Neue Tür­me am Mör­sen­broi­cher Ei

Auf der Mes­se Ex­po Re­al in Mün­chen zeigt Düs­sel­dorf sei­ne neu­en Pro­jek­te. Am ge­plan­ten „Up­per Nord To­wer“soll die Ter­ras­se ist nicht mehr öf­fent­lich sein und die Sky-bar weg­fal­len.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - VORDERSEIT­E - VON UWE-JENS RUHNAU

Auf der Mes­se Ex­po Re­al in Mün­chen zeigt Düs­sel­dorf sei­ne neu­en Pro­jek­te – auch De­tails zum ge­plan­ten „Up­per Nord To­wer“.

Vom ers­ten Plan bis zum ers­ten Spa­ten­stich ver­ge­hen oft fünf bis zehn Jah­re, man­che Pro­jek­te kom­men nie­mals. Die Im­mo­bi­li­en-ex­per­ten un­ter Düs­sel­dorfs Po­li­ti­kern wis­sen das. Des­we­gen gin­gen beim Pla­nungs­aus­schuss-vor­sit­zen­den Alex­an­der Fils (CDU) die Alarm­lam­pen an, als er am Sonn­tag von der RP er­fuhr, dass sich der „Up­per Nord To­wer“am Mör­sen­broi­cher Ei vi­el­leicht ver­zö­gert. „Das ist nicht gut, dar­über wird zu re­den sein.“Dis­ku­tiert wird am Diens­tag in der Be­zirks­ver­tre­tung 2 und am 13. No­vem­ber im Pla­nungs­aus­schuss. Die wich­tigs­ten Neu­ig­kei­ten: Die Dach­ter­ras­se im 35. Stock des ge­plan­ten 120-Me­ter-turms soll nun­mehr nicht mehr öf­fent­lich sein, die eben­falls dort un­ter­ge­brach­te SkyBar ent­fällt ganz, statt­des­sen gibt es mehr Woh­nun­gen.

Hin­ter­grund der Plan­än­de­rung ist der Wei­ter­ver­kauf der Hoch­haus-flä­che durch die Cg-grup­pe. Der neue In­ves­tor will zu­dem das Bo­ar­ding-hou­se im zwei­ten und drit­ten Ober­ge­schoss in Woh­nun­gen um­wan­deln. Die Ver­wal­tung be­wer­tet die Än­de­run­gen nicht als Nach­teil, sie be­grüßt zu­dem, dass zu­sätz­lich zu den ver­ein­bar­ten 400 nun wei­te­re 33 Wohn­ein­hei­ten ent­ste­hen. Al­ler­dings soll der In­ves­tor nach Er­tei­lung der Bau­ge­neh­mi­gung jetzt nicht mehr zwölf, son­dern 20 Mo­na­te Zeit bis zum Baustart ha­ben. Dass der Turm ge­baut wird, da­von sind die Stadt­pla­ner über­zeugt – der bis­he­ri­ge Ei­gen­tü­mer ist zur Ver­wirk­li­chung des Pro­jekts ver­trag­lich ver­pflich­tet. Fils bleibt den­noch kri­tisch, den Weg­fall der öf­fent­li­chen Ter­ras­se und der Sky-bar will er nicht oh­ne Wi­der­spruch hin­neh­men.

Ne­ben dem „Up­per Nord To­wer“soll es ge­gen­über des be­ste­hen­den Arag-hau­ses zwei wei­te­re Tür­me ge­ben. Hier be­fin­den sich Stadt und In­ves­to­ren noch in ei­ner frü­he­ren Pha­se. Die Ver­wal­tung ist da­bei, für ein gro­ßes Are­al zwi­schen Müns­ter-, Gras­hof-, Mer­ce­des­stra­ße und den Bahn­glei­sen ei­nen neu­en Be­bau­ungs­plan auf­zu­stel­len. Das Are­al ist zwi­schen drei Ei­gen­tü­mern auf­ge­teilt: An der Ecke Müns­ter­stra­ße plant Art-in­vest ei­nen Bü­ro­kom­plex mit ei­nem 17-ge­schos­si­gen Hoch­haus, dann folgt Woh­nungs­bau mit rund 470 Ein­hei­ten durch die Cg-grup­pe, schließ­lich folgt ein wei­te­res Hoch­haus. Da­bei han­delt es sich um den in der RP be­reits vor­ge­stell­ten An­do-to­wer, der am Mon­tag auf der Ex­po Re­al in Mün­chen of­fi­zi­ell der Im­mo­bi­li­en­bran­che prä­sen­tiert wur­de.

Die Eu­roat­lan­tic AG un­ter Ar­nulf Da­merau hat mit Ta­dao An­do ei­nen Welt­star der Ar­chi­tek­tur ver­pflich­tet. Der Glas­turm des Ja­pa­ners soll 125 Me­ter hoch wer­den, 34 Ge­schos­se zäh­len und das ers­te Co2-neu­tra­le Hoch­haus über­haupt wer­den – bis zu 90 Pro­zent der Son­nen­en­er­gie kön­nen im Som­mer re­flek­tiert wer­den, zu­dem gibt es Pho­to­vol­ta­ik­zel­len. Der Turm er­hält so­gar Pas­siv­haus-stan­dard. Ar­nulf Da­merau ver­han­delt mit der Cg-grup­pe über ei­ne Er­wei­te­rung sei­nes Pro­jek­tes, er möch­te nach An­dos Plä­nen ei­nen gro­ßen Rie­gel in Rich­tung des Arag-hau­ses bau­en. Ein Mu­se­um für di­gi­ta­le Kunst wür­de in­te­griert, 20 Pro­zent der Flä­che wür­den wie­der­um Künst­ler­woh­nun­gen und Aus­stel­lungs­flä­chen vor­be­hal­ten.

Of­fen­bar ist man mit die­sem Er­wei­te­rungs­plan noch nicht ent­schei­dend wei­ter ge­kom­men. Die Kri­tik an Woh­nungs­bau an der viel be­fah­re­nen Gras­hof­stra­ße, der einst so­gar vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt mo­niert wor­den war, lässt we­der Pla­nungs­amts­lei­te­rin Ruth Or­zes­sek-krup­pa noch Alex­an­der Fils gel­ten. Man schir­me die Woh­nun­gen ge­gen den Lärm ab, dies ge­sche­he auch an an­de­ren Stel­len in der Lan­des­haup­stadt, et­wa an den Bahn­glei­sen an der Wor­rin­ger Stra­ße oder auch im Ha­fen. Auch an der Gras­hof­stra­ße sol­le es ein durch­misch­tes Quar­tier ge­ben, sagt Alex­an­der Fils. Die Auf­ga­be wird jetzt sein, die Ei­gen­tü­mer zu­sam­men­zu­brin­gen, denn nur ge­mein­sam kommt es zur an­ge­streb­ten Än­de­rung des Be­bau­ungs­plans.

An­sons­ten heißt es: Man­che Pro­jek­te brau­chen fünf bis zehn Jah­re, an­de­re kom­men nie.

FO­TO: EU­ROAT­LAN­TIC/TA­DAO AN­DO

So könn­te es am Mör­sen­broi­cher Ei mit den ge­plan­ten Nach­bar­tür­men aus­se­hen.

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