Die Num­mer eins im Land

Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach ist nach dem 5:1 ge­gen Augs­burg nach acht Jah­ren wie­der Ta­bel­len­füh­rer der Bun­des­li­ga.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - SPORT - VON SEBASTIAN HOCHRAINER

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Die Ge­schich­te von Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bachs Sprung an die Ta­bel­len­spit­ze der Bun­des­li­ga be­gann schon am Abend vor der 5:1-Ga­la ge­gen den FC Augs­burg. Glad­bach-trai­ner Mar­co Ro­se hat­te nach dem 1:1 von Schal­ke 04 ge­gen Köln un­zäh­li­ge SMS von Be­kann­ten ge­schickt be­kom­men mit dem Hin­weis, dass er mit sei­nem Team am nächs­ten Tag die Ta­bel­len­füh­rung über­neh­men kön­ne. Ab die­sem Mo­ment war die­ses The­ma prä­sent bei Glad­bach – und Ro­se woll­te es auch nicht vor sei­nen Spie­lern tot­schwei­gen.

„Ich ha­be die Jungs ge­fragt, ob auch sie sol­che Nach­rich­ten be­kom­men ha­ben“, er­klär­te Ro­se am Sonn­tag. „Mir war es wich­tig, das zu the­ma­ti­sie­ren, denn es war da, nur kei­ner hat dar­über ge­spro­chen. Und das woll­te ich, und wir ha­ben uns ge­sagt, dass wir die­se Mög­lich­keit auch er­grei­fen müs­sen – nicht durch re­den, son­dern auf dem Platz.“

Und das zeig­ten die Glad­ba­cher auch. In der 13. Mi­nu­te stand es schon 3:0 für die Nie­der­rhei­ner durch den Füh­rungs­tref­fer von De­nis Za­ka­ria (2.) und den Dop­pel­pack durch Patrick Herr­mann (8./13.). Bo­rus­sia zeig­te in die­ser Pha­se das, was den An­satz von Ro­se aus­macht. „Sie ha­ben uns mit ih­rer Qua­li­tät am An­fang zer­legt“, re­sü­mier­te Gäs­te-trai­ner Mar­tin Schmidt. „Wir hat­ten gu­te Mo­men­te im Ge­gen­pres­sing, und wir ha­ben mit dem Ball dies­mal sehr oft die rich­ti­gen Lö­sun­gen ge­fun­den. Das war das, was uns in den ver­gan­ge­nen Wo­chen et­was ge­fehlt hat“, sag­te Ro­se.

Doch auch schon in die­ser Zeit stimm­ten die Er­geb­nis­se bei Glad­bach. 16 Punk­te ha­ben sie nun in den ers­ten sie­ben Spie­len ge­holt, und ge­gen Augs­burg tra­ten sie auch erst­mals in ei­ner ge­sam­ten Par­tie auf wie ei­ne Mann­schaft, die ei­ne solch star­ke Bi­lanz hat. „Die­se Aus­beu­te war har­te Ar­beit, wir bli­cken auch ger­ne auf die Ta­bel­le, aber sie soll­te un­se­ren Blick nicht ver­ne­beln“, sag­te Sport­di­rek­tor Max Eberl. „Wir ha­ben vie­le Punk­te ver­dient ge­holt, aber nach der Län­der­spiel­pau­se ha­ben wir rich­ti­ge Tests vor uns, die zei­gen, wie weit wir wirk­lich sind.“

In zwei Wo­chen spielt Glad­bach als Ta­bel­len­füh­rer beim Ti­tel­an­wär­ter Bo­rus­sia Dort­mund, in der Eu­ro­pa Le­ague geht es zwei­mal ge­gen den AS Rom, in der Li­ga sind dann Frank­furt und Le­ver­ku­sen die Geg­ner. Doch erst­mal ist auch Ge­nie­ßen an­ge­sagt. „Ich wer­de in den zwei Wo­chen si­cher mal häu­fi­ger auf die Ta­bel­le schau­en“, sag­te Chris­toph Kra­mer über die Bun­des­li­ga-si­tua­ti­on. Auch To­ny Jantsch­ke be­ton­te: „Als Fan wür­de ich mir heu­te auf je­den Fall ein Bier auf­ma­chen. Oder auch fünf. Für je­des Tor eins.“

Die Freu­de über das Er­geb­nis und die dar­aus re­sul­tie­ren­de Ta­bel­len­füh­rung war den­noch ge­trübt. Alas­sa­ne Plea, Ste­fan Lai­ner und Mat­thi­as Gin­ter wur­den ver­letzt aus­ge­wech­selt. Plea war schon an­ge­schla­gen und hat­te wie­der Schmer­zen, sei­ne bei­den Team­kol­le­gen zo­gen sich neue Bles­su­ren zu. Wie schlimm es um Gin­ter (Schul­ter­ver­let­zung) und Lai­ner (Bän­der­ver­let­zung) steht, wer­den MRT-UN­ter­su­chun­gen zei­gen. „Wir müs­sen schau­en, wie schlimm es ist, aber das tut uns schon rich­tig weh, das schmä­lert die Freu­de“, sag­te Ro­se.

Der Trai­ner ver­sprach je­doch, dass „wir auch das kom­pen­sie­ren wür­den“, so­fern der Fall ein­tritt und sich sei­ne Sor­gen be­wahr­hei­ten, dass es sich um Ver­let­zun­gen han­delt, „die uns ein paar Ta­ge län­ger be­schäf­ti­gen“. Ein paar Ta­ge län­ger dür­fen sich die Glad­ba­cher nun auf je­den Fall da­mit be­schäf­ti­gen, dass sie Ta­bel­len­füh­rer sind. Zum ers­ten Mal seit Au­gust 2011.

FOTO: IMAGO IMAGES

Bo­rus­sia über­ra­gen­der Mann am Sonn­tag, Patrick Herr­mann, fei­ert nach dem 5:1 ge­gen Augs­burg mit den Fans am Zaun.

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