung ein­ge­la­den hat­te. Zu Gast war der Ber­li­ner Ar­chi­tek­tur-kri­ti­ker Jürgen Tietz, der stell­ver­tre­ten­der Spre­cher des Hoch­haus­bei­rats ist. Er mach­te klar, dass der Bei­rat nach sei­ner ers­ten Sit­zung noch in der Fin­dungs­pha­se ist und nicht die Ent­schei­dun­gen dar­über fäl­len wird, was wie hoch in Düs­sel­dorf ge­baut wird. „Aber wir wer­den der Stadt mit auf den Weg ge­ben, was wir den­ken.“

Im Ver­lauf der Dis­kus­si­on schäl­ten sich die Kri­te­ri­en der Beur­tei­lung her­aus. Es ge­he dar­um, die Stadt in ei­ner Ba­lan­ce von Be­wah­ren und Ve­rän­de­rung zu hal­ten. Tietz stell­te her­aus, dass Deutsch­land in der Tra­di­ti­on der eu­ro­päi­schen Stadt ste­he, in der ex­tre­me Hoch­bau­ten nicht üb­lich sei­en. Aus­nah­me: Frank­furt am Main. Bei neu­en Pro­jek­ten ge­he es um Qua­li­tät, den Kon­text des Baus im Quar­tier und die Phy­sio­gno­mie der Stadt ins­ge­samt. Das al­les be­deu­tet un­ter dem Strich: Hö­he­re Ge­bäu­de als heu­te dürf­te es in Düs­sel­dorf ge­ben, aber die Ent­wick­lung dürf­te mit Au­gen­maß vor­an­ge­trie­ben wer­den, am Haupt­bahn­hof vi­el­leicht – der Stand­ort wur­de ge­nannt. Aber um dies zu be­ur­tei­len, muss ein ak­tu­el­les Stadt­mo­dell her. „Das fehlt uns“, sag­te Tietz.

Was ist ein schö­nes, was ein häss­li­ches Hoch­haus? Bei Jürgen Tietz vom Hoch­haus­bei­rat steht das Wood­ward’s Buil­ding in Van­cou­ver (l.) oben auf der Lis­te, der Ste­glit­zer Krei­se – das Haus wird jetzt je­doch neu ge­stal­tet – un­ten.

FO­TOS: WI­KI­PE­DIA

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.