Andre­as Mai­er schreibt ein­fach im­mer wei­ter

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - KULTUR -

Li­te­ra­tur Andre­as Mai­er ist ein Uni­kat. Das wür­den zwar fast al­le Schrift­stel­ler von sich be­haup­ten, aber nicht vie­le kön­nen das so über­zeu­gend auch mit ih­rem Werk be­le­gen. Mai­er schreibt und schreibt, und im­mer über die­sel­be Fa­mi­lie, den­sel­ben Er­zäh­ler und die­sel­be Ge­gend rund um Fried­berg in der Wet­terau. Gran­dio­se schma­le Ro­ma­ne sind dar­aus er­wach­sen wie „Der Kreis“, „Der Ort“oder „Die Stra­ße“– und jetzt „Die Fa­mi­lie“. Si­cher, amü­sant sind al­le Bü­cher und bit­ter zu­gleich. Be­son­ders das jüngs­te Buch, mit dem Mai­er die Selbst­zer­stö­rung ei­ner gut­bür­ger­li­chen Fa­mi­lie er­zählt. Sei­te für Sei­te wird ei­ne fins­te­re Ver­gan­gen­heit und ei­ne Schuld­ver­stri­ckung sicht­ba­rer, die mit al­ler dörf­li­cher Idyl­le und reich­lich Ap­fel­wein nicht mehr aus der Welt zu schaf­fen ist. Am En­de der ge­ra­de 170 Sei­ten steht ein auch mo­ra­li­scher Trüm­mer­hau­fen. Andre­as Mai­er ist ein schel­mi­scher Tho­mas Bern­hard der Li­te­ra­tur – der mit hei­te­rer Un­er­bitt­lich­keit schreibt und schreibt. los

Andre­as Mai­er Die Fa­mi­lie Suhr­kamp Ver­lag, 168 Sei­ten, 20 Eu­ro

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