RECHT & AR­BEIT

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - BERUF&KARRIERE -

(bü) El­tern­geld Grund­sätz­lich wird das Ge­halt ei­ner jun­gen Mut­ter als Grund­la­ge für die Be­rech­nung des El­tern­gel­des für die Zeit nach der Ge­burt her­an­ge­zo­gen, das sie in den zwölf Ka­len­der­mo­na­ten vor dem Mo­nat der Ent­bin­dung er­zielt hat. Fließt ihr in die­sem Zeit­raum ei­ne Ge­halts­nach­zah­lung aus ei­nem Mo­nat da­vor zu, so ist die­se Sum­me el­tern­geld­er­hö­hend mit­ein­zu­be­zie­hen. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt ist der Auf­fas­sung, dass bei lau­fen­dem Lohn der tat­säch­li­che Ein­gang im Be­mes­sungs­zeit­raum ent­schei­dend sei und nicht, wann das Ge­halt er­ar­bei­tet wor­den ist. (BSG, B 10 EG 1/18 R)

Zu­schlä­ge Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat ent­schie­den, dass ei­ne Frau, die auch an Son­nund Fei­er­ta­gen ar­bei­tet, ne­ben ih­rem An­spruch auf Min­dest­lohn nicht auch Zu­schlä­ge für die Ar­beit an den Sonn- und Fei­er­ta­gen be­zie­hen kann. Die­se Zu­schlä­ge sei­en ge­eig­net, den Min­dest­lohn­an­spruch zu er­fül­len. Es ge­be kei­ne „be­son­de­re ge­setz­li­che Zah­lungs­ver­pflich­tung für Sonn- und Fei­er­tags­ar­beit“. Fest­ge­legt im Ar­beits­zeit­ge­setz wer­de nur ei­ne Min­dest­zahl be­schäf­ti­gungs­frei­er Sonn­ta­ge und Er­satz­ru­he­ta­ge als Aus­gleich für Ar­beit an Sonn- und Fei­er­ta­gen. (BAG, 5 AZR 69/17) Um­zug Wer­den we­gen Um­struk­tu­rie­run­gen in ei­nem Be­trieb er­fah­re­ne Mit­ar­bei­ter vom Ar­beit­ge­ber ge­be­ten, vor­über­ge­hend an ei­nem an­de­ren Stand­ort die Ge­schäf­te „ans Lau­fen“zu brin­gen, so darf er die Kos­ten für ei­nen Mak­ler als Vor­steu­er gel­tend ma­chen. Das gel­te je­den­falls dann, wenn das Un­ter­neh­mens­in­ter­es­se, näm­lich fach­kun­di­ges Per­so­nal um­zu­sie­deln, im Vor­der­grund stand. Ste­hen pri­va­te Grün­de der Be­schäf­tig­ten im Vor­der­grund, so darf der Ar­beit­ge­ber die Kos­ten für ei­nen Um­zug über­neh­men – ist dann aber nicht zum Vor­steu­er­ab­zug be­rech­tigt. (Hes­si­sches FG, 6 K 2033/15)

Ver­si­che­rungs­pflicht Ist ei­ne staat­lich an­er­kann­te Sport­und Gym­nas­tik­leh­re­rin als freie Mit­ar­bei­te­rin für ei­nen Ver­ein tä­tig und ver­dient un­ter­halb der Übungs­lei­ter­pau­scha­le in Hö­he von 2400 Eu­ro pro Jahr, so kann die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund da­von aus­ge­hen, dass sie als „nicht ab­hän­gig Be­schäf­tig­te“nicht so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig ist. Sie muss für die Kran­ken­und Ren­ten­ver­si­che­rung selbst auf­kom­men. Die Ein­nah­men bis zur Hö­he von 2400 Eu­ro im Jahr sind als steu­er­freie Auf­wands­ent­schä­di­gung an­zu­se­hen. ( LSG Ba­den-würt­tem­berg, L 10 BA 1824/18)

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