Brit­ta­ny Mur­phy fin­det die Schön­heit

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - KULTUR -

Rock Das ist ei­ne gu­te Plat­te, sie hat See­le, man hört den Lie­dern an, dass sie her­aus muss­ten, man spürt die Dring­lich­keit in die­sen Lie­dern. „Jai­me“heißt das Al­bum, Brit­ta­ny Mur­phy hat es ver­öf­fent­licht, und ei­ni­ge dürf­ten sie noch von ih­rer Band ken­nen, den Ala­ba­ma Sha­kes. Die ha­ben blue­si­gen Rock ge­macht, zwei Al­ben brach­ten sie her­aus, sie be­ka­men vier Gram­mys da­für, und Ba­rack Oba­ma fand sie so toll, dass sie im Wei­ßen Haus auf­tra­ten.

Die Stü­cke auf „Jai­me“ha­ben in­des we­nig ge­mein mit dem Sound der Ala­ba­ma Sha­kes. Die 30 Jah­re al­te Brit­ta­ny Ho­ward mischt Gos­pel und Funk, sie legt Hi­p­Hop-loops un­ter Gi­tar­ren und singt Soul-bal­la­den. Sie fin­det für je­des Lied ge­nau die Form, die je­weils an­ge­mes­sen ist. Manch­mal sam­pelt Mur­phy ih­ren ei­ge­nen Ge­sang, sie singt dann mit sich selbst. Ro­bert Glas­per spielt da­zu Kla­vier, er hilft, dem Al­bum et­was Jaz­zi­ges zu ge­ben, et­was Ro­hes und Un­fer­ti­ges.

Mur­phy hat ei­ne wei­ße Mut­ter und ei­nen schwar­zen Va­ter, und sie singt, wie das war, als Pas­san­ten ih­rer Mut­ter zu­rie­fen, wie sie das nur ha­be ma­chen kön­nen, und mit „das“mein­ten sie na­tür­lich Brit­ta­ny. Ihr Va­ter ha­be im Au­to mal ei­nen Zie­gen­kopf ge­fun­den, nach­dem der ih­re Mut­ter be­sucht ha­be, auch da­von han­delt ein Stück auf die­ser Plat­te. Mur­phy er­zählt per­sön­li­che Ge­schich­ten, sie er­zählt von ih­rer Lie­be zu ei­ner Frau, und sie klingt manch­mal wie Prin­ce und manch­mal wie Bil­lie Ho­li­day. Es gibt nur ei­nen ein­gän­gi­gen Song, „Stay High“heißt er, der Rest ist dor­nig, und mit „13th Cen­tu­ry Me­tal“gibt es so­gar ei­ne Krach-or­gie al­ler­feins­ten Ka­li­bers. Auf­wüh­len­de Musik ist das, man kann sie nicht beim Bü­geln weg­hö­ren, man soll­te sich ihr wid­men, und was man ent­deckt, sind sehr trau­ri­ge und sehr schö­ne Zei­len wie die­se: „To­ma­toes are green and cot­ton is whi­te / My he­roes are black, so why God got blue eyes?“Philipp Holstein

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