Si­cher al­lein auf Rei­sen: So ge­lingt das Aben­teu­er

Wer al­lein ver­reist, hat vie­le Frei­hei­ten. Ein So­lo-trip kann aber auch ge­fähr­lich sein. Da­mit der Ur­laub oh­ne Be­glei­tung ge­lingt, ist Vor­be­rei­tung wich­tig.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - REISE&WELT - VON MA­RIE REI­CHEN­BACH

Am­liebs­ten ver­rei­sen die Deut­schen zu zweit. Rund 24 Mil­lio­nen Ur­lau­ber wa­ren im ver­gan­ge­nen Jahr mit ei­nem Part­ner un­ter­wegs. Das er­gab die jähr­li­che Rei­se­ana­ly­se der For­schungs­ge­mein­schaft Ur­laub und Rei­sen (FUR). Doch es geht auch oh­ne Be­glei­tung: Fast sie­ben Mil­lio­nen Deut­sche sind 2018 al­lein ver­reist.

Was nach Aben­teu­er klingt, ist für die Rei­se­b­log­ge­rin Ute Kranz seit fast 16 Jah­ren selbst­ver­ständ­lich. Al­lei­ne rei­sen heißt für sie vor al­lem Frei­heit, da „es nu­ru­mei­nen selbst geht“. Doch er­war­ten Al­lein­rei­sen­de auch vie­le Her­aus­for­de­run­gen und Ri­si­ken. Wich­ti­ge Leit­fra­gen für ei­nen er­folg­rei­chen So­lo-ur­laub:

Wie soll die Rei­se ab­lau­fen? „Wer al­lei­ne un­ter­wegs ist, muss für sich selbst sor­gen“, sagt Ute Kranz, die über ih­re Rei­sen auf dem Blog Bra­ve­bird (www.bra­ve­bird.de) schreibt. Sie emp­fiehlt da­her, den Trip – schon vor der Abrei­se – so gut wie mög­lich zu pla­nen. Wer Angst vor Ein­sam­keit hat, dem rät die Rei­se­ex­per­tin so­zia­le Ak­ti­vi­tä­ten in die Pla­nung zu in­te­grie­ren, zum Bei­spiel Grup­pen­aus­flü­ge. „So schafft man sich Si­cher­heits­in­seln.“

Wie sieht die Si­cher­heits­la­ge vor Ort aus? Bei der Aus­wahl des­rei­se­ziels soll­ten So­lo-tou­ris be­son­ders auf die Si­cher­heits­la­ge im Ur­laubs­land ach­ten. Das Aus­wär­ti­ge Amt (AA) bie­tet da­für aus­führ­li­che Rei­se- und Si­cher­heits­hin­wei­se auf sei­ner Home­page an. Soll­te für das Ur­laubs­ziel ei­ne ak­tu­el­le­rei­se­war­nung be­ste­hen, rät das AA, auf die Rei­se ganz zu ver­zich­ten.

Wel­che In­for­ma­ti­ons­mög­lich­kei­ten gibt es noch? Ab­so­lu­te Si­cher­heit kann zwar nie­mand ga­ran­tie­ren. Es gibt aber ver­schie­de­ne Apps und Ser­vices, die ei­ne Rei­se si­che­rer ma­chen kön­nen. Bei­spiels­wei­se die Tra­vel Risk Map (www. tra­vel­riskmap.com/#/plan­ner /map/se­cu­ri­ty) von In­ter­na­tio­nal SOS und der Sa­fe Ci­ties In­dex vom eng­li­schen Wirt­schafts­ma­ga­zin­the Eco­no­mist bie­ten In­for­ma­tio­nen, wo auf der Welt Rei­sen­de be­son­ders si­cher sind.

Wen muss ich über mei­ne Rei­se­plä­ne in­for­mie­ren? Freun­de und Fa­mi­lie soll­ten im­mer wis­sen, wo man sich ge­ra­de auf­hält. Das kann im Ernst­fall wich­tig wer­den. „Es macht Sinn, so de­tail­liert­wie­mög­lich zu in­for­mie­ren“, rät Kranz. Es sei auch rat­sam, den Rei­se­plan im per­sön­li­chen Um­feld zu ver­tei­len. Wer ins Aus­land reist, kann sich zu­dem auf der di­gi­ta­len Kri­sen­vor­sor­ge­lis­te Ele­fand (Elek­tro­ni­sche Er­fas­sung von Deut­schen im Aus­land) des AA re­gis­trie­ren.

Wie be­wah­re ich mei­ne Do­ku­men­te am bes­ten auf? Rei­se­pass, Kran­ken­kas­sen­kar­te, Füh­rer­schein – die­se Do­ku­men­te sind auf Rei­sen wich­tig. Gut ist es des­halb, Ko­pi­en zu ma­chen. Da­bei soll­te man auch al­le di­gi­ta­len Mög­lich­kei­ten nut­zen: Als Ute Kranz zu­mers­ten­mal al­lei­ne ver­reis­te, ha­be es noch gar nicht die Mög­lich­keit ge­ge­ben, Do­ku­men­te in ei­ner Cloud zu spei­chern. Heu­te sei das aber ein „ab­so­lu­tes Muss“, be­tont sie. Ko­pi­en des Pas­ses, die Kran­ken­kas­sen­kar­te oder auch wich­ti­ge Te­le­fon­num­mern und Adres­sen soll­te­ma­non­line ab­spei­chern.

Reicht mei­ne ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung aus? Wer ins Aus­land fährt, soll­te ei­ne Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung im Ge­päck ha­ben. Zwar kann je­der in den Eu-län­dern und Staa­ten, mit de­nen ein So­zi­al­ver­si­che­rungs­ab­kom­men auch sei­ne Kran­ken­kas­sen­kar­te ver­wen­den. Al­ler­dings über­nimmt die Kran­ken­kas­se nicht im­mer al­le Kos­ten an­stands­los, er­klärt die Stif­tung Wa­ren­test. Hier springt ei­ne Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung ein.

Wich­tig: Sie soll­te nicht nur für ei­nen me­di­zi­nisch not­wen­di­gen Rück­trans­trans­port nach Deutsch­land auf­kom­men – son­dern auch für ei­nen me­di­zi­nisch sinn­vol­len und ver­tret­ba­ren. Denn ge­ra­de für Al­lein­rei­sen­de, kann es be­las­tend sein, schwer krank in ei­nem Land mit frem­der Spra­che be­han­delt zu wer­den.

FO­TO: FA­BI­AN STÜRTZ/DPA-TMN

Ute Kranz ist Rei­se­b­log­ge­rin und da­bei oft al­lei­ne un­ter­wegs.

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