7,30 Me­ter – Mih­am­bo springt zu Wm-gold

Die Eu­ro­pa­meis­te­rin von 2018 im Weit­sprung wird ih­rer Fa­vo­ri­ten­rol­le ge­recht und springt in Doha Welt­jah­res­best­leis­tung.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - SPORT -

DOHA (dpa) Ma­lai­ka Mih­am­bo nahm die Glück­wün­sche der Kon­kur­ren­tin­nen be­reits nach drei Ver­su­chen ent­ge­gen – und strahl­te übers gan­ze Ge­sicht. Mit be­ein­dru­cken­der Leich­tig­keit und Sou­ve­rä­ni­tät ist die 25 Jah­re al­te Weit­sprin­ge­rin von der LG Kurz­pfalz am Sonn­tag­abend in Doha zu Wm-gold ge­flo­gen. Der Druck als Top­fa­vo­ri­tin? Mih­am­bo se­gel­te zum sieb­ten Mal in die­ser Sai­son über die Sie­ben-me­ter-mar­ke hin­aus. Nach ih­ren ganz star­ken 7,30 Me­ter steht jetzt nur noch Hei­ke Drechs­ler in der deut­schen Bes­ten­lis­te vor ihr: Sie hält seit 1988 den na­tio­na­len Re­kord mit 7,48 Me­tern.

Die heu­te 54 Jah­re al­te Thü­rin­ge­rin war 1983 in Hel­sin­ki und 1993 in Stutt­gart die bis­her ein­zi­ge deut­sche Welt­meis­te­rin in der Sand­gru­be, 1992 in Bar­ce­lo­na und 2000 in Syd­ney au­ßer­dem Olym­pia­sie­ge­rin. „Der drit­te Ver­such war ma­gisch“, sag­te Hei­ke Drechs­ler als Fern­seh­zu­schaue­rin. „Ich wer­de jetzt ei­ne Fla­sche Cham­pa­gner auf­ma­chen und auf sie an­sto­ßen.“

Sil­ber ge­wann die Ukrai­ne­rin Ma­ry­na Bech-ro­mant­schuk (6,92) vor der Ni­ge­ria­ne­rin Ese Bru­me mit 6,91 Me­tern. Die vier­ma­li­ge Welt­meis­te­rin Britt­ney Ree­se aus den USA hat­te das Fi­na­le um ei­nen Zen­ti­me­ter ver­passt.

Mit 6,52 Me­ter stieg Mih­am­bo in den Wett­kampf, ver­schenk­te da­bei aber et­wa ei­nen hal­ben Me­ter beim Ab­sprung. Der zwei­te Satz war un­gül­tig – aber dann: Mit der acht­bes­ten Wei­te der Leicht­ath­le­tik-ge­schich­te krön­te sich Mih­am­bo be­reits im drit­ten Durch­gang zur Welt­meis­te­rin. „Da müss­te jetzt schon ein Wun­der pas­sie­ren, dass jetzt noch was schief­geht“, sag­te ihr Trai­ner Ralf We­ber auf der Tri­bü­ne.

Auch vor ih­rem größ­ten Tag ih­rer Leicht­ath­le­tik-kar­rie­re hat Mih­am­bo auf ein be­währ­tes Ri­tu­al zu­rück­ge­grif­fen: „Das täg­li­che Me­di­tie­ren ist ein­fach sehr gut, hilft ei­nem, sich zu fo­kus­sie­ren, aber auch ge­las­sen zu blei­ben.“Seit ih­rer In­di­en-rei­se im ver­gan­ge­nen Jahr – al­lei­ne mit dem Ruck­sack – ver­traut Mih­am­bo dar­auf.

Die Olym­pia-vier­te ließ sich auch nicht ver­rückt ma­chen, als sie mit der Welt­jah­res­best­leis­tung von 7,16 Me­tern bei den deut­schen Meis­ter­schaf­ten im Au­gust in Berlin end­gül­tig zur Gold­kan­di­da­tin auf­stieg. „Druck ge­hört nun ein­mal zum Spit­zen­sport. Ich emp­fin­de das so­gar als an­ge­nehm. Eh­re, wem Eh­re ge­bührt“, hat­te sie vor der WM in Ka­tar er­klärt.

„7,20 Me­ter traue ich ihr zu“, hat­te Hei­ke Drechs­ler pro­phe­zeit, nach­dem Mih­am­bo in der Qua­li­fi­ka­ti­on in Doha auf 6,98 Me­ter kam – ob­wohl sie et­wa 20 Zen­ti­me­ter vor dem Bal­ken ab­sprang. Mih­am­bo glänz­te auch im Fi­na­le mit ih­rer Schnel­lig­keit vor dem Brett. Sie hat­te so­gar die Wm-norm über 100 Me­ter ge­schafft, ver­zich­te­te aber auf ei­nen Start, um sich ganz auf den Weit­sprung zu kon­zen­trie­ren.

Zwei Jah­re nach sei­nem Ti­tel­ge­winn in Lon­don ge­wann der Of­fen­bur­ger Speer­wer­fer Jo­han­nes Vet­ter we­nig spä­ter die Bron­ze­me­dail­le. Dem 26 Jah­re al­ten deut­schen Re­kord­hal­ter reich­ten 85,37 Me­ter zum drit­ten Platz. Neu­er Welt­meis­ter wur­de An­der­son Pe­ters aus Gre­na­da mit 86,89 Me­tern. Der Welt­jah­res­bes­te Mar­kus Kirt ge­wann Sil­ber mit 86,21 Me­ter.

FOTO: DPA

Ma­lai­ka Mih­am­bo ju­belt nach ih­rem Rie­sen­satz auf 7.30 Me­ter.

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