Ko­ali­ti­on streicht kon­kre­te Kli­ma­zie­le

Die Bun­des­re­gie­rung ver­zich­tet in ih­rem Kli­ma­schutz­ge­setz auf kla­re Jah­res­zah­len

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - VORDERSEIT­E -

BER­LIN (qua) Das The­ma Kli­ma­schutz hat Ber­lin am Mon­tag er­neut in Atem ge­hal­ten. Wäh­rend An­hän­ger der Kli­ma- und Ar­ten­schutz-or­ga­ni­sa­ti­on „Ex­tinc­tion Re­bel­li­on“Stra­ßen blo­ckier­ten und teil­wei­se den Ver­kehr lahm­leg­ten, ist ei­ne neue De­bat­te um die Ernst­haf­tig­keit der Kli­ma­schutz­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung ent­brannt.

Das Um­welt­mi­nis­te­ri­um wies den Vor­wurf zu­rück, dass der Ent­wurf des Bun­des-kli­ma­schutz­ge­set­zes die En­de Sep­tem­ber ver­ein­bar­ten Eck­punk­te ab­schwä­chen wür­de. Al­ler­dings ent­hält der Ent­wurf nicht mehr die Fest­le­gung, dass bis 2040 70 Pro­zent CO2 ein­ge­spart wer­den sol­len. Es fehlt zu­dem der kla­re Hin­weis, dass Deutsch­land bis 2050 kli­ma­neu­tral wer­den wol­le. Nun heißt es nur noch, dass Deutsch­land „Treib­haus­gas­neu­tra­li­tät bis 2050 als lang­fris­ti­ges Ziel“ver­fol­ge. Um­welt­staats­se­kre­tär Jo­chen Flas­barth ver­si­cher­te am Mon­tag den­noch: „Der Ge­setz­ent­wurf ist so auf­ge­baut, dass wir un­se­re Zie­le ver­läss­lich er­rei­chen wer­den.“Der Ge­setz­ent­wurf soll vor­aus­sicht­lich am Mitt­woch vom Ka­bi­nett ge­bil­ligt wor­den. Noch sind aber nicht al­le De­tails in­ner­halb der Bun­des­re­gie­rung ge­klärt.

Wäh­rend die Bun­des­re­gie­rung um ei­ne Kli­ma­neu­tra­li­tät bis 2050 ringt, for­dern die ra­di­ka­len Um­welt­ak­ti­vis­ten, dass die­ses Ziel bis 2025 er­reicht sein soll. Auch Op­po­si­ti­on und Um­welt­ver­bän­de re­agier­ten mit Kri­tik auf den Ge­setz­ent­wurf. „Wenn man ein Kli­ma­päck­chen noch wei­ter ab­schwächt, bleibt ir­gend­wann nichts mehr üb­rig“, er­klär­te Grü­nen-chef Ro­bert Ha­beck.

„Ex­tinc­tion Re­bel­li­on“will sei­ne welt­wei­ten Pro­test­ak­tio­nen fort­set­zen. Der Vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft der Po­li­zei, Oli­ver Mal­chow, ver­wies auf die Ver­samm­lungs­frei­heit und be­ton­te: „Die Stö­run­gen wird man nicht ver­hin­dern kön­nen. Ich hof­fe nur, dass sie in dem Rah­men wie am Mon­tag­vor­mit­tag in Ber­lin blei­ben.“Es kön­ne aber auch der Punkt kom­men, an dem die Po­li­zei sa­ge: „Jetzt ist Schluss mit Auf­der-stra­ße-sit­zen“. Am Mon­tag­abend be­gan­nen Po­li­zei­be­am­te, den Pots­da­mer Platz zu räu­men. Sie tru­gen zu­nächst Mö­bel von der Stra­ße, spä­ter auch die ers­ten Ak­ti­vis­ten.

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