Span­nen­de Rei­se in die Ur­zeit

In drei Bei­trä­gen be­schäf­tigt sich Ar­te mit dem Le­ben vor Tau­sen­den von Jah­ren.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - MEDIEN -

(ry) Knapp drei St­un­den lang be­schäf­tigt sich der Kul­tur­sen­der­ar­te am­heu­ti­gen­a­bend mit ei­ner Zeit, in der der Mensch noch ganz am An­fang sei­ner Ent­wick­lung stand und noch we­nig mit dem hoch­ent­wi­ckel­ten We­sen von heu­te zu tun hat­te. Der Abend star­tet um 20.15 Uhr mit der Erst­aus­strah­lung „Das En­de der Eis­zeit-gi­gan­ten“. Die Do­ku­men­ta­ti­on stellt die Fra­ge, ob der Mensch am En­de der letz­ten Eis­zeit da­für ver­ant­wort­lich­war, dass welt­weit zahl­rei­che­groß­tie­re star­ben. Hat er sie aus­ge­rot­tet. Wur­den sie Op­fer ei­ner Kli­ma­er­wär­mung? In Eu­ro­pa und Nord­ame­ri­ka sto­ßen For­scher auf neue Fun­de. Sie be­le­gen, dass die­kom­bi­na­ti­on von Mensch un­d­kli­ma vie­le­tie­re an ei­nen Kipp-punkt trieb. Im Yu­kon Ter­ri­to­ry ent­de­cken Pa­lä­on­to­lo­gen, dass hö­he­re Tem­pe­ra­tu­ren den Eis­zeit-gi­gan­ten nicht erst vor 12 000 Jah­ren so rich­tig zu­setz­ten. Denn in der letz­ten Eis­zeit tra­ten sol­che­warm­pha­sen im­mer wie­der auf. Groß­tie­re wie Mam­muts muss­ten sich in Re­fu­gi­en zu­rück­zie­hen, be­wie­sen aber auch, wie an­pas­sungs­fä­hig sie­wa­ren. Der­kli­ma­wan­del al­lein hat sie al­so nicht aus­ge­löscht. Doch in der da­ma­li­gen Zeit brei­te­ten sich Men­schen über die gan­ze Er­de aus. Kno­chen­ana­ly­sen be­le­gen, dass er tat­säch­lich ei­ne Vor­lie­be für Groß­tie­re hat­te. Ihr Fleisch und Fett lie­fer­te den mensch­li­chen Vor­fah­ren le­bens­wich­ti­ges Vit­amin D. Doch de­zi­mier­te der Mensch durch die Jagd gan­ze Tier­po­pu­la­tio­nen? Die Ge­schich­te des eu­ro­päi­schen Höh­len­bä­ren deu­tet dar­auf hin. Er starb schon lan­ge vor dem En­de der letz­ten Eis­zeit aus. In­nord­ame­ri­ka da­ge­gen zeigt sich ein an­de­res Bild. Die Zahl der Rie­sen­faul­tie­re ging zwar durch Be­ja­gung zu­rück, töd­lich für die ge­schwäch­te Po­pu­la­ti­on war aber erst ei­ne neue­warm­zeit. So­gar Sä­bel­zahn­kat­zen, ge­fähr­li­che­r­aub­tie­re, ge­rie­ten durch die Kon­kur­renz des Men­schen in Be­dräng­nis, weil er als­nah­rungs­kon­kur­rent Beu­te­tie­re de­zi­mier­te, die spä­ter aus­star­ben. Der Kli­ma­wan­del der da­ma­li­gen Epo­che traf auf ei­ne ge­schwäch­te Tier­welt. Die­se Groß­tie­re konn­ten sich ein­fach nicht­mehr an­pas­sen. Zu­dem be­leuch­tet ab 21.05 Uhr ein zwei­tei­li­ger Bei­trag di­ver­se „Rät­sel der St­ein­zeit“. Vor rund 12 000 Jah­ren wur­de die Mensch­heit nach ei­ner lan­gen Pha­se als Jä­ger und Samm­ler sess­haft. In je­nem Zeit­al­ter, der St­ein­zeit, ent­stan­den im­po­san­te Groß­bau­ten wie die St­ein­krei­se von Stone­henge, die Tem­pel von­mal­ta oder die Menhi­re von Car­nac. Die Do­ku­men­ta­ti­on be­leuch­tet die kul­tu­rel­len­hin­ter­grün­de der Bau­wer­ke und zeigt auf, mit­wel­chen tech­ni­schen und prak­ti­schen Schwie­rig­kei­ten die­men­sch­li­chen­vor­fah­ren sei­ner­zeit zu kämp­fen hat­ten. Der ers­te­teil,„vom­jä­ger zum­bau­ern“, be­schäf­tigt sich­mit der Fra­ge, wo­her die­men­schen ka­men, die­bau­ten­wie die­t­em­pel von­mal­ta oder die St­ein­rei­hen von­car­nac er­rich­te­ten, und wel­che ge­sell­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für Groß­bau­ten not­wen­dig­wa­ren. Ab 22.00 Uhr führt der zwei­te Teil, „Zeu­gen für die Ewig­keit“, zu au­ßer­ge­wöhn­li­chen Fund­stät­ten un­ter an­de­rem in Schott­land, der Bre­ta­gne, Ös­ter­reich, Mal­ta, der Tür­kei und Jordanien. Beim Be­trach­ten sol­cher stein­zeit­li­chen An­la­gen stellt sich nicht nur die Fra­ge, war­um die­ser Auf­wand be­trie­ben wur­de, son­dern auch: Wie konn­ten die mensch­li­chen Vor­fah­ren mit den da­ma­li­gen tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten Bau­ten wie den Gr­ab­hü­gel von Barne­nez oder den St­ein­kreis von Or­kney über­haupt er­rich­ten? Wie vie­le Per­so­nen­wa­ren not­wen­dig, um­ei­nen 20Ton­nen schwe­ren Deck­stein zu trans­por­tie­ren? Das sind nur ei­ni­ge der Fra­gen, der sich die Do­ku an­nimmt.

FO­TO: ZDF

Über­le­bens­kampf in der Eis­zeit: Ein Jä­ger stellt ein Rie­sen­faul­tier. Aber­wie For­scher her­aus­ge­fun­den ha­ben, war es nicht der­mensch al­lei­ne, der für den Rück­gang die­ser Tier­art ver­ant­wort­lich ist.

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