Auf­fors­ten

Pe­ter Wohl­le­ben

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - LESERBRIEF­E -

Zu dem In­ter­view „Al­te Wäl­der sind das Al­ler­wich­tigs­te“(RP vom 25. Sep­tem­ber): Pe­ter Wohl­le­ben mag zwar Ex­per­te sein für das ge­hei­me Ge­fühls­le­ben der Bäu­me. Ei­ni­ge sei­ner Aus­sa­gen in dem In­ter­view soll­ten aber aus der nüch­ter­nen Sicht von Phy­sik und Che­mie nicht un­kom­men­tiert blei­ben. So trägt ein sich selbst über­las­se­ner Wald nicht dau­er­haft zum Ab­bau des Koh­len­stoff­di­oxid (CO2) bei. Denn was zu Leb­zei­ten ei­nes Bau­mes durch Pho­to­syn­the­se an Koh­len­di­oxid um­ge­wan­delt und im Holz ge­bun­den wur­de, wird nach Abst­er­ben des sel­bi­gen in un­se­ren Brei­ten durch Fäul­nis und Ver­rot­tung wie­der frei­ge­setzt. Nur mit der Ent­nah­me des Hol­zes aus dem Wald durch forst­wirt­schaft­li­che Nut­zung wird die­ser Kreis­lauf un­ter­bro­chen. Denn wenn der Baum zu Bret­tern, Bal­ken, Leim­holz, Par­kett, Pa­let­ten, Span­plat­ten oder sonst wie ver­ar­bei­tet wur­de, bleibt der Koh­len­stoff im Holz fi­xiert. Da­mit un­ter­bleibt der Ein­trag des ent­spre­chen­den Äqui­va­l­ents an CO2 in die At­mo­sphä­re. So er­wei­sen sich ge­ra­de die ge­schmäh­ten „Holz­plan­ta­gen“als Co2-sen­ken. Das Ge­bot der St­un­de heißt so­mit mehr und nicht we­ni­ger forst­wirt­schaft­li­che Nut­zung, ver­bun­den mit Auf­fors­tung. Bernd Ul­rich Ra­tin­gen

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