Teil­ge­ständ­nis in Miss­brauchs­pro­zess

Der an­ge­klag­te Heil­prak­ti­ker gab zu, kin­der­por­no­gra­fi­sche Fo­tos ge­macht zu ha­ben.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

BIE­LE­FELD (dpa) Im Pro­zess um schwe­ren se­xu­el­len Miss­brauch von Kin­dern in der Pra­xis ei­nes Heil­prak­ti­kers in Bad Oeyn­hau­sen hat der An­ge­klag­te das Er­stel­len und den Be­sitz von kin­der­por­no­gra­fi­schen Fo­tos ein­ge­räumt. Der 61-Jäh­ri­ge sag­te am Mon­tag in dem Ver­fah­ren am Land­ge­richt Bie­le­feld, dass er die Fo­tos für sich selbst ge­macht, aber nicht wei­ter­ver­brei­tet ha­be. Der Phy­sio­the­ra­peut räum­te auch erst­mals ei­ne Nei­gung zur Pä­do­phi­lie ein. Zu­vor hat­te sei­ne An­wäl­tin ei­ne rund 15-mi­nü­ti­ge Er­klä­rung ih­res Man­dan­ten vor­ge­le­sen.

Wei­ter­hin be­strei­tet der Mann aus Bad Oeyn­hau­sen in Ost­west­fa­len die Vor­wür­fe der Staats­an­walt­schaft, dass er mehr­fach im Rah­men sei­ner Pra­xis jun­ge Mäd­chen schwer se­xu­ell miss­braucht ha­ben soll. Die Staats­an­walt­schaft legt dem An­ge­klag­ten 44 Ta­ten zur Last, dar­un­ter 37 Mal schwe­ren se­xu­el­len Kin­des­miss­brauch. Acht Op­fer lis­tet die An­kla­ge auf: jun­ge Mäd­chen, die zum Tat­zeit­punkt zwi­schen sechs und zwölf Jah­re alt wa­ren. Laut An­kla­ge nutz­te der Mann die kör­per­li­che Nä­he als The­ra­peut aus, um un­ter dem Deck­man­tel ei­ner ord­nungs­ge­mä­ßen Be­hand­lung se­xu­el­le Hand­lun­gen vor­zu­neh­men.

Das be­stritt der An­ge­klag­te. Der Pra­xis­be­sit­zer er­läu­ter­te auf Nach­fra­gen des Ge­richts aus­führ­lich, wel­che Qua­li­fi­ka­ti­on er hat und mit wel­chen Grif­fen und me­di­zi­ni­schen Werk­zeu­gen er sei­ne Pa­ti­en­ten, dar­un­ter nicht nur Kin­der, be­han­delt. Da­bei ging es auch um an­geb­li­che Spe­zi­al­grif­fe zwi­schen die Bei­ne, um Fehl­hal­tun­gen der Wir­bel­säu­le oder des Be­ckens zu kor­ri­gie­ren. Auch schil­der­te der An­ge­klag­te, wie er me­di­zi­ni­sches Ge­rät zum Bei­spiel auf Hö­he des Scham­beins ein­setzt. Der Vor­sit­zen­de Rich­ter Cars­ten Na­bel äu­ßer­te Zwei­fel: „Ich ha­be zu die­ser Me­tho­de in der Li­te­ra­tur nichts ge­fun­den. Wer hat Ih­nen das bei­ge­bracht?“. Der 61-Jäh­ri­ge ver­wies auf Fort­bil­dun­gen. Bei Nach­fra­gen muss­te der Phy­sio­the­ra­peut pas­sen. Der Pro­zess wird am 28. Ok­to­ber fort­ge­setzt.

Der Phy­sio­the­ra­peut räum­te auch ei­ne Nei­gung zur Pä­do­phi­lie ein

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