Mü­den, tro­cke­nen Au­gen vor­beu­gen

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - DÜSSELDORF -

Drau­ßen wird es un­ge­müt­lich kalt, da bleibt man lie­ber in woh­lig ge­heiz­ten Räu­men. Das ist ver­ständ­lich, es kann aber da­zu bei­tra­gen, dass man öf­ter das un­an­ge­neh­me Ge­fühl mü­der, tro­cke­ner Au­gen hat. Pro­fes­sor Dr. Gerd Geer­ling, Lei­ter des Res­sorts „Tro­cke­nes Au­ge und Ober­flä­chen­er­kran­kun­gen“im Be­rufs­ver­band der Au­gen­ärz­te Deutsch­lands gibt Rat­schlä­ge, wie man ge­ra­de wäh­rend der Heiz­pe­ri­ode die­se Be­schwer­den ver­mei­den kann.

Der Trä­nen­film be­netzt die Au­gen­ober­flä­che und hat für die Ge­sund­heit der Au­gen ei­ne wich­ti­ge Funk­ti­on. Mit je­dem Li­dschlag wird die­ser Film von neu­em auf der Au­gen­ober­flä­che ver­teilt. So bleibt sie glatt und ge­schmei­dig, klei­ne Fremd­kör­per wer­den ein­fach weg­ge­spült. Keim­tö­ten­de Sub­stan­zen im Trä­nen­film schüt­zen das Au­ge vor In­fek­tio­nen. Und auch Sau­er­stoff und Nähr­stof­fe kom­men über den Trä­nen­film zur Horn­haut, dem durch­sich­ti­gen Teil der Au­gen­ober­flä­che. Doch die­se Auf­ga­ben kann nur ein in­tak­ter Trä­nen­film leis­ten. Mit ein paar ein­fa­chen Maß­nah­men kann man da­für sor­gen, dass die Au­gen an­ge­nehm feucht blei­ben.

Fri­sche Luft tut gut

Die Luft in ge­heiz­ten Räu­men ist in der Re­gel sehr tro­cken, so dass der Trä­nen­film schnel­ler ver­duns­tet. Re­gel­mä­ßi­ges Lüf­ten schafft hier Ab­hil­fe, noch bes­ser sind häu­fi­ge Spa­zier­gän­ge an der fri­schen Luft – mag es drau­ßen auch neb­lig und kalt sein.

Luft­zir­ku­la­ti­on im Au­to dros­seln

Auch im Au­to gilt, dass die Luft mög­lichst nicht zu stark auf­ge­heizt wer­den soll­te, denn je wär­mer die Luft ist, des­to tro­cke­ner ist sie auch. Au­ßer­dem soll­te die Luft­zir­ku­la­ti­on mög­lichst nied­rig ein­ge­stellt sein und der Luft­strom soll­te nicht di­rekt auf die Au­gen ge­rich­tet sein. Viel trin­ken

Eben­so wie die fri­sche Luft trägt auch ei­ne aus­rei­chen­de Flüs­sig­keits­auf­nah­me ganz all­ge­mein zu ei­nem gu­ten All­ge­mein­be­fin­den bei und beugt da­ne­ben auch dem Tro­cke­nen Au­ge vor.

Be­wusst häu­fig blin­zeln Kommt zum Auf­ent­halt in ge­heiz­ten Räu­men auch noch die Ar­beit am Com­pu­ter­bild­schirm da­zu, kann ein wei­te­rer Fak­tor zum Tro­cke­nen Au­ge füh­ren: Be­dingt durch die kon­zen­trier­te Ar­beit sinkt die Li­dschlag­fre­quenz, der Trä­nen­film wird nicht mehr so häu­fig er­neu­ert und kann auf­rei­ßen. Da hilft es, zwi­schen­durch mal ganz be­wusst zu blin­zeln.

Die Lid­kan­ten sanft rei­ni­gen Ein wich­ti­ger Be­stand­teil des Trä­nen­films ist die obe­re, öli­ge Schicht. Sie sorgt da­für, dass die Trä­nen­flüs­sig­keit nicht zu schnell ver­duns­tet. Das fett­hal­ti­ge Se­kret wird in den Mei­bom­drü­sen pro­du­ziert, die an den Lid­kan­ten sit­zen. Ei­ne vor­sich­ti­ge, sanf­te Rei­ni­gung mit war­mem Was­ser und an­schlie­ßen­der Mas­sa­ge der Lid­kan­te, zum Bei­spiel mit ei­nem Wat­te­trä­ger, un­ter­stützt ge­ge­be­nen­falls die Funk­ti­on die­ser Drü­sen.

Bei an­dau­ern­den Be­schwer­den zum Au­gen­arzt

Wer lang­fris­tig un­ter tro­cke­nen Au­gen lei­det, soll­te ei­ne Au­gen­arzt­pra­xis auf­su­chen. Mit ver­schie­de­nen Un­ter­su­chungs­ver­fah­ren kön­nen Au­gen­ärz­te ab­klä­ren, ob ge­nü­gend Trä­nen­flüs­sig­keit ge­bil­det wird, wie lan­ge der Trä­nen­film sta­bil ist und ob über das Tro­cke­ne Au­ge hin­aus even­tu­ell be­hand­lungs­be­dürf­ti­ge Schä­den an der Au­gen­ober­flä­che be­ste­hen.

In den al­ler­meis­ten Fäl­len kön­nen Trä­nen­er­satz­mit­tel die Be­schwer­den rasch lin­dern, die heu­te in gro­ßer Viel­falt zur Ver­fü­gung ste­hen – als Au­gen­trop­fen, als Ge­le oder auch als Sprays.

In ganz schwe­ren Fäl­len mit ei­ner an­hal­ten­den Ent­zün­dung der Au­gen­ober­flä­che kann der Au­gen­arzt ent­zün­dungs­hem­men­de Au­gen­trop­fen ver­ord­nen.

Ein­fa­che Maß­nah­men kön­nen bei tro­cke­nen Au­gen hel­fen.

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